Tödliches Ruderunglück auf Rhein

14. Januar 2020 18:00; Akt: 14.01.2020 18:00 Print

Reederei spricht Angehörigen Beleid aus

Schock für den Basler Ruder Club: In das tödliche Unglück auf dem Rhein am Montagabend war ein Boot des Clubs involviert. Eine 52-jährige Ruderin starb.

Christoph Socin, Präsident des Basler Ruder-Clubs äussert sich um tragischen Unfall. (Video: 20 Minuten)
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ja, es war eines von unseren Booten», sagt Christoph Socin, Präsident des Basler Ruder-Clubs am Dienstagmorgen auf Anfrage von 20 Minuten. Bei einer Kollision zwischen einem Frachtschiff und einem Ruderboot auf dem Rhein oberhalb des Kraftwerks Birsfelden ist am Montagabend eine 52- jährige Frau verstorben. Drei Ruderinnen konnten sich selbstständig ans Ufer retten, zwei erlitten leichte Verletzungen.

Auf dem Boot waren vier Frauen unterwegs, die nach einer Trainingsfahrt talwärts ruderten. Das Frachtschiff war bergwärts unterwegs, als es auf Höhe des Birsfelder Hafens zur Frontalkollision mit dem Ruderboot «Mira-Belle» kam. Unklar ist zurzeit, ob auf Schweizer oder deutscher Seite.

Socin hat am Montagabend per Mail alle Vereinsmitglieder über das Unglück informiert. Näher zum Unfall möchte er sich noch nicht äussern. Erst mal müsse man die polizeilichen Ermittlungen abwarten. «Wir sprechen den Angehörigen unser Beileid und sind alle tief betroffen vom Unglück», so Socin.

Strikte Regeln für Nachtfahrten

Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Ruderinnen erfahren waren. Anfängern sind Ausfahrten in der Dunkelheit gemäss vereinsinternen Weisung untersagt. Die Nachtfahrten müssen immer bewilligt werden und das Boot muss vorschriftsgemäss mit Lichtern ausgerüstet sein.

Ob auch das Frachtschiff vorschriftsgemäss beleuchtet war, sei derzeit Gegenstand von Ermittlungen, erklärte Polizeisprecher Adrian Gaugler auf Anfrage.

Die Ruderinnen seien alle sehr erfahren gewesen, sagt Socin. Man trainiere regelmässig auf dem betroffenen Rheinabschnitt. «Das ist unser Hauptrudergebiet. In den über 50 Jahren, in denen ich im Club bin, gab es keinen solchen Vorfall.»

Reeder spricht Opferfamilie Beileid aus

Gemäss Recherchen von 20 Minuten gehört der Frachter, der am tödlichen Unfall beteiligt war, einer holländischen Reederei. Das Unternehmen bestätigt auf Anfrage, dass eines ihrer Schiffe involviert war. Details wollte ein Sprecher wegen der anhaltenden Ermittlungen nicht nennen. Er sprach den Opfern des Unfalls sowie deren Angehörigen im Namen der Firma sein Beileid aus.

«Ja, es war eines von unseren Booten»

(lha/las/mhu)