Schwimmer gerettet

27. Juni 2019 04:43; Akt: 27.06.2019 08:32 Print

«Bad im Rhein sollte man sich zweimal überlegen»

Zwei Schwimmer mussten am Dienstag in Basel aus dem Rhein gerettet werden. Laut SLRG ist der Fluss momentan auch für geübte Schwimmer gefährlich.

Ein Leser filmte die dramatische Rettung zweier in Not geratener Schwimmer am Dienstagabend beim Schiffanleger St. Johann. (Video: Leser-Reporter)
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Zwei in Not geratene Rheinschwimmer sorgten am Dienstagabend beim Schiffanleger St. Johann in Basel für dramatische Szenen.
«Ich sah, wie zwei bis drei Helfer vergebens versuchten, die beiden um Hilfe schreienden Schwimmer mithilfe von Rettungsringen aus dem Rhein zu ziehen», erzählt ein Augenzeuge.

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Die beiden Schwimmer, ein Mann (43) und eine Frau (45), waren zuvor von der Strömung des Rheins erfasst, und zu einem Schiffsanleger in Höhe des St. Johanns-Tors auf der Grossbasler-Seite gespült worden. Die Berufsfeuerwehr konnte die beiden schliesslich retten. Die Aktion wurde von einem Leser auf Video festgehalten. Ausser einer Unterkühlung erlitten sie keine Verletzungen.

Weiter kam es am Mittwochabend, 26. Juni zu einem Zwischenfall auf dem Rhein, der eine grossangelegte Suchaktion durch Feuerwehr, Polizei und Grenzwache nach sich zog. Laut Medienmitteilung der Behörden war eine Person bei der Dreirosenbrücke in den Rhein gestiegen und sofort im Wasser verschwunden. Trotz 50-minütiger Suche konnte die Person nicht gefunden werden.

Starke Strömung wegen Hochwasser

Der Rhein ist gerade jetzt, da es so heiss ist, eine verlockende Abkühlung. Aber wegen Hochwassers, der Pegel war am Mittwoch noch bei mehr als 5,6 Metern, auch besonders gefährlich. «Durch die grössere Wassermenge gibt es eine starke Strömung. Mit bis zu zwei Metern pro Sekunde ist man im Rhein sehr schnell unterwegs», sagt Christian Senn, Präsident der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Sektion Basel.

Die Ertrinkungsstatistik der SLRG zeigt, dass im vergangenen Jahr schweizweit 14 Personen, darunter auch ein Kind, in Flüssen ertrunken sind.

Besonders starke Strömungen bergen Risiken. So komme es laut Senn vor, dass Schwimmer die letzte Austrittsstelle schlichtweg verpassen, oder sie wegen des hohen Wasserstandes nicht früh genug erkennen. Genau das dürfte den beiden Schwimmern am Dienstagabend auch beinahe zum Verhängnis geworden sein. «Das grösste Risiko ist die Selbstüberschätzung der Rhein-Schwimmer», sagt Senn. In Kombination mit verschiedenen Wetter- und Wasserbedingungen berge das grosse Gefahren.

Gefahr unter der Wasseroberfläche

Doch nicht nur die Strömung kann beim spontanen Feierabend-Schwumm zum Problem werden. Auch Objekte, die sich unter der Wasseroberfläche befinden, bergen ein Verletzungsrisiko, wie Senn betont: «Beispielsweise wurden zwischen Schwarzwald- und Wettsteinbrücke in den letzten Monaten der Uferbereich neu gestaltet. Die grossen Steine, die dort platziert wurden, sieht man bei hohem Wasserstand kaum.»

Nur sehr gute Schwimmer gehören in den Rhein

Grundsätzlich gilt also, dass man es sich zweimal überlegen sollte,
ob man bei diesen Bedingungen schwimmen geht. Auch sollte man sich dafür eine geeignete Stelle suchen und sich beispielsweise an der Bachab-Karte orientieren. Senn mahnt aber, dass zurzeit nur gute bis sehr gute Schwimmer in den Rhein steigen sollten.

(jes)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg Weingärtner am 27.06.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wickelfisch als Schwimmhilfe

    Wickelfisch als Schwimmhilfe für NichtschwimmerInnen. Die meisten Leute im Rhein können kaum schwimmen. Ich habe auch schon dreimal Menschen aus dem Rhein gerettet. Sie haben keine Ahnung, und Schwimmhilfen sind ja verboten. Seit es aber diese bunten, riesigen Wickelfische gibt, mit denen alle zeigen können, dass auch sie in den Rhein gehen, benutzen diese viele als "versteckte" Schwimmhilfe, was zu mehr Unfällen führt. Andererseits gehören Unfälle nun mal zum Schwimmen in Naturgewässern.

  • Lea am 27.06.2019 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Noch zuviel Wasser

    Der Rhein wird völlig unterschätzt und das "Rhein-springen" / Schwimmen zum Trend in Basel. Nicht nur bei den jungen Leuten. Es wird von allen unterschätzt.

  • Norma am 27.06.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    von der Strömung erfasst....

    Echt jetzt? - Und das in einem Fluss? Logisch hat der Rhein Strömung! Abgesehen davon, sind die 2 wohl in Panik geraten.Unterhalb der Anlegestelle kann man noch locker raus. Das ist der Vorteil vom Rhein. Solange man nicht ins Schwimmsperrgebiet des Hafens gelangt , kann man praktisch überall gut raus. Der Mann der nicht mehr gefunden wurde tut mir wirklich leid - aber unterhalb der Dreirosenbrücke muss ein Ortsunkundiger nicht mehr ins Wasser - ist auch so markiert. Da kommt bald das Schwimmverbot wegen dem Hafen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Weingärtner am 27.06.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wickelfisch als Schwimmhilfe

    Wickelfisch als Schwimmhilfe für NichtschwimmerInnen. Die meisten Leute im Rhein können kaum schwimmen. Ich habe auch schon dreimal Menschen aus dem Rhein gerettet. Sie haben keine Ahnung, und Schwimmhilfen sind ja verboten. Seit es aber diese bunten, riesigen Wickelfische gibt, mit denen alle zeigen können, dass auch sie in den Rhein gehen, benutzen diese viele als "versteckte" Schwimmhilfe, was zu mehr Unfällen führt. Andererseits gehören Unfälle nun mal zum Schwimmen in Naturgewässern.

  • Norma am 27.06.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    von der Strömung erfasst....

    Echt jetzt? - Und das in einem Fluss? Logisch hat der Rhein Strömung! Abgesehen davon, sind die 2 wohl in Panik geraten.Unterhalb der Anlegestelle kann man noch locker raus. Das ist der Vorteil vom Rhein. Solange man nicht ins Schwimmsperrgebiet des Hafens gelangt , kann man praktisch überall gut raus. Der Mann der nicht mehr gefunden wurde tut mir wirklich leid - aber unterhalb der Dreirosenbrücke muss ein Ortsunkundiger nicht mehr ins Wasser - ist auch so markiert. Da kommt bald das Schwimmverbot wegen dem Hafen.

  • Beat burgener am 27.06.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Starke Strömung im Rhein? Der Fluss steht fast still. Die Basler sollten mal in die Aare zwischen Thun und Bern gehen, das ist Strömung :)

  • Werner Zumbühl am 27.06.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Info App für Rheinschwimmer

    Oder sich einfach mal die Bachapp herunterladen. Da stehen etliche Informationen drin, die nützlich sind wie z.B. Temparatur im Rhein, Wasserstand oder Schwimmregeln.

  • Cihocast am 27.06.2019 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Badi....

    Nicht alle Gewässer eignen sich für Landratten, welche nur im heimischen Planschbecken Schwimmen geübt haben. Habe in meiner Zeit bei der Rettungswacht genug solcher Typen aus dem Wasser gezogen....