Vergewaltigungsopfer in Basel

13. Februar 2020 20:16; Akt: 13.02.2020 20:16 Print

«Ich schlug um mich und schrie – es nützte nichts»

Im Februar wurde eine Frau in Basel vergewaltigt. Einer der mutmasslichen Täter hat sich in der Zwischenzeit der Polizei gestellt.

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Unweit der Tramhaltestelle Voltaplatz an der Elsässertrasse kam es am Morgen des 1. Februar zur Vergewaltigung in einem Hauseingang. Im Zusammenhang mit der Vergewaltigung einer Frau ist am Mittwoch ein 31-jähriger Portugiese verhaftet worden. Er bestreitet den Tatvorwurf. Auch seine Familie glaubt an seine Unschuld. Dem Tatverdächtigen wird ein problematischer Alkoholkonsum nachgesagt. Er streamte seine Party-Exzesse der Tatnacht auf Facebook und teilte auf Social Media auch sonst nicht zu knapp Fotos und Videos von Trinkgelagen. Der Tatverdächtige stellte sich am 12. Februar freiwillig der Polizei. In Begleitung von Angehörigen erschien er am Vormittag auf der Clara-Wache. Der zweite Tatverdächtige ist ein 17-jähriger Portugiese. Er hält sich nach wie vor in Portugal auf. Nach ihm fahndet die Basler Staatsanwaltschaft noch. Zwei Tage nach der Tat meldete eine Person aus dem Umfeld der Familie die Tatverdächtigen bei der Polizei. Es handelt sich demnach um zwei Portugiesen im Alter von 17 und 31 Jahren. Der 31-Jährige bestreitet den Tatvorwurf, wie 20 Minuten aus sicherer Quelle erfahren hat. Nach dem zweiten Tatbeteiligten, bei dem es sich mutmasslich um einen Jugendlichen handeln soll, wird nach wie vor gefahndet. Gemäss Informationen von 20 Minuten hält sich der Teenager in Portugal bei seiner Familie auf. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für den Tatverdächtigen beantragt. Ermittler beschlagnahmten nach der Tat Aufzeichnungen der Überwachungskamera eines indischen Quartierladens. Ob darauf belastendes Material zu sehen ist, ist aber unklar. Auch Aufzeichnungen der Videoüberwachung im Tram wurden ausgewertet.

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Am 1. Februar vergewaltigten zwei Männer im Morgengrauen in der Elässerstrasse in Basel eine Frau. Die Täter hatten das Opfer zuvor im Tram angesprochen und waren mit ihr am Voltaplatz ausgestiegen. Die Basler Staatsanwaltschaft suchte seither nach zwei Männern, bei denen es sich gemäss Angaben des Opfers um Portugiesen handeln soll. Neben dem 31-Jährigen soll ein 17-Jähriger an der Tat beteiligt gewesen sein.

Am Mittwoch stellte sich der 31-jährige mutmassliche Täter in Begleitung von Familienangehörigen den Behörden. «Er hat sich freiwillig der Polizei gestellt», sagte eine Person aus dem Umfeld zu 20 Minuten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstagmorgen die Festnahme des älteren Tatverdächtigen. Nach dem zweiten Tatbeteiligten, bei dem es sich mutmasslich um einen Jugendlichen handelt, wird nach wie vor gefahndet.

Wie das Opfer nun zum «Blick» sagt, kennt sie einen der mutmasslichen Täter, den älteren der beiden, flüchtig. «Er war der Ex-Freund einer guten Kollegin von mir», so die 33-Jährige.

«Hatte ihn schon ewig nicht mehr gesehen»

An dem besagten 1. Februar war sie gerade vom Feiern mit Freunden auf dem Weg nach Hause, so das Opfer. Um etwa 6 Uhr sei sie beim Barfüsserplatz ins Tram 14 gestiegen. Dort soll sie auch die mutmasslichen Täter getroffen haben. «Ich hatte den Bekannten schon ewig nicht mehr gesehen. Er erzählte mir von seiner Familie», sagt sie zum «Blick». Das Gespräch sei laut der 33-Jährigen ganz normal und nett verlaufen.

Weil der 31-Jährige vorschlägt, sich irgendwann mal wieder zu treffen, gibt sie ihm noch ihre Nummer, wie sie sagt. Dann steigt die Frau am Voltaplatz zusammen mit den beiden Männern aus. Sie bieten ihr an, sie nach Hause zu begleiten, so die Frau. Weil sie einen der beiden kennt, habe sie sich nichts dabei gedacht.

«Ich halte das nicht aus»

Beim Eingangsbereich ihres Mehrfamilienhauses will sie sich dann verabschieden. Doch einer der Männer, laut der Frau ihr Bekannter, packt sie plötzlich und drückt sie gegen die Wand. Dann sollen sie zu zweit versucht haben, ihr den BH auszuziehen: «Sie rissen meinen BH weg. Ich war völlig geschockt.»

Sie versucht, sich zu wehren, doch die beiden reissen sie zu Boden, wie die 33-Jährige erzählt. «Ich schlug um mich und schrie. Es nütze nichts. Der Jüngere der beiden verging sich an mir.» Laut dem Opfer hätte ihr Bekannter auch gewollt, weil sie sich aber dermassen gewehrt haben soll, hätten die beiden die Flucht ergriffen.

Nach dem Übergriff bleibt sie zunächst wie gelähmt am Boden liegen. Danach verständigt sie die Polizei. Beamte bringen sie schliesslich ins Spital. Bis auf Schürfwunden an den Händen und an der Brust bleibt sie unverletzt. Das jedoch nur körperlich, psychisch nimmt sie das Ganze sehr mit: «Ich stürzte in ein tiefes Loch und weiss nicht, wie ich rauskommen soll.» Besonders schlimm sei es, wenn sie durch den Eingang des Mehrfamilienhauses geht und vorbei an der Wand muss: «Jeden Tag werde ich an diese Nacht erinnert. Ich halte das nicht aus.»

(mon)