Candida auris

13. November 2019 12:20; Akt: 13.11.2019 13:10 Print

«Killerpilz» tötet jeden zweiten Patienten

Eine Infektion mit dem Pilz Candida auris endet für jeden zweiten Patienten tödlich. Das Unispital Basel betreibt einen hohen Aufwand, damit sich der Pilz nicht verbreitet.

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Als «Horrorpilz» oder sogar «Killerpilz» machte Candida auris schon international Schlagzeilen. Der multiresistente Hefepilz verbreitet sich rasant und überlebt auf Oberflächen Wochen bis sogar Monate. Bei bereits geschwächten Patienten greift er die inneren Organe und Atemwege an. Mehr als die Hälfte der infizierten Personen sterben. Der Pilz ist besonders für Spitäler eine Bedrohung.

Die Chance, dass der «Killerpilz» auch in Basel auftritt, sei durchaus gegeben, erklärt Andreas Widmer, Infektiologe und Chef der Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, gegenüber dem SRF-«Regionaljournal». Bisher trat der gefährliche Pilz bereits in einem Spital in Genf, St. Gallen und dem Wallis auf.

Risikopatienten aus Fernost

Besonders Patienten, die beispielsweise aus Thailand oder Indien zurückkämen und dort auf einer Intensivstation behandelt worden seien, gälten als Risikopatienten. Sie werden beim Eintritt ins Unispital systematisch auf Candida auris überprüft, damit sich der «Killerpilz» erst gar nicht in Basel ausbreiten kann.

Dieselbe Strategie wird auch beim Kantonsspital Baselland angewendet, wie Sebastian Wirz, Chef der dortigen Infektiologie und Spitalhygiene bestätigt.

Zimmer müssen bestrahlt werden

Eine mögliche Verbreitung des Pilzes versucht man am Spital mit grossem Aufwand zu verhindern. Jedes Jahr investiert es zwischen fünfzig- und hunderttausend Franken. «Wenn der Schaden mal da ist, haben wir wenig Chancen, ihn zu begrenzen», wird Widmer von SRF zitiert.

Unter anderem hat das Spital zwei spezielle Apparate angeschafft, die die Zimmer nach dem Aufenthalt befallener Patienten bestrahlen könnten. Dies sei nötig, weil der Pilz neben Menschen auch Gegenstände oder sogar ein ganzes Zimmer befalle.

In England kam es sogar so weit, dass ein Spital einen Boden herausreissen musste. «Ansonsten hätte man nicht mit Sicherheit sagen können, dass man den Pilz eliminieren konnte», begründet Widmer.

(mhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JetztReichts am 13.11.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll

    Für so etwas wichtiges könnte man auch ruhig mehr Geld inverstieren. Nicht in irgendwelche sinnlose projekte wie der EU 1 Milliarde für nichts schenken.

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  • Alset am 13.11.2019 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alarm

    Das sind die wahren Probleme unserer Zivilisation.

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  • Danke für den Pilz am 13.11.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Danke weltoffene und ach so moderne Gesellschaft, welche die ganze Welt bereisen muss. Aber die welche zu Hause bleiben sind ja die Ewiggestrigen, nicht wahr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • divinemothertree am 14.11.2019 02:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut erkannt, liebe Natur

    Wenns keine multiresistenten Bakterien sind, dann ist es halt Candida auris, der die Menschheit etwas dezimiert. Die Natur holt sich zum Glück ihr Gleichgewicht.

  • Desirée am 14.11.2019 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Essbare Pilze

    Dann kann man diese Pilze wahrscheinlich auch nicht essen.

  • Ganjaflash am 13.11.2019 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Urs Tupid am 13.11.2019 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bakterien Mentalität

    Und dann wundert man sich, war gewisse Leute sich weigern, anderen die Hand zu schütteln. Tja, die Schweizer sollen ihrer Tradition festhalten. Ich brauche das nicht.

    • Schüttelfrostschutz am 13.11.2019 23:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Lieber Urs

      Den Nichtschweizern sollen früher noch ganz andere Körperteile geschüttelt worden sein. Zum Gebrauch.

    • A.V am 14.11.2019 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schüttelfrostschutz

      Sorry hatte grad vor 2 Wochen so eine szene, wollte höfflich einem die Hand geben ruft er dazächlich über die ganze Tankstelle HARAM HARAM Tzzzzzz

    • Schüttelfrostschutz am 14.11.2019 00:20 Report Diesen Beitrag melden

      @ A.V

      Ich beiss' in Ihre Hand, Madame, ich denk' ich sei Ihr Hund... Grrrrrr

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  • Christian Duerig am 13.11.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CDL

    Chlordioxydlösung kann Infektionen mit diesem Pilz stoppen. CDL stoppt sogar Ebola ! YouTube hat Videos zum Herstellen von CDL. Dr. rer. nat. Hartmuth Fischer arbeitet am zuverlässigsten.