Mann aus Rhein gerettet

15. April 2019 21:17; Akt: 15.04.2019 21:17 Print

«Niemand tat etwas, da rannte ich los»

Ein 45-jähriger Mann stürzte am Montagmittag in Basel in den Rhein. Ein junger Basler Fotograf und seine beiden Kolleginnen retteten dem Mann das Leben.

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«Wir haben gerade Mittagspause am Rhein gemacht, als wir gesehen haben, wie der Mann ins Wasser stürzte», erzählt Jeton Shali. «Ihm fiel das Feuerzeug auf den Boden und als er sich danach bückte, fiel er kopfüber in den Rhein.» Es war kurz vor 13 Uhr, der Basler Fotograf und seine Kolleginnen Alba Staufenegger und Lorena Vega zögerten keine Sekunde und rannten los.

«Wir waren eigentlich ziemlich weit weg, aber niemand hat etwas gemacht», sagt der 28-Jährige. Als sie die Unglücksstelle auf Höhe des Hotel Krafft am Oberen Rheinweg erreichten, trieb der Mann bewusstlos im Rhein. Eine Kollegin stieg mitsamt den Schuhen ins knietiefe Wasser, die anderen blieben an Land, um ihn zu bergen. Jeton rief Passanten Anweisungen zu. «Du alarmierst den Rettungsdienst und du gehst im Restaurant Decken holen!»

In der Rekrutenschule hat der Sanitätsoldat gelernt, wie man sich in Notsituationen zu verhalten hat. Es sei wichtig, Leute direkt anzusprechen, sagt er.

«In der Mittagspause ein Menschenleben gerettet»

Kurz nachdem das Trio den Mann aus dem Wasser gezogen hatte, war er wieder ansprechbar. «Er hat geweint», erzählt Jeton. Die Sanität brachte den 45-Jährigen kurze Zeit später zur Kontrolle ins Universitätsspital. Das Sicherheitsdepartement bestätigte den Einsatz auf Anfrage. Sprecher Toprak Yerguz windet den Rettern ein Kränzchen: «Es ist super, dass man auch mal solche Geschichten erzählen kann.»

Hätten Jeton, Alba und Lorena nicht so couragiert reagiert, wäre daraus wohl die tragische Meldung eines Mannes geworden, der am Dienstagmittag im Rhein ertrunken ist. Das wollten die drei auf jeden Fall verhindern. «So haben wir in der Mittagspause gemeinsam ein Menschenleben gerettet», sagt Jeton.

«Die Gaffer habe ich fotografiert»

Die Rettung hat er mit Fotos dokumentiert, die aber erst entstanden sind, als die Situation unter Kontrolle und die Sanität vor Ort war. Ganz anders zahlreiche Gaffer, die während der Rettungsaktion ihre Handys zückten. «Ich habe ein paar von ihnen fotografiert und gedroht, die Bilder der Polizei zu übergeben. Da sind sie sofort verschwunden», erzählt er.

Die Bilder hat er auf Facebook veröffentlicht, wo er für seine Aktion viel Zuspruch erhielt. «Mega! Es sollte mehr solche Menschen geben auf der Welt.»

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rose am 16.04.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Team

    Da hat der Militärdienst sein Sinn erfüllt würde ich sagen. Sonst hätte der junge Mann vielleicht nicht solche Befehle erteilt. Bravo Euch beiden. Die Gaffer sollten sich schämen und hoffen nicht in dieselbe Lage zu kommen

  • Tösstaler am 16.04.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlich

    Bravo Jeton Shali, sehr gut reagiert! Also war Ihre Ausbildung als Sanitätssoldat nicht für die Katze wie viele Leute immer glauben!

  • Mitch Baywatch am 16.04.2019 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Herr Shali hat eine Anerkennung als Lebensretter verdient. Zudem beweist es, dass man in der Armee durchaus auch Sinnvolles lernen kann. Gaffer bzw. sogenannte Leserreporter sind ein riesen Problem - gut hat er diese auch fotografiert. Ich hoffe dem Geretteten geht es wieder besser.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini am 18.04.2019 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke den drei RetterInnen :)!

    Vielen Dank den drei mutigen HelferInnen für Ihr geistesgegenwärtiges Handeln und Eingreifen :)! Super, ihnen gehört mein grösster Respekt und Dank für so viel Zivilcourage :)! Da kann sich manch einer eine grosse, dicke Scheibe abschneiden. Die blöden Gaffer, die nur feige danebenstanden und zusahen statt zu helfen, gehören endlich mit Geldbussen und sozialen Einsätzen hart bestraft! Denn unterlassene Hilfeleistung ist ein Kavaliersdelikt und muss geahndet werden!

  • Sybille Knz am 16.04.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Anerkennung nur für den Mann?

    Und was ist mit den zwei Frauen? Die waren für die Rettungsaktion ebenso wichtig!

  • Pack Man am 16.04.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm,..

    Wir können alle Helden sein-legt nur mal das handy bei Seite!;)

  • Anonym am 16.04.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    .....

    Ich möchte mich gerne bedanken... Meine Situation ist nicht einfach im Moment. 0786390075 ist meine Nummer. Sogar mein Handy hab ich dank Euch. Ich hatte ein F.C.B Jacke an

  • Nothelfer am 16.04.2019 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Aktion

    Danke an die Retter. Tolle Reaktion. Ist wie man liest den Gaffern leider nicht in den Sinn gekommen Hilfe zu leisten.