Basel

08. April 2019 16:51; Akt: 09.04.2019 10:12 Print

«Der Angriff des Hundes kostet mich 2782 Franken»

Bei einem Spaziergang in den Langen Erlen wird Hund Gipsy (6) von einem Kampfhund angegriffen und schwer verletzt. Vom Besitzer des Angreifers fehlt jede Spur.

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Es ist der 8. März, als ein Mann (32) mit seinem Hund Gipsy, einem Continental Bulldog, in den Langen Erlen spazieren geht: «Auf einmal kam ein unangeleinter, grauer American-Staffordshire-Terrier-Rüde zu meinem Hund gerannt. Beinahe sofort verbiss sich dieser in Gipsy», erinnert sich der 32-Jährige. Der Halter des Angreifers sei zu diesem Zeitpunkt ein ganzes Stück, etwa 15 bis 20 Meter entfernt gewesen.

Als dieser am Ort des Geschehens ankommt, blutet Gipsy bereits stark: «Der Staff hing noch immer an meinem Hund, doch der Besitzer machte sich wieder davon», erzählt der Mann. Schnell habe er die Entscheidung treffen müssen: «Bleibe ich bei meinem blutenden Hund oder verfolge ich den Besitzer?»

Der 32-Jährige habe daraufhin sofort die Polizei verständigt, welche die Tierambulanz vorbeischickte. «Diese fuhr uns sofort in die Tierklinik in Münchenstein. Dort wurde Gipsy notdürftig zusammengeflickt», sagt er und erzählt, dass die erste Operation bereits Kosten von 1082 Franken verursacht habe. Doch dabei blieb es nicht, wie der Mann sagt: «Bereits zwei Tage später war Gipsys Bein geschwollen und der Hund litt an Fieber. Wir mussten also wieder notfallmässig in die Klinik, wo eine zweite Operation nötig wurde.» Diese kostete den Halter mit 1700 Franken abermals eine ganze Stange Geld.

Besitzer entzieht sich Verantwortung

Auch einen Monat später sind die Folgen des Angriffs auf Gipsy für sein Herrchen spürbar. «Ich bringe Steckbriefe in den Langen Erlen an, in der Hoffnung, den Hundehalter ausfindig zu machen. Damit hoffe ich, nicht allein auf den Tierarztkosten von 2782 Franken sitzen zu bleiben», so der 32-Jährige.

Mahena Haizmann vom Tierschutzbund Basel zeigt sich vom Verhalten des Flüchtigen geschockt: «Ich kenne keinen solchen Fall, bei dem sich ein Hundebesitzer einfach aus dem Staub machte. Der einzige Grund, warum so ein Verhalten vorstellbar wäre, wäre die Angst des Besitzers vor den Massnahmen, die seinem Hund infolge des Angriffs drohen könnten. Jedoch hat ein Besitzer in jedem Fall Verantwortung zu übernehmen.»

Gipsy geht es wieder gut

Gipsy ist laut seinem Herrchen wieder wohlauf. Der Continental Bulldog habe jedoch auch Glück gehabt, sagt Haizmann: «Ein kleinerer Hund hätte einen solchen Angriff möglicherweise nicht überlebt.»

Dass Gipsy so schnell geholfen werden konnte, ist auch der Tierambulanz vom Tierschutzbund Basel zu verdanken. Diese ist nicht nur bei Unfällen zur Stelle, sondern auch dann, wenn Personen ihre eigenen Tiere nicht mehr zum Tierarzt bringen können. «Gerade wenn halterlose Tiere verunfallen oder verletzt sind, ist es wichtig, dass wir vor Ort und Stelle sind. Ausser uns rückt in so einem Fall eigentlich niemand aus», so Haizmann.

(jes)