Hund entführt

01. April 2018 20:34; Akt: 02.04.2018 00:17 Print

«Ich frage mich jeden Tag, ob es Alice gut geht»

Vor zweieinhalb Jahren verschwand die geliebte Hündin von Sabrina B. aus ihrer Pflegestelle. Erst jetzt erfuhr sie, dass Alice dort damals verwahrloste. Aber wo ist das Tier jetzt?

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«Ich will Alice endlich wieder bei mir haben», sagt Sabrina B.* aus Neuenbürg bei Pforzheim (D). Im Sommer 2015 verschwand ihre Kaukasische Orwtschaka-Hündin. Die 29-Jährige hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Alice noch lebt. Regelmässig durchstöbert sie das Internet und liest Vermisstenanzeigen. Mitte Februar schöpft sie wieder Hoffnung. Sie stösst auf einen alten Zeitungsartikel aus dem Jahr 2015 und erfährt, was sich damals eigentlich abgespielt hat.

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Damals musste sich Sabrina B. mit ihrer kleinen Familie von heute auf morgen eine neue Unterkunft suchen; ein Schimmelpilz machte sich in ihrem Haus breit. Für die Übergangsphase gab sie ihre Hündin in eine Pflegestelle in Zell im Wiesental (D) unweit von Basel.

«Als wir da waren, machte der Hof noch einen ordentlichen Eindruck. Es gab auch andere Tiere wie Ziegen und Gänse, und die Pflegerin war sehr nett. Meine Alice verstand sich auf Anhieb mit ihr», erinnert sich Sabrina B. an den Tag, an dem sie ihre Hündin zum letzten Mal sah. «Wir konnten doch nicht ahnen, dass sie sich nicht um Alice kümmern würde. Zur Sicherheit hatten wir das alles extra vertraglich festgehalten», so die Mutter eines dreijährigen Sohnes.

«Angekettet zwischen Müll und Misthaufen»

Zwei Monate nach dem Einzug der Hündin im Juli 2015 berichtete die «Badische Zeitung» über den heruntergekommenen Hof, weil ein aufmerksamer Passant Alice gesehen und den Behörden gemeldet hatte: «Zwischen Müll und Misthaufen war dort ein Hund an einer zirka vier Meter langen Kette oder Leine befestigt. Das arme Tier hat keine Möglichkeit, sich ausserhalb seines eingeschränkten Radius zu lösen oder sein Geschäft zu verrichten», sagte Uwe Röschke damals der Zeitung.

Was danach passiert, ist nicht ganz klar. Angeblich haben Tierschützer – alarmiert durch den Zeitungsbericht – Alice vom Hof entführt. Sabrina B. fragt sich, wie das passieren konnte: «Kaukasische Orwtschakas sind Hütehunde mit sehr starkem Charakter und Riesenkräften. Sie sind Fremden gegenüber abweisend und misstrauisch und gehen nicht mit jedem mit.» Wurde die 50 Kilogramm schwere Hündin also mit Zwang vom Hof verschleppt?

Entführung mit Ausreden vertuscht

Statt den Diebstahl den B.s zu melden, habe die Pflegerin zunächst monatelang behauptet, Alice ginge es gut, schickte sogar Fotos. Wollten die B.s zu Besuch kommen, habe sie die kleine Familie jedes Mal mit Ausreden vertröstet. Als sie sich Ende 2016 schliesslich gar nicht mehr gemeldet habe, weder auf SMS noch E-Mail antwortete, fuhren sie zum Hof, den sie verlassen vorfanden.

Eine Anzeige bei der Polizei blieb ohne Folgen. Gegenüber 20 Minuten gab die Pflegerin an, dass die Hündin von ihrem Hof gestohlen wurde, bestritt jedoch, dass sie Alice habe verwahrlosen lassen und das Veterinäramt deswegen mit ihr in Kontakt stand.

Das Veterinäramt bestätigt den Fall allerdings: «Die Halterin wurde damals aufgefordert die Haltungsbedingungen der Hündin zu verbessern», sagt Pressesprecher Torben Pahl vom Landratsamt Lörrach.

«Frage mich jeden Tag, ob es ihr gut geht»

Sabrina B. geht es mittlerweile nicht mehr darum, einen Schuldigen zu finden. Sie möchte nur wissen, was mit Alice passiert ist: «Ich mache mir grosse Sorgen und frage mich jeden Tag, ob es ihr gut geht», so B. und fügt hinzu: «Wenn Alice eine neue Familie gefunden hat, mit der sie glücklich ist, werde ich sie da nicht rausreissen. Man kann ja über alles reden».

*Name der Redaktion bekannt

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Victoria W. am 01.04.2018 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt was nicht

    Nach Monaten gingen sie mal nachsehen? Also bitte!!!! Wenn der Hund bei einer Pflegefamilie ist, kann man doch ab und zu vorbei gehen. Die Sorge der Familie ist klar gespielt. Und wegen Schimmel mussten sie ihn gleich mehrere Monate weggeben? Absolut lasche Geschichte!!!

    einklappen einklappen
  • Be_nice am 01.04.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig, aber...

    Das ist sehr traurig! Aber trotzdem stellt sich mir die Frage, warum die Hundehalterin in mehr als einem Jahr nicht einfach dahingefahren ist um sich zu vergewissern, dass es dem Hund gut geht?

  • Women's Feet lover am 01.04.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    sehr fragwürdige und traurige geschichte:braucht man monatelang um einen Schimmelpilz zu beseitigen und dieser kommt auch nicht von heute auf morgen.... meinen hund würde ich sicherlich regelmässig dort besuchen,wo ich ihn für eine zeit unterbringen würde und mich nicht wochen oder monatelang vertrösten lassen. seeeehr fragwürdig:-(

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 02.04.2018 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrlässig

    Unter keinen denkbaren Umständen würde ich meine Hündin in die Obhut von Fremden geben.

  • kein tierquäler am 02.04.2018 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armes tier

    nicht besucht... und ev. nichts bezahlt für das pflegeplätzchen... hoffentlich behandelt sie ihr kind besser...

  • Sabrini86 am 02.04.2018 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Fragwürdig Diese Sabrina B.

    Skurrile Geschichte? Mit 100 Fragezeichen???

  • bebbeli am 02.04.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe und Treue

    Wo ist da die Liebe zum Hund, wenn sie monatelang nicht nach ihm schaut. Hunde sind treue Tiere und haben das nicht verdient. Da fehlt nicht nur die Liebe sondern auch das Mitgefühl.

  • Lisa am 02.04.2018 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus den Augen....

    Meinen Hund verliere ich nicht monatelang aus den Augen!