Mit Gebell

28. März 2019 11:55; Akt: 28.03.2019 13:10 Print

«Chess schlug Bancomat-Räuber in die Flucht»

In der Nacht auf Donnerstag versuchten drei Männer, den Bancomaten in Kleinlützel SO zu knacken. Doch Rottweiler Chess vereitelte den Raubversuch.

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Das Frauchen von Rottweiler Chess ist stolz: «Er hat heute Nacht einen Bancomat-Raub verhindert», sagt sie gegenüber 20 Minuten. Die 58-Jährige wohnt mit ihrem Mann und dem Hund direkt über der Raiffeisen-Filiale im solothurnischen Kleinlützel. Am 28. März erwachte ihr Hund gegen 2.50 Uhr morgens wegen einem ungewöhnlichen Geräusch. «Es ist sehr hellhörig bei uns und hörte sich an, als ob eine Glasscheibe langsam eingedrückt wird», erzählt die Frau am Tag drauf.

Der siebenjährige Chess sei zum Wohnzimmerfenster gelaufen, unter dem sich ein Bancomat befindet. «Ich sah drei komplett vermummte Männer, die mit einer überdimensionalen Schere versuchten, den Automaten herauszuschneiden.» Vermutlich handelte es sich beim Werkzeug um einen Bolzenschneider. Augenblicklich habe sie die Polizei informiert, dass sie Zeugin eines Raubes sei.

«Wir sind ein super Team»

«Wir haben keinen Polizeiposten im Dorf. Es dauerte eine Weile, bis die Polizisten bei uns eintrafen», sagt sie. Während sie telefonierte, habe ihr Mann die Szene aus dem Fenster gefilmt und Chess habe laut gebellt: «Wir sind ein super Team», so die Frau. Die Räuber hätten Chess gehört und es mit der Angst bekommen. Dsa Trio sei sofort ins Auto gesprungen und geflüchtet.

Sie ist sich sicher: «Hätte Chess die Räuber nicht vertrieben, hätten sie den Bancomaten aufgebrochen. Das waren richtige Profis.»

Bereits im Oktober 2016 war es Tätern an exakt der selben Stelle gelungen, 10'000 Franken aus dem aufgebrochenen Bancomaten zu stehlen. «Damals haben sie alles ausgeräumt», erzählt die Halterin des Rottweilers. Sie vermutet, dass es die selben Täter waren, die es nochmal probieren wollten.

Kinderlieber Hund

Am Morgen nach dem Raub-Versuch durfte sich Chess auf einem langen Spaziergang von der verrückten Nacht erholen. «Er ist ein unglaublich lieber Hund, der Kinder liebt und es nicht mag, wenn Leute zu viel Alkohol getrunken haben», lobt das Frauchen. Ihr liege es am Herzen, dass die Gesellschaft realisiere, dass Rottweiler keine problematischen Hunde seien, die nur für negative Schlagzeilen sorgten.

Bruno Gribi, Sprecher der Kapo Solothurn, hat Kenntnis von dem Vorfall. «Die Täterschaft flüchtete kurz vor 3 Uhr Richtung französische Grenze, nachdem sie einen Hund gehört hat», bestätigt er. Den angerichteten Schaden könne er noch nicht beziffern.

(jd)