Zukunftstag

08. November 2018 15:32; Akt: 08.11.2018 15:32 Print

Mit 25 Jahren landen viele wieder beim Berufsberater

Nach ein paar Jahren im Beruf wollen sich junge Erwachsene zunehmend neu orientieren oder weiterbilden: In Basel ist die Hälfte der Klienten der Berufsberatung über 25 Jahren alt.

Wo sehen sich Basler Berufsschüler in 10 Jahren und sind sie zufrieden mit ihrer Berufswahl? 20 Minuten hat sich umgehört. (Video: 20 Minuten)
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Bis 2045 werden rund 60 Prozent der Bevölkerung einen tertiären Bildungsabschluss aufweisen, also eine Hochschule oder höhere Berufsbildung genossen haben: Dies prognostiziert der aktuelle Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinatinsstelle für Bildungsforschung. In urbanen Zentren wie Basel-Stadt dürften dieser Anteil sogar signifikant höher sein.

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Die Berufs- und Laufbahnberatung ist nicht zuletzt deswegen mit immer mehr erwachsenen Ratsuchenden konfrontiert. Mittlerweile ist die Hälfte der rund 2000 Leute, die im Jahr eine Einzelberatung der BIZ Berufs- und Laufbahnberatung aufsuchen, über 25 Jahre alt. «Es ist typisch, dass man ein paar Jahre nach der Berufslehre zu uns kommt», sagt Lars Hering, Leiter der Basler Berufsberatung. «Viele können sich nicht vorstellen, den gleichen Beruf noch 30 Jahre lang zu machen oder fürchten gar, dass ihr Beruf ganz verschwindet, etwa wegen der Digitalisierung.»

Orientierung im Weiterbildungsdschungel

Man komme nicht mehr zur Beratung, um den Beruf fürs Leben zu finden, sagt Hering. Das Angebot für junge Berufsleute sei heute gross und zuweilen unübersichtlich. Lieber ein Fachausweis oder eine Fachschule? Oder mit der Berufsmatur im Sack doch lieber den akademischen Weg einschlagen? Bei Lehrabgängern steht vor allem das Thema Weiterbildung im Fokus. «Teilweise auch Verbunden mit der Frage nach der Finanzierung», wie er ausführt.

Praktika erleichtern Berufseinstieg

Neben jungen Berufsleuten nehmen auch Studienabgänger eine Laufbahnberatung in Anspruch, die in beiden Basel im Gegensatz zur übrigen Deutschschweiz kostenlos ist. Zum Beispiel Geistes- oder Sozialwissenschaftler, denen mangels konkreter Berufsbilder der Einstieg in die Arbeitswelt öfter schwer fällt. «Der Einstieg über Praktika ist häufig erfolgsversprechend», so Hering. Anders als in Deutschland könne man hierzulande aber nicht von der Generation Praktikum sprechen. Die Problematik sei dort viel verschärfter. Hering sagt aber auch: «Praktika sollten bewusst gewählt werden.»


Welche Rolle spielen Geschlechterstereotypen bei der Berufswahl? 20 Minuten hat sich an der Berufsmesse in Basel umgehört. (Archiv-Video 20 Minuten)

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Z. U. Früh am 08.11.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Jobwahl

    In meinen Augen ist es einfach zu früh, sich mit 16 bereits über seine Zukunft entscheiden zu müssen. Soll ich eine Schule besuchen oder eine Lehre machen? Falls ja, welche Lehre? Als junger Mann folgt darauf meist direkt die RS und wenn man erwachsen ist merkt man, dass das ausgesuchte doch nicht das ist, was man möchte.

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  • Frau Meier am 08.11.2018 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beruf

    Ging mir auch so. Mit 16 den falschen Beruf gewählt, halt auf die Eltern gehört. Nun dümple ich vor mich hin, Praktikum kommt nicht in Frage, zweite Lehre sowieso nicht, ich muss Rechnungen bezahlen. So bin ich am Sparen für eine berufsbegleitende Ausbildung, mal schauen wie lange das dauert.

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  • Dani am 08.11.2018 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Umentscheiden ist richtig

    Ich habe mich auch mit 25 nochmals neu orientiert, auch viele meiner früheren Kollegen. Kaum einer ist noch bei seiner ersten berufsausbildung geblieben. Ich rate euch auch an mit 40 noch eine Ausbildung zu machen wenn euch euer aktueller Job nicht mehr gefällt. Es sind noch immer 25 Jahre wo ihr unter Umständen in einem Job verbringen müsst, der euch gar nicht zusagt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lina am 09.11.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Durchhalte -Vermögen

    Die Jungen haben einfach kein Durchhaltevermögen mehr. Gleich ist alles zuviel und dümpeln vor sich hin. Reisen kann man eben erst wenn man etwas auf der Seite hat und nicht als Konsumtrottel durch die Welt geht. Und wer macht schon sein Leben lang dasselbe ausser Lehrer und Beamte.

  • Arbeitnehmer am 09.11.2018 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Weiterbildung...Nein

    Nun, ich halte nichts von diesem Weiterbildungswahn. Ich hatte schon diverse Arbeitgeber (gleiche Branche). Ich war von unten nach oben gekommen, dies ohne Weiterbildung. Ich verdiene sehr gut und habe meine Freizeit. Klar hatte ich eine Schule gemacht aber auch nur, weil ich weg von unten wollte. Aber wieso immer Weiterbilden? Ich kann mir gut vorstellen, viele machen Weiterbildungen im wissen ob sie diese überhaupt weiterbringt. Tja ich arbeite in einer Branche da ist das Fachwissen Goldwert und ich bin 35 Jahre alt. Ich habe Macht, gegenüber dem Arbeitgeber...dies ohne grösseren Hochschul..

    • Arbeitenehmerin am 09.11.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Arbeitnehmer

      Interessant wäre zu Wissen was Sie arbeiten.

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  • Tätsch Meischter am 09.11.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Der Berufsberater ist so ein Sinnloser Beruf wie ein Influencer.

  • mk am 08.11.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    umschulung

    Bin 50j und 30j sanitäre installationen ausgeführt und mich aus gesundheitlichen Gründen umschulen lassen zum Technischen Kaufmann.

  • ich am 08.11.2018 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jop

    ich würde auch gerne was anderes machen, aber nach 38 jahren an der kasse????

    • du? am 08.11.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ich

      Handelsschule, Handelsdiplom, uvm. Es gibt viele Möglichkeiten, aber man muss etwas ändern wollen. 38j an der Kasse ist nur eine Ausrede.

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