Public Viewing

16. August 2016 05:55; Akt: 16.08.2016 05:55 Print

«Jeder ist doch ein Stück weit ein Gamer»

Es geht um Millionen von Dollar und die Ehre, sich zu den besten Spielern der Welt zählen zu dürfen. Ein Verein überträgt die «League of Legends»-Weltmeisterschaft im Basler Sommercasino.

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Das Turnier füllt jedes Jahr die grössten Hallen der Welt. 2016 findet die Weltmeisterschaft im Arena-Spiel «League of Legends», kurz LoL, im Staples Center in Los Angeles statt. Am 29. Oktober treffen im Final die besten Teams vor rund 18'000 Zuschauern aufeinander. Es winken Millionen-Preisgelder. Der Verein für Aufklärung über Internet und Spielkultur (Vaisk) organisiert zum zweiten Mal in Basel ein Public Viewing des Grossereignisses.

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Bereits im vergangenen Jahr lockte die Übertragung über 100 Menschen in die Kleinbasler Podium-Bar. «Am Ende mussten wir Leute wegweisen, so voll war es», erinnert sich Vaisk-Präsident Christian Schlauri. Dieses Jahr soll eine grössere Location her: Der von der Christoph-Merian-Stiftung und der Startup-Academy unterstützte Verein bringt den Live-Stream des Finals ins Basler Sommercasino. Zum ersten Mal gibt es einen Schweizerdeutschen Kommentar und das gleich vom LoL-Profi «Aspartem» vom Team mYinsanity.

27 Millionen Menschen täglich

Laut dem Entwicklerstudio Riot Games loggen sich jeden Tag über 27 Millionen Spieler bei LoL ein. Da das Spiel free-to-play ist, also von jedem gratis heruntergeladen und gespielt werden kann, ist die Eintrittsschwelle sehr niedrig. Die Lernkurve schnellt jedoch schnell nach oben. Das Game entpuppt sich schnell als hochstrategische Angelegenheit.

Zwei Teams von je fünf Spielern müssen die Eigenschaften ihrer Spielcharaktere nutzen, um den Kern in der gegnerischen Basis zu zerstören. Dabei gilt es, auch die eigene Basis zu schützen, sich mit gegnerischen Verteidigungstürmen auseinanderzusetzen, die eigenen Helden durch Gefechte zu entwickeln – ohne dass diese dabei sterben – und die Bemühungen des anderen Teams zunichte zu machen.

Begegnung schaffen

Für manche Menschen ist die Wettkampf-Faszination unverständlich. Andere leben sie mit ganzem Herzen. «Man taucht in die Welt ein, wie in einem Buch oder einem Film. Es ist eine Kunstform, die Menschen berührt», sagt Schlauri, der selber passionierter Gamer ist. Genau hier würde sein Verein ansetzen. Es gehe nicht nur um Games, sondern um die Begegnung mit der Spiel- und Internetkultur im Allgemeinen.

So betreibt er eine Anlaufstelle für Menschen, die sich informieren wollen. «Wir erklären Eltern, wie sie Computerspiele didaktisch sinnvoll nutzen oder ihre Kinder vor Pädophilen im Internet schützen können», so Schlauri. Zudem reparieren sie in Zusammenarbeit mit der Heilsarmee jeden Samstag kostenlos Computer im Brockino am Erasmusplatz. «Ohne Computer geht heute gar nichts. Eine Reparatur kann sich aber nicht jeder leisten.»

Eine lebendige Kultur – eine eigene Bar

«Basel hat eine sehr aktive, wenn auch versteckte Gaming-Community», sagt Schlauri. So sei die Schweiz allgemein ein einladendes Gamer-Land mit seiner guten Infrastruktur, hohem Wohlstand und niederschwelligem Zugang zu Kommunikationstechnologien.

Aus diesem Grund sei es das langfristige Ziel des Vereins, eine Bar in der Stadt zu eröffnen. In dieser sollen sich alle Bemühungen konzentrieren. Die geplante «ManaBar» soll sich als Treffpunkt für und mit Gamern etablieren und auch als Event-Plattform dienen. «Es gibt viele Events, aber keinen festen Treffpunkt in der ganzen Schweiz», sagt Tom Barylov (27). Er arbeitet an der gastronomischen Realisierung. «Der Bedarf ist definitiv da, nur das Angebot fehlt. Jeder ist doch ein Stück weit ein Gamer», so Schlauri.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Müller am 16.08.2016 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Super Sache! Weiter so die Herren!

  • DerKantonBerner am 16.08.2016 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lokal in Bern

    Super Aktion in Bern wäre dafür doch auch Platz..?

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  • Gamer am 16.08.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    es ist aber jeweils

    nur spannend, wenn man das Spiel gut kennt. Ich als lol Laie sehe keinen Unterschied, ob mein Kollege spielt oder ein Top Spieler.

Die neusten Leser-Kommentare

  • joker am 17.08.2016 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    es gamen nicht alle,ab ps der verleider

    ich habe die aller erste konsole in den 70gern über commodore bis amiga und von nes bis zum n64 gegamet, dann kamen ps und konsorten,obwohl ich mehre tausend spiele besass, habe ich nie wieder gespielt bis heute, ....weil diese neue art games mir zu realistische züge bekommen haben....

  • Lmw am 16.08.2016 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :)

    Tom kenn ich von der schule! Voll cool ;)

  • Ganer am 16.08.2016 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dota 2

    Wieso immer das Casual-Spiel LoL? Wieso nicht der grössere, komplexere und spannendere Bruder Dota 2? An den Internationals, die derzeit laufen, gibts sowieso mehr zu gewinnen als in den LoL-Meisterschaften. Dieses Jahr sind über 20 Millionen im Dota 2 Internationals Prizepool!

    • Fernando Studer am 16.08.2016 19:36 Report Diesen Beitrag melden

      ManaBar

      Die Community hat gesprochen. Dota 2 it is. Wann genau können wir nicht sagen, aber wir spielen seit längerer Zeit mit dem Gedanken Dota 2 wieder zu übertragen. Seit "The Summit" 2015 waren wir uns etwas unsicher, ob wir genug Nachfrage haben, denn wir haben schon einmal einen Event für Dota 2 gemacht mit der Spielhalle Oslo in Basel. Da waren leider nicht so viele Leute da. Trotzdem sind wir gerne bereit es erneut zu versuchen, mit mehr Werbung und mehr Planung.

    • Jonny B Good am 17.08.2016 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      LoL ist ganz ok

      DOTA 2 ist verglichen mit LoL halt ein Nischenspiel, da LoL eine fast 10x grössere Playerbase hat. In Bezug auf die Übertragung von Spielen ist LoL finanziell um ein vielfaches attraktiver, da das Zielpublikum entsprechend deutlich grösser ist. Spannender finde ich persönlich DOTA ebenfalls nicht, aber das ist geschmackssache...

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  • Gamer am 16.08.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    es ist aber jeweils

    nur spannend, wenn man das Spiel gut kennt. Ich als lol Laie sehe keinen Unterschied, ob mein Kollege spielt oder ein Top Spieler.

  • DerKantonBerner am 16.08.2016 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lokal in Bern

    Super Aktion in Bern wäre dafür doch auch Platz..?

    • DerKantonBasler am 16.08.2016 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Absolut

      Bern wäre geografisch gesehen natürlich absolut genial.

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