Rassismus-Vorwürfe

15. August 2018 05:47; Akt: 15.08.2018 11:22 Print

Facebookseite der Negro Rhygass gesperrt

Nach dem «Negro-Fescht» der gleichnamigen Kleinbasler Fasnachtsclique hagelt es Kritik an deren Namen. Bei der Beratungsstelle Stopp Rassismus laufen juristische Abklärungen.

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«Wie ist es möglich, dass ein solches Logo an einem Volksfest verwendet werden darf?», empört sich Leser-Reporter B. M.* (24) gegenüber 20 Minuten. Er sei schockiert gewesen, als er am Samstag das Plakat, das auf «E nätts Negro-Fescht» hinweist, gesehen habe. Die Fasnachtsclique Negro-Rhygass veranstaltete am vergangenen Wochenende wie in jedem Jahr das Fest in Basel.

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«Das Logo zeigt eine schwarze Person, die Trommeln schlägt. Das stellt ganz klar einen Sklaven aus der Kolonialzeit dar», erklärt der Medizinstudent aus Basel seine Aufregung. «Es geht nicht, dass so etwas an einem öffentlichen Fest verwendet wird.»

Facebook nimmt Seite vom Netz

«In der Vereinsgeschichte wird erwähnt, dass 1973 der Negro Clown als Kostüm entworfen wurde. Da dachte ich: Das wird ja immer schlimmer», sagt er. Er glaube nicht, dass es vom Verein rassistisch gemeint ist. «Aber es ist einfach nicht reflektiert. Gerade bei einer Veranstaltung im multikulturellen Kleinbasel kann ich das nicht verstehen. Es ist für mich unvorstellbar, dass das heute noch legal ist», sagt der 24-Jährige.

Letztes Jahr wurde die Basler Fasnacht zum Unesco Weltkulturerbe ernannt. «Ich glaube nicht, dass die Unesco Freude daran hätte», sagt B. M. Der Student hat eine Rassismusdebatte losgetreten. Auf Facebook und Instagram hagelt es nun Kritik am Auftritt des Vereins. Wir schreiben das Jahr 2018 und das ist purer Rassismus, kommentiert ein Facebook-User den Auftritt der Clique.

Die Facebook-Seite der Negro Rhygass wurde inzwischen von vom Netz genommen, nachdem bei Facebook mehrere Beschwerden eingegangen waren.

«Ähnliche Diskussion wie um den Mohrenkopf»

Bei der Nordwestschweizer Beratungsstelle «Stopp Rassismus» sind nach der Veranstaltung am vergangenen Wochenende Meldungen eingegangen. «Wir haben diesbezüglich auch einen Anruf vom Kanton erhalten. Es laufen jetzt Abklärungen, inwieweit da juristisch etwas zu machen ist. Bisher gibt es keinen vergleichbaren Fall», erklärt Johann Göttl, Jurist und Leiter der Beratungsstelle.

Unabhängig von der rechtlichen Beurteilung könne man sich fragen, ob die Verwendung des Begriffs «Neger» in der heutigen Zeit sinnvoll sei. Eigentlich bestehe ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Bezeichnung nicht mehr verwendet werden sollte, weil damit einer ganzen Gruppe von Menschen stereotype und negative Eigenschaften zugeordnet würden. «In der Zeit, als die Clique gegründet wurde und ihren Namen erhielt, wurde das anders beurteilt.

Die Clique scheint ihren Namen nicht in der Absicht zu verwenden, jemanden zu diskriminieren», sagt Göttl. «Ob Traditionen die Weiterverwendung des Begriffs legitimieren, ist umstritten. Eine ähnliche Diskussion wird auch um den Mohrenkopf geführt», sagt er.

Clique distanziert sich vom Rassismus

Dass es sich um einen tendenziell rassistischen Namen und ein tendenziell rassistisches Emblem handeln könnte, sei dem Verein seit der Mohrenkopf-Debatte bewusst. «Allerdings sehen wir keinen Handlungsbedarf, da sich Name und Emblem unseres Vereins nachweislich auf eine historisch nicht rassistische Begebenheit zurückführen lassen», sagt Niggi Schmieder, Obmann der Negro Rhygass.

«Unser Name existiert seit 1927 und von Rassismus aller Art distanzieren wir uns ausdrücklich.Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung aller Art aufs Schärfste», sagt Schmieder. Die Fasnacht sei Traditionsanlass und zu dieser Tradition gehöre auch die Name Negro Rhygass. Seit vielen Jahren sei der Verein Mitglied des Fasnachtscomites und des Dachverbandes der Gugge-IG. Nie sei der Name da ein Thema gewesen.

*Name der Redaktion bekannt.

(lb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unempörter am 15.08.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Empört über die Empörten

    Es ist an der Zeit, diesen gelangweilten Empörten keinerlei Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Ein Begriff, den die darunter subsummierten Menschen unter sich völlig problemlos und sehr häufig benutzen, kann unmöglich für Menschen, welche nicht dieser Ethnie angehören, ein Problem sein. Das ist reine neumodische übertriebene politische Korrektheit.

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  • Reflektierte am 15.08.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Deckmantel der Empörung

    Die Schweiz hat bald keine eigene Kultur mehr, weil man es jedem recht machen will und dabei seine eigenen Wurzeln vergisst. Ja, wir haben dazu gelernt und ein neuer Verein sollte sich besser einen anderen Namen geben, aber dass historisch überliefertes an die heutige Schneeflöckli-Kultur angepasst werden muss stösst mir sauer auf.

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  • Positive am 15.08.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Freude überall!

    Rassismus da, Sexismus dort? Den Leuten ist einfach zu langweilig und müssen überal negatives und schlechtes suchen! Traurige Gesellschaft. Wünsche noch einen schönen Tag.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Donna am 16.08.2018 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist total OK

    Genau auch wie die Bezeichnung "Mohrenkopf" für einen Mohrenkopf. Da schwingt nicht ein Hauch von Rassismus mit. Vielleicht gibt es ja anderswo Produkte die Bleich- oder Milchgesicht heissen. Das wäre genauso ok. Alles kein Problem.

  • Xena am 16.08.2018 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonst keine Probleme

    Wenn eine Frau halbnackt dargestellt wäre, würde sich keiner dran stören. Dann ist es in Ordnung, aber wenn Menschen afrikanischer Herkunft dargestellt sind, geht das Geschrei los. Ich möchte daran erinnern das es weitaus schlimmere Probleme gibt in Basel, angefangen bei der Kriminalität.

  • Baslerin am 16.08.2018 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Tzzzzz

    Hallo ? Es geht hier doch um die Fasnacht. Das ist unser Kulturgut.... Das ganze ist doch eine Frechheit (die Dame wohnt nicht mal in der Region Basel) und es gibt wohl wichtigeres auf der Welt als sich über den Namen einer Guggemuusig aufzuregen und eine Pedition zu starten. Ist da Jemand gelangweilt und hat nichts besseres zutun?

  • PeeWee am 16.08.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Macht alles nur schlimm und schlimmer

    Langsam reicht es, wenn immer alles politisch korrekt sein soll... hören wir damit auf und sind einfach Menschen und menschlich. Wer keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Kulturen und dem unterschiedlichen Aussehen der Menschen macht, dem fällt so etwas auch nicht negativ auf! Ich finde, indem man den Fokus ständig auf sowas richtet, kreiert man mehr Unterschiede. Als ich Kind war, war das alles kein Thema und es wäre mir auch als junge Erwachsen nie in den Sinn gekommen irgendein Unterschied zu machen! Ich hatte und habe Freunde aus allen Kulturen und aller Hautfarben. So what..?!

  • Cristina am 16.08.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Multikulti funktioniert nicht

    Menschen die sich unserer Kultur, dazu gehört auch die Fasnacht, nicht anpassen können, wollen usw. sollten sich überlegen ob sie ihren Lebensraum nicht dorthin verlegen können wo sie sich nicht anpassen müssen, wo sie keine Minderheit sind! Meine Multikultitoleranz ist am Ende angelangt! Ich kenne schwarze Menschen die stören sich nicht die Bohne an solchen Dingen