Katzen vergiftet

15. Juni 2014 14:38; Akt: 15.06.2014 14:52 Print

«Jeden Tag gibt es hier mehr tote Tiere»

Das Basler Veterinäramt hat bei drei toten Katzen Rückstände eines hochwirksamen Insektizids gefunden. Die Behörde geht davon aus, dass sie mit ausgelegten Ködern vergiftet wurden.

storybild

Nebst den getöteten Katzen sind im betroffenen Gebiet rund um die Landauerstrasse und den Landauerhofweg auch andere tote Tiere wie Füchse und Igel gefunden worden. (Bild: Screenshot Google Street View)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Tierquäler streut im Gebiet um den Landauerweg in Basel vergiftete Köder. «Damit hat er schon etwa neun Katzen getötet», sagt Nicole Winkler. Ihre Katze Watson war das erste Opfer vor rund drei Wochen. «Er hat es noch nach Hause geschafft, hatte aber schon Lähmungen und ist bald darauf grausig verendet», so Winkler. Inzwischen hole das Veterinäramt fast täglich tote Tiere ab, darunter Igel, Marder, einen Fuchs und verschiedene Vögel. «Jeden Tag gibt es mehr tote Tiere hier», klagt Winkler.

Das Basler Veterinäramt hat Proben genommen und bestätigt, dass ein «hochwirksames Insektizid» als Gift eingesetzt wurde. Nachdem dieser Verdacht aufgekommen war, seien die Kadaver toxikologisch untersucht worden. Ebenfalls analysiert worden ist ein gefundener Köder, der dasselbe Gift enthielt.

Angst um Kinder

«Das Schlimmste ist, dass wir den Täter kennen», so Winkler. Ein Schrebergarten-Besitzer unweit der Landauerstrasse stünde schon lange im Verdacht, Tiere zu quälen. «Ich bin mit der Polizei hingegangen und habe mit Insektizid präparierte Wurstscheiben gefunden.» Als Beweis reiche dies aber noch nicht aus, habe man ihr gesagt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Sonntag, dass man nicht aktiv geworden sei. Nun hätten viele in der Nachbarschaft Angst, auch um kleine Kinder.

Bereits dritte Serie

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Vergiftungsserie den Landauer heimsucht. Schon 2006 und 2011 kamen so mehrere Tiere um (20 Minuten berichtete). Betroffen war damals unter anderen Cindy Schütz – auch jetzt starb wieder eine ihrer Katzen. «Ich kann meine Katzen ja nicht einsperren.» Neben Katze Patricia vermisse sie zudem zwei Igel, die sie gefüttert hat.

Die Tiermediziner empfehlen den Anwohnern, gefundene tote Tiere nicht anzufassen. Dies gelte auch für Wurststücke und andere herumliegenden Essensreste. Nebst den getöteten Katzen sind im betroffenen Gebiet rund um die Landauerstrasse und den Landauerhofweg auch andere tote Tiere wie Füchse und Igel gefunden worden. Auch in diesen Fällen geht das Veterinäramt davon aus, dass sie von den ausgelegten Ködern vergiftet wurden.

(bro/huf)