Polizeieinsatz in Katzenheim

20. August 2019 11:57; Akt: 20.08.2019 11:57 Print

«Sie wollen das Katzenasyl zugrunde richten»

Die Polizei durchsuchte eine private Katzenauffang-Station in Buckten BL und nahm angeschlagene Tiere mit. Unterstützer vermuten ein Komplott.

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Anfang August fuhren Polizisten beim Katzenasyl «Zur letzten Zuflucht» in Buckten BL vor. Die Staatsanwaltschaft Baselland ermittelt laut der «Redaktion Tamedia» wegen Verdachts auf Tierrechtsverstösse, Betrug und Veruntreuung. Einige Büsis wurden beschlagnahmt. Kantonstierarzt Thomas Bürge möchte sich zu dem Fall nicht äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. «Wir setzen alles daran, dass es den Katzen gut geht», sagt er auf Nachfrage.

Der 69-jährige Günther Weber, der das Heim 1987 als Einmann-Betrieb gründete und zeitweise bis zu 120 Katzen beherbergte, steht in der öffentlichen Kritik. «Die Katzen dort haben es überhaupt nicht schön», schreibt ein Leser. Er prangert an, dass die Unterkunft nicht katzenfreundlich sei. «Das Gelände sieht aus wie der Bärengraben in Bern, alles Beton», schreibt er 20 Minuten.

Asyl wird nur mit Spenden betrieben

Webers Unterstützer sehen das anders. Nach der Hausdurchsuchung hagelte es auf seiner Facebook-Seite aufmunternde Kommentare. Er habe ein riesen Herz für Tiere und würde sein letztes Hemd für seine Katzen Opfern, lautet der O-Ton. Als einzige Institution in der Umgebung würde er Büsis, auch solche mit problematischen Verhaltensweisen, aufnehmen. Dies, im Gegensatz zu anderen Tierheimen, ohne ein entsprechendes Entgelt zu verlangen. Das Katzenasyl ist, wie der Website zu entnehmen ist, zu hundert Prozent von Spenden abhängig.

«Ich kenne Herrn Weber als anständige und korrekte Person, die sich für Katzen nun seit Jahrzehnten den Arsch aufreisst. Die Katzen werden fachgerecht durch einen mir namentlich bekannten Tierarzt betreut», lautet einer der Pro-Weber-Kommentare.

«Polizei kam, als Putzfrau starten wollte»

Auf Facebook beziehen Weber und sein Angestellter Stellung zu den Geschehnissen. Die Polizei sei um 8 Uhr erschienen, als die Putzfrau soeben mit den Reinigungsarbeiten angefangen habe. Sie sei von den Beamten nach Hause geschickt worden. Die Räumlichkeiten seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesäubert gewesen, die Katzenklos von der Nacht natürlich gebraucht und schmutzig.

«Diese Aktion dient nur dazu, das Katzenasyl zugrunde zu richten», sagen sie. Es handle sich lediglich um die Spitze des Eisbergs in einem Konflikt mit einer Einzelperson. Zudem habe der Kantonstierarzt die private Auffangstation auf dem Kieker.

«Das scheint mir extra inszeniert

Es sei eine Schande, was Weber über sich ergehen lassen müsse, schreibt eine Frau. «Ich habe das Katzenasyl besucht wegen einer sehr schwierig gewordenen Katze.» Weber habe das Tier aufgenommen. «Immer wenn wir das Büsi besucht haben war alles tiptop sauber.» Selbstverständlich sei um 8 Uhr noch nicht alles geputzt, im Zoo sei dies auch nicht der Fall. «Das scheint mir extra inszeniert. Das ist unfair», schimpft sie.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Ermittlungen möglicherweise gegen einen Angestellten und nicht gegen Weber richten, wie dem Zeitungsartikel zu entnehmen ist.

Für eine persönliche Stellungnahme war Weber nicht erreichbar.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cami am 20.08.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein skandalöses Denunziantentum

    Unglaublich, wie so ein Einzelkämpfer, der 100 Prozent für die Tiere kämpft, niedergemacht werden. Das ist unfair und skandalös. Ich wünsche dem Betreiber des Büsiheims alles erdenklich Gute und hoffe, dass die üblen Denunzianten zurechtgewiesen werden. Was für ein Skandal!

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  • Kaa73 am 20.08.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Wieso muss man immer wieder gegen Menschen hetzen, die was Gutes tun. Immerhin tut er etwas. Und...., es IST sauber und ein guter Tierarzt checkt die Tiere gründlich ab. Klar, hats ein paar verwahrloste darunter. Die brauchen auch etwas Zeit, bis sie sich erholt haben, logisch. Die wurden so aufgefunden.

  • Fan vom Katzenasyl am 20.08.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich...

    ...habe Herrn Weber persönlich kennengelernt. Ich habe einen Autofahrer dabei beobachtet wie er eine Katze überfahren hat und einfach liegen liess. Daraufhin habe ich Herrn Weber kontaktiert. Er half mir das verletzte Tier in der Dunkelheit zu suchen. Seine Nachsorge für das Tier und seine Umsicht während des gesamten Falles war sehr professionell, fachgerecht und mit der notwendigen Portion Herz. Ich gehe davon aus, dass er seine Tiere deutlich mehr liebt als manchen Menschen und dies manchen vielleicht wenig gefällt. Lasst den Mann in Ruhe oder unterstützt sein wertvolles Projekt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brenda Stockwood am 20.08.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    die Katzen hätten es woanders besser!!!

    das wahre Gesicht vom Asylbetreiber zeigt sich erst nach Jahren... offensichtlich ist er immer noch derselbe Schauspieler, dass so viele Leute darauf hereinfallen...

  • Anti Bünzli am 20.08.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Typisch Schweiz. Was soll man da noch sagen. Wundert Euch das wirklich noch?

  • Toni S am 20.08.2019 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stinkt

    Wie soll man ein Aussengelände, das noch gar nicht fertiggestellt ist, beurteilen können? Irgend etwas stinkt an der Sache.

  • Chris am 20.08.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Für viele Tiere "die letzte Zuflucht"

    Ich war auch schon im Katzenasyl von Herrn Weber. Es heisst nicht umsonst "zur letzten Zuflucht". Es ist ein Gnadenhof für Tiere, die niemand mehr will und die trotzdem noch ein Recht auf Leben haben. Es war dort wirklich sauber. Natürlich gab es etwas Urin-Geruch, denn er nimmt ja auch Katzen auf, die unsauber geworden sind. Dass es dort keine Teppiche und Kuschelsofas hat, versteht sich von selbst. Wie sollte man diese auch reinigen können? Genau deswegen gibt es halt kahle Böden, die leicht zu pflegen sind. Auch in anderen Tierheimen ist dies nicht anders. Er tut Gutes. Lasst ihn in Ruhe!

  • Beämwe am 20.08.2019 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nachdenken

    Wenn Tiere einen Verstand hätten, wie wir Menschen ..... Ojeh....