Verkehrsrowdy nach Festnahme

26. Juni 2019 04:48; Akt: 26.06.2019 04:48 Print

«Ich will Polizist werden, ich f**ke euch alle»

Ein 24-jähriger Verkehrsrowdy wurde nach einer Suff-Fahrt von der Polizei gestoppt. Der Baselbieter zeigte sich unbelehrbar. Am Mittwoch muss er vor den Richter.

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Hier endete die Suff-Fahrt des 24-jährigen Rowdys am 24. Juli 2017. Auf Höhe der Coop Tankstelle an der Brüglingerstrasse verlor er die Herrschaft über sein Auto und wurde von einem Geländer gestoppt. Kurz zuvor überholte er auf der Brüglingerstrasse einen Bus der Linie 36, wobei er die Sicherheitslinie überfuhr und aufgrund der Verkehrssituation auch Leib und Leben der Bus-Insassen riskierte. Nach dem Unfall musste ihn die Polizei in Handschellen legen, weil er unbelehrbar und renitient war. Das beruhigte den Übeltäter aber nicht. Mit wüsten Beschimpfungen und Drohungen wehrte er sich dagegen, ins Spital gefahren zu werden, wo eine Blutprobe vorgenommen werden sollte. Der Atemalkoholtest war bereits positiv. Der junge Türke hatte mehr als 2 Promille intus. Weil er im Polizeiwagen weiter randalierte, wurde er kurzerhand auf den Posten Kannenfeld gebracht. Den Polizisten drohte er mit dem Tod und warf ihnen allerhand unzitierbare Flüche an den Kopf. Zwischen Beleidigungen und Todesdrohungen äusserte der Verkehrsrowdy aber auch wiederholt die Absicht, selbst Polizist zu werden. Es blieb nicht das einzige Intermezzo des Baselbieters mit der Polizei. In Birsfelden erwischten ihn Beamte am 30. September 2017 beim Kiffen. Als er den Joint abgeben sollte, wurde er aber ranzig und verbal ausfällig gegenüber den Polizisten. Als er schliesslich einen Platzverweis akzeptierte, lief er wutenbrannt davon und zertrümmerte die Scheibe einer Telefonkabine und warf ein Motorrad um. Der Polizei blieb nichts anderes übrig, als ihn erneut anzuhalten. Am Mittwoch, 25. Juni, muss der vorbestrafte Rowdy vor dem Basler Strafgericht verantworten.

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Der junge Türke hatte schon mehr als zwei Promille getankt, als er mit einem Citroen Jumpy am Abend des 24. Juli 2017 unterwegs war. In Missachtung elementarer Verkehrsregeln holte er am Walkeweg einen Kollegen ab und setzte seine Fahrt in bester Wildwest-Manier fort. Auf Brüglingerstrasse überholte er zunächst gemeingefährlich einen Bus der Linie 36. Bei der Coop-Tankstelle verlor er dann die Herrschaft über sein Fahrzeug, ein Geländer und ein Verkehrsschild stopppten den Lieferwagen schliesslich.

Als die Polizei dann eine Blutabnahme anordnen wollte, eskalierte die Situation. Als er unter Anwendung «angemessener Körperkraft», wie die Anklageschrift schildert, ins Patrouillenfahrzeug gestossen wurde, fing der junge Türke an, die Polizisten zu bedrohen. «Ihr f**kt euch gerade selbst. Ich bin Hells Angel. Ich bin Schweizer, geboren in Uri. Ihr dürft mir das nicht antun. Ich mache euch alle kaputt. Ich bin Boxer.» Nur um im nächsten Satz zu sagen: «Ich bin anständig, löst mir die Handschellen.» Was die Polizisten natürlich nicht taten.

Im Wagen randalierte der Birsfelder weiter, schlug mit dem Kopf gegen die Fondfahrzeugscheibe, versuchte einen Polizisten mit Kopfnüssen zu attackieren und einen anderen in die Hand zu beissen. Dabei stiess er weiterhin unentwegt ehrenrührige Beleidigungen aus. Äusserte dabei aber auch: «Ich will Polizist werden. Ich f**ke euch alle!» Die Polizei ihrerseits verzichteten aufgrund der hohen Gewaltbereitschaft darauf, den Beschuldigten ins Spital zu fahren und brachten ihn direkt auf die Polizeiwache Kannenfeld, wo er amtsärztlich untersucht wurde.

Joint konfisziert, Abend ruiniert

Es blieb nicht das einzige hitzige Intermezzo mit der Polizei. Der 24-Jährige, so zeigt die Anklageschrift, wurde zum Wiederholungstäter. Am 30. September 2017 erwischten ihn Baselbieter Polizisten in Birsfelden mit einem Joint. Als er diesen Abgeben und einen Ausweis vorlegen sollte, habe sich seine Stimmung rapide verschlechter, so die Anklage. Erbost, dass sie seinen Abend ruiniert hätten sagte er ihnen: «I wird selber Polizist und den f**k ich euch alli!» Die Polizisten bewiesen einen Engelsgeduld mit dem Aggressor und bewegten ihn nach langem Zureden dazu, einen Platzverweis zu unteschreiben.

In der Folge lief er wutenbrannt davon und zertrümmerte en passant noch die Scheibe einer Telefonkabine und warf ein parkiertes Motorrad um. Danach wurde er von der Polizei erneut angehalten. Am Mittwoch nun, muss sich der vorbestrafte Beschuldigte vor dem Dreiergericht des Basler Strafgerichts für seine Taten verantworten.

(lha)