Tödlicher Arbeitsunfall in Riehen

14. Mai 2019 12:12; Akt: 14.05.2019 12:23 Print

«Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen»

Am Montag verstarb ein 51-jähriger Arbeiter auf einer Baustelle in Riehen BS unter tragischen Umständen. Anwohner und Augenzeugen stehen unter Schock.

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Zwei Teddybären sind mit einem schwarzen Stoffband an die Baustellen-Absperrung gebunden, hinter der am Montagnachmittag ein 51-jähriger Mann in einer Baugrube mit Erde verschüttet wurde und verstarb. Ein paar Kerzen und eine kleine Blume wurden von Trauernden niedergelegt. Die Baustelle ist nur einen Tag nach dem tragischen Unfall stillgelegt. Zwei Arbeiter in schwarzer Montur sind vor Ort, verschieben Gitter und sprechen mit einer Seniorin.

Eine Riehenerin bleibt vor der Baustelle stehen, stellt ihre Einkaufssäcke ab und legt eine Pause ein. «Es ist furchtbar tragisch», sagt sie gegenüber 20 Minuten über den Todesfall. Es sei furchtbar viel los gewesen: Polizei, Feuerwehr und Sanität hätten um die Unfallstelle gestanden. «Überall waren Leute, aber ich bin nicht schauen gegangen, das gehört sich nicht. Auch für die Angehörigen ist das unangenehm, wenn die Leute schauen kommen», sagt sie.

«Vielleicht hat er auch schon bei mir gegessen?»

Eine Frau, die während des Unfalls und der Bergung in einer Tankstelle, nur wenige Meter von der Baugrube entfernt, gearbeitet hat, ist sichtlich mitgenommen. «Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, ich bin völlig schockiert», erzählt sie. Sie kenne die Arbeiter vom Sehen. «Sie trinken bei mir Kaffee und essen Sandwiches. Vielleicht hat der Verstorbene auch schon bei mir gegessen, ich weiss es nicht.»

Es sei so traurig, ihre Gedanken seien bei den Angehörigen des Mannes. Der Baggerfahrer, den sie ebenfalls flüchtig kenne, habe unter Schock gestanden. Sie hätte gerade als sich der Unfall ereignete eigentlich Feierabend gehabt, aber für rund drei Stunden hätte sie den Ort nicht mehr verlassen können. «Es war wirklich alles verstellt und ich konnte nicht mehr weg», schildert sie die Situation.

Warum ist der Boden eingebrochen?

Die Feuerwehr musste den Mann mit einem Kran aus einer sechs Meter tiefen Grube bergen. Laut der Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft stand der Mann vor dem Loch, das mit Beton gefüllt werden sollte, als ein Teil des erdigen Bodens plötzlich einbrach. «Man ist daran abzuklären, warum die Erde rund um das Loch abrutschen konnte», so René Gsell, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Montag.

Über die persönlichen Verhältnisse des 51-Jährigen ist noch kaum etwas bekannt. Sein Arbeitgeber wollte sich mit Verweis auf die laufende Untersuchung nicht äussern.

(jd)