Farbangriff auf Katze

21. Mai 2019 16:52; Akt: 21.05.2019 17:30 Print

«Miggeli so zu sehen, bricht mir das Herz»

Katze Miggeli (13) kam in Biel-Benken BL mit farbigem Fell nach Hause. Ihre Besitzerin vermutet, dass ein Fremder die Katze von Kopf bis Pfoten mit wasserunlöslicher Farbe besprüht hatte.

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Sina Kunz war entsetzt, als ihre Katze Miggeli (13) am Samstagabend komplett in Gelb nach Hause kam: «Miggeli ist viel draussen. Als sie derart misshandelt heimkam, konnte ich es nicht fassen», erzählt die Katzenhalterin. Besonders tragisch: die 13-jährige Katze ist bereits gesundheitlich angeschlagen. In Kunz' Augen hat ein unbekannter Täter in Kauf genommen, dass das Tier diesen Schock nicht überlebt.

Auf Facebook startete Kunz bereits einen Zeugen-Aufruf. In der Gruppe Hundefreunde Baselland & Baselstadt postete sie den Vorfall, der in kürzester Zeit viele Reaktionen hervorrief: «Unglaublich», findet eine Userin, «was ist nur los?», fragt sich eine andere. Auch Kunz findet kaum Worte: «So etwas hätte ich hier in der Gegend nie erwartet», sagt sie gegenüber 20 Minuten. Sie ist sicher, dass ein Mensch hinter dem farbigen Fell ihrer Katze steckt.

Bewusst frontal mit Farbe besprüht

Für einen Tierquälerei-Akt spreche die Art und Weise, wie das Tier von Kopf bis Rücken mit wasserunlöslicher Farbe besprüht wurde: «Wäre Miggeli irgendwo hineingefallen, wäre ja ihr Unterbauch und die Pfoten ebenfalls voll mit Farbe. So wie sie am Samstag aber aussah, hat sie jemand frontal mit Farbe besprüht», so die Halterin.

«Wie es für die Katze weitergeht, ist unklar. Natürlich habe ich gleich am Samstag die Polizei sowie die Tierklinik in Münchenstein kontaktiert», erzählt Kunz. «Dann bin ich im Quartier herumgelaufen, um zu sehen, ob ich irgendwo Reste von gelber Farbe entdecke.»

Die Katze sei momentan komplett apathisch. Weil das Ausmass der Spray-Attacke derart prekär war, musste das Tier geschoren werden: «Das ist schlimm», so Kunz und fügt an, dass Miggeli wegen diverser Erkrankungen bereits sehr dünn ist: «Das Fell und die Schnurrhaare zu verlieren ist für sie sehr traumatisch. Sie so zu sehen, bricht mir das Herz».

Unterdessen gab es schlechte Neuigkeiten: einem Update im Facebook-Post vom Dienstagnachmittag zufolge liegt Miggeli im Sterben.

Baselbieter Polizei besitzt Kenntnis

Polizeisprecher Adrian Gaugler bestätigt, vom Vorfall Kenntnis zu haben. Kunz bleibt nun die Hoffnung, dass die Übeltäter gefasst werden: «Das Schlimmste ist, dass solche Leute danach ohne Konsequenzen draussen herumlaufen.»

(jes)