FC Basel-Fanbuch

24. September 2015 05:45; Akt: 24.09.2015 09:06 Print

«Im Umgang mit den Fans ist der FCB vorbildhaft»

Die Fussballjournalisten Florian Raz und Christoph Kieslich haben 111 Gründe zusammengetragen, warum man den FC Basel lieben muss. Das Buch erscheint im November.

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Ihr Leben ist der FC Basel. Als Fussballjournalisten begleiten Florian Raz (40) und Christoph Kieslich (53) den FC Basel schon weit über zehn Jahre eng und kritisch. Einige Jahre taten sie das auch im Zweiergespann bei der Tageswoche, wo Kieslich nach wie vor tätig ist, während Raz heute für den «Tages-Anzeiger» das kritische Zürcher Publikum für den FCB zu begeistern versucht. Für den deutschen Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf haben sie «111 Gründe, den FC Basel zu lieben», zusammengetragen. Das Buch über den «grossartigsten Fussballverein der Welt» erscheint am 1. November. Im Interview nennt Florian Raz einige Gründe, sein Fussballherz an die Bebbi zu verlieren.

Gibt es auch weniger gute Gründe, den FC Basel zu lieben?
Florian Raz: Weniger gute Gründe, um jemanden zu lieben? Kann es das geben? Vielleicht, wenn jemand nur deswegen FCB-Anhänger ist, weil die Rotblauen derzeit fast alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Die wahre Liebe wird sich zeigen, wenn der Club wieder einmal in ein Tief rutscht. Das scheint derzeit zwar fast unvorstellbar, ist aber nach den goldenen 70ern auch schon mal passiert.

Und was sind denn nun die besten Gründe?
Dass der FCB wirklich ein Club ist, der alle Gesellschaftsschichten verbindet, was nicht immer so war. In der Gründerphase war er der Club des betuchten Bildungsbürgertums, danach kam eine Zeit, in der Fussball Arbeitersport war. Helmut Benthaus hat dann die Intellektuellen zurück ins Joggeli gebracht. Seit Gigi Oeri ist sogar der Daig irgendwie vom FCB-Virus infiziert. Für mich ist der Club in der Schweiz auch vorbildhaft, was den Umgang mit seinen Fans in der Kurve betrifft. Dass diese Mischung aus Prävention und Repression «Basler Modell» heisst, kommt ja nicht von ungefähr.

Und bei welchen Gründen wart ihr euch nicht einig? 111 ist ja
eine vollkommen willkürliche und für Vollblut-Fans wie euch bestimmt auch eine zu kleine Zahl.

Vollblut-Fans waren wir wohl mal, das schleift sich aber deutlich ab, wenn man einen Club über Jahrzehnte professionell verfolgt. Ich würde sagen, wir verfolgen den FCB wohlwollend kritisch. Richtig gestritten haben wir uns nie. Aber Christoph hat sich zum Beispiel gefragt, ob die Geschichte von Teofilo Cubillas als Grund gelten kann, den FCB zu lieben. Schliesslich ist der Club grandios daran gescheitert, diesen Weltstar zu integrieren. Ich finde allein dafür, dass bis heute Gerüchte über Cubillas in der Stadt kursieren, muss man den FCB lieben.

Wie hat das bei euch angefangen, könnt ihr euch noch an den ersten Grund erinnern, weshalb ihr Rot-Blau verfallen seid?
Meine Grosseltern haben mit Blick auf den Landhof gewohnt, da war es irgendwie logisch, dass ich bei den FCB-Junioren gespielt habe, die damals im alten Heimstadion des FCB trainierten. Von Christoph, der knapp auf der deutschen Seite der Grenze aufgewachsen ist, weiss ich, dass er in der Ära Benthaus durch den FCB den Fussball entdeckt hat.

Ihr befasst euch ja hauptberuflich seit Jahren mit dem FC Basel, trotzdem wusstet ihr wahrscheinlich nicht alles über den Klub. Seid ihr bei der Recherche für das Buch auch auf Dinge gestossen, die euch vom Hocker gehauen haben?
Gefreut hat mich, dass ich herausgefunden habe, wer der Siamese war, der 1930 beim FCB gespielt hat. Er taucht in den bisherigen FCB-Büchern immer einfach als vornamenloser Fisher auf. Der Mann hiess Hector Cosmo Fisher, war ein hervorragender Tennis-Spieler, der für die Schweiz im Davis Cup gespielt hat, und stand einmal sogar im Viertelfinal von Wimbledon. Schön ist auch, wie Joseph« Seppe» Hügi einmal einen Agenten des FC Barcelona in einer Strip-Bar versetzt hat. Oder dass die Basler nach dem Zweiten Weltkrieg im Namen der Völkerverständigung bewusst gegen den Boykott Deutscher Fussballer verstossen haben und dafür eine Busse erhielten, die dann die Leser der Zeitung «Sport» bezahlt haben.

Warum sollten auch Zürcher dieses Buch kaufen?
Weil sie so verstehen können, warum der FCB ihren Clubs derzeit mehr als einen Schritt voraus ist. Weil sie erfahren, dass die Farben des FC Barcelona irgendwie auch mit dem FC Zürich zu tun haben. Und weil es ein Zürcher war, der den FCB in die zweite Hochphase geführt hat.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FCB1893 am 24.09.2015 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neider, Neider, nichts als Neider

    Wie ich das ja mag immer diese negativen Kommentare zu lesen.. Mir zeigt das nur, dass es ganz, ganz, ganz viele Neider gibt, die es einfach nicht verkraften können.. Und noch wegen dem Geld, jeder grosse Club hat es durch Geld geschafft, also psssss....

  • Silas Roth am 24.09.2015 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Heult nicht rum. Was der FC Basel für Fans hat, wünscht sich jeder Verein. Negativschlagzeilen gehören bei dieser Subkultur dazu, nur der Neider wälzt die Fanszene auf diese ab. Was sie nämlich Tag für Tag leisten, kann man sich garnicht erträumen. Oder meint ihr, 35'000 Schals (Choreo) werden in 2 Tagen einfach mal so hergezaubert? Nein! Und ja, es sind sehr wohl die gleichen, welche auch mal gerne Ärger machen. Entweder das ganze Paket, oder leere Ränge. Dann kann man den Schweizer Fussball bald begraben.

  • Henny Buggel am 24.09.2015 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Fan

    es gibt sehr viele modefans: wo waren die leute als es dem fcb in den 80er jahren mies ging und vor keinen 1000 FAN'S spielen mussten? Ich war da aber wo seit ihr gewesen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Henny Buggel am 24.09.2015 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Fan

    es gibt sehr viele modefans: wo waren die leute als es dem fcb in den 80er jahren mies ging und vor keinen 1000 FAN'S spielen mussten? Ich war da aber wo seit ihr gewesen?

    • Sabrina am 24.09.2015 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Henny Buggel

      Da war ich leider noch nicht auf der Welt:)

    • Max Muster am 24.09.2015 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Henny Buggel

      Noch nicht geboren oder zu jung um alleine dort hin zu gehen. Modefans sind vorallem die, die nur champions ligue sehen wollen aber kein einziges spiel in der europa ligue

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  • Hans-Ruedi am 24.09.2015 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Fanclubs

    Setzt euch zusammen und schreibt ein Buch mit dem Titel "1'111'111 Gründe den FC Basel zu hassen". DAS wäre ein Bestseller... ;-)

  • Silas Roth am 24.09.2015 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    Heult nicht rum. Was der FC Basel für Fans hat, wünscht sich jeder Verein. Negativschlagzeilen gehören bei dieser Subkultur dazu, nur der Neider wälzt die Fanszene auf diese ab. Was sie nämlich Tag für Tag leisten, kann man sich garnicht erträumen. Oder meint ihr, 35'000 Schals (Choreo) werden in 2 Tagen einfach mal so hergezaubert? Nein! Und ja, es sind sehr wohl die gleichen, welche auch mal gerne Ärger machen. Entweder das ganze Paket, oder leere Ränge. Dann kann man den Schweizer Fussball bald begraben.

  • Marco H am 24.09.2015 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lieben???

    Ich liebe meine Frau und mein Kind aber sicher nicht den FCB... Sorry

  • Bamba am 24.09.2015 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Unpassender Bericht

    Was soll dieser Bercht? Wenn juckt es ob irgendein Buch über den Chemie Club Basel erscheint? Bringt mal was ordentliches, es gibt in der Schweiz nicht nur den FCB

    • Bambo am 24.09.2015 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      Über wen sonst?

      Leider haben alle anderen Vereine in der Schweiz keine richtigen Anhänger, also was will man über die Berichten? Bleibt halt nur noch der FCB.

    • P.F am 24.09.2015 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bamba

      Dann lies doch diesen Artikel einfach nicht. Manche Menschen können sich wirklich Probleme erschaffen.. tzztzztzz

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