Pizzakurier klagt

08. Januar 2020 04:47; Akt: 08.01.2020 04:47 Print

«Müsste 15'000 Franken für Parkbussen zahlen»

Der Inhaber eines Basler Pizzalieferdiensts klagt über die prekäre Parkplatzsituation in der Stadt. Ausgerechnet vor seinem Geschäft wird er am meisten gebüsst.

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Ganze 15'000 Franken pro Jahr soll der Betreiber von Pizza Maestro an Parkbussen berappen müssen, berichtete die« Basler Zeitung». Die betreffende Pizzabäckerei liegt gleich beim Brückenkopf der Johanniterbrücke im Kleinbasel. Die Parkplätze sind rar. «Die sieben kostenpflichtigen Parkplätze zwischen Erasmusplatz und der Brücke sind natürlich meistens belegt», sagt Unternehmer Erol Palanci. Darum würden die Kuriere die Autos zeitweilig auf der gegenüber liegenden Seite halb aufs Trottoir abstellen. «Bis vor Kurzem war unsere Liegenschaft eine grosse Baustelle», sagt Palanci. Da habe die Polizei manchmal ein Auge zu gedrückt. «Seit das Gerüst weg ist, gab es aber mehrere Kontrollen.» Die Polizei habe meist kein Verständnis dafür, dass sie nur kurz halten. Toprak Yerguz, Mediensprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements kommentiert den Einzelfall nicht. «Grundsätzlich gelten Verkehrsregeln für alle», sagt er. «Polizisten können gemäss Oportunitätsprinzip aber von Bussen absehen und es bei einer Ermahnung belassen.» «Der Betrag ist eine Hochrechnung», sagt Palanci. Ausserdem würden sich die Kuriere die Geldbussen auch in den umliegenden Gemeiden einfangen. «Mein Vorgänger setzte ausschliesslich auf Roller. Wir liefern unsere Pizzen aber zum Beispiel bis nach Grellingen ins Baselbiet. Das geht nicht mit Elektrorollern», so Palanci. Palanci spielt mit dem Gedanken, seine Fahrzeugflotte anzupassen. «Vielleicht ersetzen wir vier Autos mit vier Rollern», sagt er. Denn auch zum Parkieren gäbe es im Quartier keinen Platz.

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Ganze 15'000 Franken pro Jahr soll der Basler Pizzalieferdienst Betreiber «Maestro» für Parkbussen berappen müssen, berichtet die «Basler Zeitung» (Bezahlartikel). Der Betrieb liegt gleich beim Brückenkopf der Johanniterbrücke im Kleinbasel, Parkplätze sind dort rar.

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«Die sieben kostenpflichtigen Parkplätze zwischen Erasmusplatz und der Brücke sind natürlich meistens belegt», sagt Geschäftsführer Erol Palanci. Die nächsten kostenlosen blauen Parkplätze liegen mehrere hundert Meter weiter in den Seitenstrassen des Unteren Kleinbasel.

Darum würden seine Kuriere die Autos zeitweilig gegenüber des Geschäftslokals teilweise auf dem Trottoir abstellen. «Bis vor Kurzem war unsere Liegenschaft eine grosse Baustelle», sagt Palanci. Da habe die Polizei manchmal ein Auge zu gedrückt. Seit das Gerüst weg ist, gebe es aber vermehrt Kontrollen. «Wenn das so weitergeht, müsste ich rund 15'000 Franken für Parkbussen budgetieren dieses Jahr», rechnet er vor.

«Diskutieren lohnt sich nicht»

Toprak Yerguz, Mediensprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements, kommentiert den Fall von Palanci nicht. «Grundsätzlich gelten die Verkehrsregeln zwar für alle», sagt er. «Polizisten können aber gemäss des Opportunitätsprinzips aber von einer Ordnungsbusse absehen und es bei einer Ermahnung belassen», so Yerguz. Mit der Kulanz war es im Falle von Palanci mit dem Ende der Baustelle aber augenscheinlich vorbei.

Die Polizei habe meist kein Verständnis dafür, dass sie nur für kurze Zeit dort stehen, um die nächste Lieferung abzuholen. «Aber wir diskutieren nicht. Das lohnt sich nicht», so der Arbeitgeber von zehn Mitarbeitern.

Passen Geschäftsmodell und -standort zusammen?

Obwohl Palanci bald 20 Jahre in der Branche tätig ist, operiert sein Pizza Maestro erst seit vergangenem Oktober von diesem Standort aus. Vorher war dort der Pizza Blitz, der nur die Stadt beliefert habe. «Mein Vorgänger setzte ausschliesslich auf Roller. Wir liefern unsere Pizzen aber zum Beispiel bis nach Grellingen ins Baselbiet. Das geht nicht mit Elektrorollern», so Palanci.

Er spielt nun mit dem Gedanken, seine Fahrzeugflotte anzupassen. «Vielleicht ersetzen wir vier Autos mit vier Rollern, die wir auf Stadtgebiet einsetzen», sagt er.

Politisch brisante Parkplatzdebatte

Palanci engagiert sich nun auch im Abstimmungskampf für die Verkehrsinitiativen des Basler Gewerbeverbands. Dieser setzt sich mit den beiden Volksinitiativen «Zämme fahre mir besser!» und «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer» gegen den Abbau von Parkplätzen in Basel-Stadt ein. Der Verband wirft der Regierung vor, sich mit dem Abbau von rund 2000 Parkplätzen auf der Allmend über den Volkswillen hinwegzusetzen. Abgestimmt wird über die Vorlagen am 9. Februar.

(obr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Don Pollo am 08.01.2020 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe das Problem nicht.

    Wenn ich mit mehreren Fahrzeugen Essen ausliefern möchte. Sollte ich mir nicht vorher überlegen, wie man diese in der unmittelbaren Nähe des Geschäfts parken kann? Ich verstehe nicht, warum man nachher jammert.

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  • Swiss ship yard am 08.01.2020 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Städte meiden

    Standort Stadt ist in der Schweiz falsch. Das ist die Konsequenz der "Verkehrspolitik". Den Handwerkern geht es nicht anders. Aufträge in der Stadt werden zum Spiessrutenlauf.

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  • Agglomeration AZ am 08.01.2020 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man wohnt und arbeitet....

    .... nicht in Basel. Und gut ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nino König am 08.01.2020 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berichtigung eines ehem. Kuriers

    Pizza Blitz hatte nicht nur Roller und belieferte Kunden auch nicht nur in der Stadt! Es gab regelmässig Lieferungen nach Muttenz, Pratteln und Co. Das Parkplatzproblem bestand damals schon. Die Lösung war denkbar einfach: Als Kurier musste ich die Busse selbst berappen - das gehörte quasi zum Berufsrisiko... Der Standort ist eigentlich ideal (und wird ja seit Jahrzehnten als Kurierdienstbasis genutzt), ein Gewerbeparkplatz vor der Haustür wäre nur logisch. Die Falschparkierer, die erwartungsgemäss regelmässig darauf parken würden, würden immer noch genug Geld in die Kasse spülen...

  • Daniel M. am 08.01.2020 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der ist selber Schuld,Private sind Opfer

    In diesem Fall wo Geschäfte eröffnet werden ohne nachzudenken habe ich keinen Mitleid mit solchen Leuten. Der wusste doch klar im voraus wo das Geschäft ist, dass er einen Kurierdienst führen will, und wie es mit den Parkplätzen aussieht. Viel schlimmer haben es da die normalen privaten Autofahrer und Anwohner, die von der linksgrünen Seite schikaniert werden. Es gibt da einen interessanten Blog auf Google Blogspot mit dem Namen "Fertig30"...

  • Leser am 08.01.2020 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Parkbusse

    Das wahr wahrscheinlich eine Teure Pizza bei so vielen Bussen

  • Veloblitz am 08.01.2020 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wärs mit Velo?

    Z. B. Uber eat. Und erst noch ohne Abgase.

  • Niedi am 08.01.2020 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Selber Schuld wer eine Firma an unmöglichem Standort eröffnet. Sich mal Überlegungen machen vor der Eröffnung spart das Geplärre in den Medien