Basel

24. März 2019 14:54; Akt: 24.03.2019 15:53 Print

Polizei löste illegale Party mit Tränengas auf

Am frühen Sonntagmorgen räumte die Polizei eine illegale Party in Basel und setzte dabei Reizgas ein. Beide Seiten geben sich nun Schuld an der Eskalation.

Die Polizei räumte eine illegale Party auf dem Gleisfeld im Lyssbüchel. (Video: privat)
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In der Nacht auf Sonntag fand auf dem Gleisfeld im Lysbüchel, einem Industrieareal im Nordwesten von Basel, eine illegale Party statt. Rund 400 Gäste feierten nach Angaben von Lesern vor Ort. «Die Party verlief friedlich», so ein Leser-Reporter zu 20 Minuten. Bis die Polizei gekommen sei.

Die Ordnungshüter lösten die Party gegen 2 Uhr morgens auf und räumten das Gelände. Partygäste sind über das Vorgehen der Polizei schockiert: «Ohne Vorwarnung schoss die Polizei mit Tränengas», berichtet ein Augenzeuge. Die Polizei widerspricht dieser Darstellung: Man habe die Feiernden zwei Mal abgemahnt, sich von den Geleisen und Waggons zu entfernen. Als Partygäste diese Aufforderung mit dem Werfen von Schottersteinen quittierten, setzte die Polizei «kurz und gezielt» Reizstoff ein, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst.

«Die Gäste waren schockiert, denn die Polizei setzte ungefähr sieben Tränengasbomben und Lichtfeuer ein», berichtet ein Leser. Er hatte die Party verlassen, bevor die Situation eskalierte. Von Kollegen habe er aber im Nachhinein erfahren, dass panische Stimmung herrschte. Videos, die den Polizeieinsatz zeigen, kursierten auch auf sozialen Medien.

Zugverkehr unterbrochen

Aufmerksam auf die illegale Party wurde die Polizei durch eine Meldung, die kurz vor ein Uhr auf der Einsatzzentrale eingegangen war. Vor Ort trafen die Beamten Partygäste, die auf den Wagons herumkletterten und auf den Geleisen liefen. Zudem zündeten einzelne Feiernde Petarden an. Aus Sicherheitsgründen musste der Zugverkehr in der Folge während rund zwei Stunden unterbrochen werden. Die Polizei war bis kurz vor sechs Uhr morgens im Einsatz.

(mis)