Im Wald gefunden

02. März 2018 05:47; Akt: 02.03.2018 05:47 Print

Was trieb Findelhündin 70 km von Biel nach Liestal?

Eine regelrechte Odyssee hat ein Labradormischling hinter sich. Mindestens 70 Kilometer legte die Hündin in den letzten Tagen zurück, bevor man sie auf einem kalten Waldboden fand.

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Müde, hungrig und geschwächt rollte sich die Hündin, die in den letzten Tagen mindestens 70 Kilometer zurückgelegt haben muss, auf dem frostigen Waldboden in Lampenberg zusammen. Nur drei Tage vorher war die goldene Labradormischling-Dame mit grünem Halsband noch in der Nähe von Biel gesehen worden.

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Eine aufmerksame Passantin sah das erschöpfte Tier am gestrigen Mittwoch beim Waldspaziergang Richtung Bubendorf. Sie schaffte es, das Vertrauen der abgemagerten Hündin zu gewinnen und sie an die Leine zu nehmen. Dann brachte sie das Tier in die nahe gelegene Kleintierklinik Klaus in Liestal. «Sie lag eingerollt auf dem frostigen Waldboden», erzählt Melanie Tukker, Praxisassistentin der Kleintierklinik Klaus.

«Leider nicht gechippt»

«Wir haben sie klinisch untersucht und Blut abgenommen. Es geht ihr soweit gut, sie ist aber leider nicht gechippt», so Tukker. Ausserdem sei sie sehr hungrig gewesen und habe sehr viel fressen wollen. Eine Pflegerin taufte das Findelkind spontan auf den Namen Tiara.

Ein Welpe sei sie aber nicht mehr. Auf zehn Jahre oder älter wird die Seniorin mit den grossen braunen Augen geschätzt. Sie sei lieb und zutraulich. «Viel mehr können wir noch nicht über sie sagen, da sie erst seit kurzem da ist und sehr viel schläft», sagt Tukker.

70 Kilometer in drei Tagen zurückgelegt

Via Facebook startete die Tierklinik die Suche nach den Besitzern. Die Fundmeldung von Tiara wurde am Donnerstag über 2000 Mal geteilt.

Zwei Personen meldeten sich, die die Hündin unabhängig voneinander in der Nähe von Biel gesehen haben wollen. Eine von ihnen schaffte es auch, sie zu fotografieren – das war vergangenen Sonntag in Pieterlen. Der Vierbeiner muss in den folgenden Tagen also rund 70 Kilometer über die östliche Jurakette nach Liestal gelaufen sein. «Die Tortur hat sie sehr erschöpft. Gerade bei der Kälte der letzten Tage muss der Marsch von Biel nach Liestal ziemlich strapaziös gewesen sein», erklärt Tukker.

Woher stammt Tiara?

Bei der Polizei habe man sie bereits als Fundtier gemeldet, so auch bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale. Weil Tiara aber vermutlich nicht aus der Gegend stammt, gestaltet sich die Suche nun schwierig.

Wer Hinweise auf die Herkunft der Labrador-Hündin hat, möge sich direkt bei der Kleintierklinik Klaus (Telefonnummer 061 921 66 66) oder bei einer anderen offiziellen Stelle melden (Polizei, Tierheime, etc.).


(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cleo am 02.03.2018 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Alles Liebe und Gute Tiara. Hoffe du findest dein Zuhause und das du in freudige, liebevolle Hände kommst Machs gut

  • Rafa am 02.03.2018 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Noch einer

    Ach wie süss die kleine ist. Wenn sie niemand wieder will, wäre es eine überlegung wert, sie versteht sich sicher toll mit unserem Hund =)

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  • Frauchen am 02.03.2018 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mikrochip

    Bitte lasst eure Hunde chippen! Dieser "kleine" Picks als Welpe vergessen sie - zum Glück :) - schon nach wenigen Sekunden... mir hat es wohl selber mehr geschmerzt es mitanzusehen als es tatsächlich für den Kleinen war) Aber wenn der Hund nicht seinem Herrchen/Frauchen zugeordnet werden kann in Fällen wie diesem ist es doch für beide Seiten sehr traurig... Ich hoffe, dass das Zuhause von Tiara bald gefunden werden kann :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau am 03.03.2018 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Aufruf

    Ich habe Gestern Kondakt mit der Tierklinik die die Fellnase aufgenommen hat. Der Kleinen geht es soweit gut, sollte sich der Besitzer nicht melden werden sie einen Platz für die Kleine suchen. Tierarzt-Kosten sind bis anhin nicht entstanden. Die Mitarbeiter dieser Klinik sind sehr kompetent und freundlich. Ein grosses Dankeschön an all den Helfer die sich für die Tiere einsetzen.

  • Lilly Lilly am 02.03.2018 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    ....vielleicht aus dem Elsass

    Gibt es in der Schweiz überhaupt noch ungechipte Hunde? Für die Anmeldung auf der Gemeinde bracht es doch die Chipnummer. Ich würde die Suche nach dem Besitzer ins Elsass ausdehnen.

  • Kaki am 02.03.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig normale Distanz

    Ein entlaufener Hund legt proTag 10bis 15 km zurück

  • Tiara am 02.03.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Pieterlen

    Bin glücklich & froh , dass sie jemand gefunden hat ... seit Sonntagmorgen machte ich mir Sorgen um diese Hündin ... ((: Danke der Nachbarin , die meine Fotos auf Facebook veröffentlich hat

  • Mischi am 02.03.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Danke liebe Finderin

    Ganz lieben Dank der unbekannten Finderin, dass sie nicht achtlos an dem Hund vorbeigegangen ist und ihn einfach seinem Schicksal überlassen hat!!! Toll, dass sie sich die Zeit genommen hat und ihn zum Tierarzt gebracht hat. Nicht selbstverständlich in dieser Zeit.