Flüchtlingshilfe

19. Juni 2016 10:10; Akt: 19.06.2016 10:10 Print

«Integration findet in den Vereinen statt»

In Basel will ein Verein Flüchtlinge an hiesige Sportvereine vermitteln. Wenn man Asylsuchende wirklich integrieren wolle, müssten sie am Vereinsleben teilhaben können.

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Die Eritreerin Samrawit ist nach ihrer Flucht vor fast vier Jahren in der Schweiz angekommen. So richtig angekommen ist sie in der Schweiz aber noch nicht. Was fehlt, sind Kontakte zu Einheimischen. Beim Volleyballtraining mit dem Verein ASK Basel lernt die 27-Jährige jetzt immerhin andere Migranten kennen. «Das gefällt mir sehr gut», sagt Samrawit, die schon ganz passabel Deutsch gelernt hat.

Die Eritreerin ist eine von derzeit vier Flüchtlingen, die in einem Sportangebot von ASK Basel partizipieren. Zwei ihrer Landsleute machen ebenfalls mit. Der Verein lancierte Anfang Juni einen Testlauf für ein neues Integrationsprogramm für Flüchtlinge. «Man muss mit ihnen etwas tun, das verbindet», sagt Sabri Dogan. ASK steht denn auch für Austausch in Sport und Kultur. Wir wollten von Anfang an Integration über Hobbys fördern, erzählt Dogan. Für dieses Engagement wurde ASK Basel 2014 auch mit dem Schappo-Preis der Stadt Basel ausgezeichnet.

Vereine sollen Gratis-Plätze offerieren

Damit das Projekt über den Testlauf hinaus zum Erfolg wird, braucht es nicht zuletzt Geld. Man sei mit Stiftungen im Gespräch, so Dogan. Zudem ist auch die Hochschule für Soziale Arbeit Luzern im Boot, die an einer Evaluation arbeitet. Das wichtigste sei aber letztlich die Bereitschaft der Vereine, dem Projekt Plätze zur Verfügung zu stellen. «Flüchtlinge können sich keinen Jahresbeitrag von mehreren hundert Franken leisten», sagt Dogan.

Neben den offerierten Plätzen sollen die Vereine die Flüchtlinge aber auch mit Göttis begleiten. ASK tritt dabei als Vermittler auf. «Institutionen wie die Sozialhilfe oder Durchgangsheime können die Bedürfnisse der Flüchtlinge bei uns melden und wir suchen dann das passende Angebot.» Noch steht aber alles ganz am Anfang. Wie gross der Goodwill der staatlichen Institutionen und privaten Vereine ist, muss Dogan erst noch herausfinden. «Alle reden von Integration. Die findet in den Vereinen statt.»

Dank Sport Freunde gefunden

Der niederschwellige Zugang zur Teilhabe an der Gesellschaft wird von Flüchtlingen geschätzt. Hiwa, ein Kurde aus dem Iran, spielt seit einem Jahr Volleyball beim Verein. Zuvor nahm er an Deutsch-Konversationskursen bei ASK teil. «Ich habe so einige Leute kennengelernt, mit denen ich jetzt auch sonst Dinge unternehme», erzählt der 32-Jährige. Sein Deutsch ist mittlerweile so gut, dass er nun eine kaufmännische Ausbildung in Angriff nehmen möchte.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steff am 19.06.2016 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören mit der Integriererei!

    die Leute sollen Temporär hier Schutz erhalten (wenn überhaupt nötig) und ansonsten umgehend wieder in ihre Heimat zurück wenn sich die Verhältnisse stabilisiert haben! Integrieren ist jeden Fall der falsche Weg und nützt nur der Sozialindustrie etwas.

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  • René B. am 19.06.2016 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Integration

    Das Ziel ist ja eigentlich nicht die Integration, sondern eine baldige Rückkehr in die Heimat. Das dachte ich zumindest.

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  • T. Knecht am 19.06.2016 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Immigranten

    Langsam sollte auch der letzte wissen, dass diese Personen für immer hier bleiben werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Verärgert am 29.06.2016 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    System widerspricht sich!

    Warum unterstützt man nicht zuerst die Leute die bereit hier in der Schweiz wohnen ihre Steuern bezahlen etc...mit Integration, Deutschkurse, Sportaktivitäten und Hilfe bei der Arbeitssuche? Das system macht einfach keinen Sinn

  • mo am 20.06.2016 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind die nichts wert?

    Werden einsamen oder obdachlosen Menschen auch so tolle Angebote gemacht? Ich höre nie, dass man den eigenen armen Menschen vorbehaltlos so viel Hilfe leistet! Wie wäre es wenn man da auch mal "integrieren" würde???

  • sabine am 20.06.2016 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vereine

    Ich denke,das unsere Vereine vor allem Sportvereine von Sportarten die populär sind schon seit Jahren intregations Arbeit leisten!So das eine schweizer Familie sich eher dagegen entscheidet ihre Kinder in einen solchen Verein zu geben!Dies war schon vor 20 Jahren so,(siehe schw.Fussball,schon bei Junioren)

  • Contra Asyl Arbeitsloser Vater am 20.06.2016 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen keine Integration

    Wir müssen den eigenen Bürger helfen und Arbeit für unsere Bürger.

  • W.Schmid am 20.06.2016 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist genug

    Ich würde sofort aus einem solchen Verein austreten. Genug ist genug, wieso sollen sie unsere Landessprache lernen, wieso zur Schule, wieso wieso. Sobald einigermassen Frieden herrscht in ihrem Heimatland, ab nach Hause oder auf einem Quadratkilometer grossen Gelände internieren, bis sie freiwillig gehen. Es sind einfach genug, wo ich hingehe sehe ich diese fremden Gesichter, ich fühle im eigenen Land als Fremder. So kann es nicht weitergehen.

    • Pat Riot am 20.06.2016 16:44 Report Diesen Beitrag melden

      @W. Schmid

      Ach Sie armer. Überall fremde Gesichter? Was soll daran bitte schlimm sein? Ich kenne Sie auch nicht, aber würde nicht gleich zu jammern beginnen wenn Sie mir über den Weg laufen.

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