Last-Minute-Steuererklärung

01. Oktober 2018 17:36; Akt: 01.10.2018 17:36 Print

«Mussten Briefkästen dreimal täglich leeren»

Auf den letzten Drücker haben rund 4000 Basler am Wochenende ihre Steuererklärung abgegeben. Der Briefkasten der Steuerverwaltung musste mehrmals entlastet werden.

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Rund 4000 Basler haben am Wochenende auf den letzten Drücker ihre Steuererklärung abgegeben. Ein Blick auf die aktuellste Steuerstatistik offenbart die Einkommens- und Vermögenssituation der Basler. Auffällig: Auf dem Reichenhügel Bruderholz kommt fast die Hälfte des Ertrags aus der Vermögenssteuer. Und die ärmsten Schlucker leben in Kleinhüningen. Der Median des Reineineinkommens bezeichnet den Wert, bei dem die Hälfte der Fälle grösser und die andere Häfte der Fälle kleiner ist. Er ist robust gegen statistische Ausreisser. Demnach ist die Einkommensverteilung in den Basler Quartieren relativ ausgeglichen. Ein ganz anderes Bild ergibt der Blick auf den Durchschnittswert. Hier schwingen die noblen Quartiere sowie die Gemeinden Riehen und Bettingen oben aus. Hier zeigt sich der Einfluss der Spitzenverdiener auf die Statistik. Die Spitzenverdiener mit einem Einkommen von über 200'000 Franken machen zwar nur einen sehr kleinen Teil der Veranlagungen (links) aus, haben aber einen gewichtigen Einfluss auf die Steuersumme (rechts). Noch extremer ist dieses Verhältnis bei der Vermögenssteuer. Die Vermögen von 2 Millionen Franken und mehr machen kaum 5 Prozent der Fälle aus, generieren aber mehr als rund 80 Prozent des Vermögenssteuerertrags. Die Wohlstandsrangliste der Basler Quartiere und Gemeinden wird auch bei dieser Statstik gewahrt. Die Spitzenplätze gehen an Riehen, Bruderholz und St. Alban. Ähnlich verhält es sich auch beim Vermögen. Hier ist der Median abgebildet. In den traditionellen Arbeiterquartieren des Kleinbasel ist kaum Vermögen vorhanden.

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Nur der Tod und Steuern sind gewiss, wusste schon Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA. Beides vermeidet der Mensch gerne so lange wie möglich. Für die Basler lief die maximale Prokrastinationsfrist für die Steuererklärung am Wochenende ab – und viele ­gaben ihre Unterlagen auf den letzten Drücker ab. Es waren sogar so viele, dass der Briefkasten des Finanzdepartements schier überquoll, wie ein Leser-Reporter beobachtete.

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«Aufgrund der Erfahrungen in den letzten Jahren hat die Steuerverwaltung die Briefkästen am Samstag und Sonntag je drei Mal geleert», erklärt Marc Enz, Leiter des Rechtsdienst der Basler Steuerverwaltung. Insgesamt seien rund 4000 Steuererklärungen eingegangen, was rund der drei Prozent der verschickten Exemplare entspreche.

Über 115 000 Personen sind in Basel-Stadt steuerpflichtig, wobei gut ein Viertel kein steuerbares Einkommen ausweist, wie aus der aktuellsten Steuerstatistik hervorgeht. Der Ertrag aus Einkommens- und Vermögenssteuern im Kanton betrug 2016 rund 1,4 Milliarden Franken. Eine Reihe interessanter Daten aus der Steuerstatistik finden Sie in der Bildstrecke.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pete G am 01.10.2018 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozialstaat Ahoi!

    Wow, ein Viertel hat kein Steuerbares Einkommen....? Kein Wunder arbeite ich jedes Jahr monatelang nur für die Steuern!

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  • Marko am 01.10.2018 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannende Zukunft für Basel

    Kann es kaum erwarten, um zu erfahren, wie es der schönes Stadt Basel (und Region) gehen wird, sobald Roche und Norvartis komplett weg sind. Wahrscheinlich können dann über 3/4 der Bevölkerung keine Steuern abdrücken.

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  • Lumpi am 01.10.2018 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das??

    Was ist kein steuerbares Einkommen??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 05.10.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anton61

    Ignoriert es doch einfach!!tzzz ich gebe doch keinen rappen ..

  • Rita am 05.10.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vacationes

    habt ihr Angst?Steuern Ignorieren & lasst euch einschätzen&ihr habt Ruhe....lebt euer Leben...

  • Kritiker am 03.10.2018 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Basel!

    Ihr habt wenigstens einen Briefkasten, das ist Service, hier heisst es auf der Anschrift einfach "Postfach XYZ" ... und "bitte ausreichend frankieren"!

  • Neumann am 02.10.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    Ich erkläre meine Steuern nie. Muss sowieso nichts bezahlen, wenn nichts vorhanden ist. Easy life!

  • Frau aus Zürich am 02.10.2018 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    März

    Ich verstehe das nicht; ich hab meine bereits im März eingereicht und bin auch mit den Zahlungen a jour. Sollte doch selbstverständlich sein.

    • Silvia am 02.10.2018 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      A Jour

      Da gebe ich Ihnen recht das wäre ich auch. Jedoch warte ich bis heute auf den definitiven Bescheid auf die von 2016 und 2017! Obschon ich diese rechtzeitig eingegeben habe. Daher ist das ganze sehr einseitig!

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