Hommage an blauen Dunst

11. Oktober 2017 17:55; Akt: 11.10.2017 17:55 Print

«Im Raucherabteil waren die spannenderen Leute»

In Basel feiert das Raucherabteil Renaissance. Das Unternehmen Mitte hat für die Inszenierung seines Fumoirs einen alten Bahnwaggon ausgeschlachtet.

Für Caroline Faust, die Programmchefin des Unternehmens Mitte, ist das Raucherabteil im Zug der Inbegriff des Rauchens. (Video: 20 Minuten)
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«Im Raucherabteil waren die spannenderen Leute», sagt Caroline Faust. Die Programmchefin des Unternehmens Mitte erinnert sich gerne an die alten Zeiten zurück, als im Zug noch gepafft werden durfte. Im Fumare, dem Raucherraum des Kaffeehauses in der Basler Innenstadt, leben diese alten Zeiten wieder auf. Faust hat gemeinsam mit dem Berliner Künstler und Architekten Kim-Fabian Dall'Armi ein original Zugabteil der SBB dorthin verfrachtet.

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Dazu wurden zwei alte Waggons ausgeschlachtet, die Faust von der SBB Historic kostenlos übernehmen konnte. Drei Wochen dauerte der Aufbau der «Inszenierung des uneingeschränkten Rauchens», wie die Installation betitelt wurde. Bei den Gästen kommt das gut an. «Die Rückmeldungen sind bis jetzt durchs Band positiv», sagt Faust. «Es kommen sogar viele Nichtraucher hierher.»

Ein Sinnbild des Rauchens

Die 33-Jährige arbeitet erst seit Januar im Unternehmen Mitte und merkte rasch, dass sie aus dem Raum etwas machen will. «Ich überlegte mir, was denn eigentlich das Sinnbild des Rauchens ist.» So kam Faust auf den Zug. Mit dem Raucherabteil, das die SBB im Dezember 2005 für immer abschaffte, verbindet die ausgebildete Kunstlehrerin auch Erinnerungen an ihre eigene Jugend.

«Die Heimfahrt von Basel in der Waldenburgerbahn war immer ein Fest. Man sah die Leute kaum mehr vor lauter Qualm. Aber man kam immer ins Gespräch», erzählt sie. Ganz so schlimm ist es im Fumare der Mitte nicht. «Wir haben eine fette Lüftung.»

Kulturprogramm gegen Vandalismus

Aber auch hier zeigen sich die Begleiterscheinungen, mit denen die SBB schon zu kämpfen hatte. Etwa aufgeschlitzte Sitzbezüge. «Abends sind vor allem Jugendliche hier», so Faust. Das wolle sie eigentlich nicht. Das Raucherabteil soll deshalb vermehrt bespielt werden. Kultur soll Vandalismus präventiv entgegenwirken. Den Anfang macht der Berliner Bildarchitekt S.H.E, der ab dem 6. November im Raucherabteil die Fensterplätze inszeniert.

Das nostalgische Rauch-Vergnügen im Unternehmen Mitte ist allerdings nur von begrenzter Dauer. Faust weiss allerdings noch nicht, wann der Zug wieder abfahren wird. «Das Haus soll sich stetig wandeln», erklärt sie.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 11.10.2017 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Life

    Wir leben alle nicht für ewig lieber das Leben in vollen zügen genossen haben und etwas früher sterben als 100 Jahre alt werden und nur Hasenfutter gegessen zu haben.

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  • Raffy am 11.10.2017 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nostalgie

    Fenster runter, Buch lesen und schön qualmen dazu, ja da kommt Nostalgie auf :)

  • obsession_77 am 11.10.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualmen in der Luft

    Auf meinem allerersten Flug Mitte der neunziger Jahre gab es im Flugzeug doch einen Raucherabteil. Zwar vom Rest nicht abgetrennt, aber in den entsprechenden Reihen durfte man rauchen. Unvorstellbar, aber wahr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Willy D. am 12.10.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Degustibus non est disputandum.

    Ausser einer Niele in einer Schülerkolonie am Brienzersee, kurz nach dem 2. Weltkrieg, habe ich nie geraucht. Ich bin bald 79 Jahre alt und fühle mich gesund. Rückblickend muss ich sagen, dass ich gerne ein Bünzli bin, wie Nichtraucher hier tituliert werden! Mein Vater hat jeden Tag 2 Päckli geraucht. Er wurde 59 Jahre alt... What else?

  • (Nicht)-Raucher am 12.10.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    ... und als erstes die Füsse auf dem gegenüberliegenden Sitz platzieren :-)

  • Raucher am 12.10.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle idee

    wieder ein toller artickel für die "gesunden" um auf den rauchern rumzuhaken. sie kommen mit komischen statistiken und meinen nur raucher bekommen lungenkrebs. und nach all dem müssen die raucher rücksichtsvoll sein? es geht auch gut miteinander wen alles respektvoll abläuft.

  • Susi1 am 12.10.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das waren Zeiten...

    So schön wars, fast täglich neue Leute kennen gelernt! Bin seit dem es fehlt aufs Auto umgestiegen. Wir Raucher sind einfach gesellige Leute :) und sowieso lieber der Rauchgestank als was man heute so riecht, Pippi, Schweiss etc. etc.

  • RETO Corrado am 12.10.2017 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    RAUCHERABTEIL

    Ein Wagen für Raucher wäre nicht schlecht. Da kann man wenigstens vor den Stinker flüchten und die Kleider reichen danach nach Rauch und nicht nach Fastfood.