Waghalsiger Sprung in den Rhein

21. August 2019 04:48; Akt: 21.08.2019 05:37 Print

«Richtet alle Kameras auf mich, ich mach jetzt was»

Mit seinem Stunt überraschte der britische Parkour-Pro Toby Segar sogar seine Kollegen. Der Basler Weltklasse-Traceur Christian Harmat war dabei und berichtet.

Das Parkour-Team Storror filmte seine Stunts in Basel: Drew Taylor sprang noch indirekt ins Wasser, Toby Segar wählte den direkten Weg. Segar bewies seine Schnelligkeit und Sprungkraft dann auch noch auf dem Theaterplatz (Video: Storrors)
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«Selbst ich als Parkoursportler finde den Stunt sehr krass. Es sieht ziemlich geil aus», sagt Christian Harmat über den waghalsigen Sprung des englischen Parcours-Profis Toby Segar. Auch gestandene Parkour-Profis, wie der Basler Harmat, selbst mehrfacher Weltmeister und Ninja-Warrior-Finalist, sind beeindruckt.

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«Warum seid ihr nicht schon lange auf die Idee gekommen?», fragte Toby Segar seinen Basler Parkour-Kollegen Christian Harmat. Der mehrfache Weltmeister aus Basel erklärte dem Engländer, dass Brückenspringen in Basel mit 100 Franken gebüsst wird. «Da überlegt man sich schon, ob man das wirklich tut», so Harmat.

An der Stelle im Rhein, an der das Video aufgenommen wurde, wird man zwar nicht gebüsst, jedoch sei das Schwimmen am Landungssteg der Schifffahrt nicht zu empfehlen, sagt Toprak Yerguz, Sprecher der Basler Kantonspolizei, auf Anfrage. Hindernisse im Wasser erschwerten das Schwimmen und es fehle an geeigneten Ausstiegsmöglichkeiten, was die Unfallgefahr erhöhe.

«Segar hätte sich einen Stolperer erlauben können»

Was im Videos vielleicht nach genauster Millimeter-Arbeit aussieht, war in Wirklichkeit eine spontane Aktion. «Plötzlich meinte Toby, wir sollen alle Kameras auf ihn richten, er würde jetzt etwas tun. Nicht mal seine Kollegen wussten davon, sie rechneten damit, dass er von der Mauer springen würde.», sagt Harmat, der den Sprung in den Rhein live miterlebte.

Die «Storrors», unter diesem Namen firmieren Toby Segar und sein Team, seien aber schon tiefer gesprungen. Vor etwa fünf Jahren seien sie von der Mittleren Brücke auf ein Transportschiff gesprungen, das Sand geladen hatte.

«Toby ist bekannt dafür, dass er schnell sprinten kann. Selbst wenn er beim Anlauf holen gestolpert wäre, hätte er es in den Rhein geschafft», ist Harmat überzeugt. Der 28-Jährige sieht den Sprung nicht als Herausforderung, sondern als Motivation: «Spontan möchte ich sicher auch mal einen ähnlichen Stunt machen, aber natürlich nicht denselben, der ist jetzt gemacht.»

Polizei warnt Nachahmer

Obschon Toby Segar mit dem Sprung nichts Verbotenes gemacht hat, warnt die Polizei vor solchen Stunts. «Im vorliegenden Fall hat ein erfahrener Sportler einen geglückten Sprung gezeigt», sagt Sprecher Yerguz. Im Internet seien massenhaft spektakuläre Bilder und Videos zu finden. Wesentlich seltener würden jedoch Videos geteilt, in welchen ein Stunt misslingt und im Spital endet.

Das solle man auch bedenken, wenn man solche Videos teilt, gerade in Anbetracht der Gefahr, Nachahmer auf den Plan zu rufen. Die Gefahr liege darin, sich gegenseitig übertrumpfen zu wollen. Deshalb warnt Yerguz: «Bitte nicht nachmachen – vor allem nicht aus einer bierseligen Laune heraus.»


So gefährlich war der Sprung in den Rhein. (Video: 20 Minuten)

(mhu)