Anklage gegen Chaoten

01. Februar 2018 05:45; Akt: 01.02.2018 08:24 Print

Gymnasiasten haben Polizisten angegriffen

18 linke Chaoten, die an einer unbewilligten Demonstration randaliert hatten, suchten offenbar gezielt die Konfrontation mit der Polizei. Das geht aus der Anklageschrift hervor.

Ein Leser-Reporter filmte die Ausschreitungen nahe des Spalentors. (Video: Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei verletzte Polizisten und Sachschaden in der Höhe von über 180'000 Franken: Dies ist die Bilanz der unbewilligten Demonstration am Abend des 24. Juni 2016 in Basel. Gegen 18 der rund 50 Linksautonomen, die an den Krawallen beteiligt waren, hat die Basler Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Eine ganze Reihe von Delikten – von mehrfacher qualifizierter Sachbeschädigung, Angriff, Landfriedensbruch, Körperverletzung bis zu Gewalt und Drohung gegen Beamte – wird ihnen zur Last gelegt.

Aus der Anklageschrift, die 20 Minuten einsehen konnte, geht hervor, dass ein Teil des Mobs aus Schülern des Gymnasiums Leonhard bestand. Am Abend der Krawalle rotteten sich die Teilnehmer auf dem Pausenhof des Schulhauses zusammen – vermummt mit Sturmhauben und Schutzbrillen, bewaffnet mit Farbgläsern, Flaschen und Hämmern.

Linksextreme suchten Konfrontation mit Polizei

«Sie fassten gemeinsam den Entschluss, nachher möglichst viel und grossen Sachschaden zum Nachteil möglichst vieler Geschädigter zu verursachen», wirft ihnen die Anklage vor. Die jungen Krawallmacher mussten damit rechnen, dass die Polizei einschreiten würde und bereiteten sich auf die Konfrontation vor. «Sie wollten Polizeikräfte konsequent angreifen, Fahrzeuge mit Flaschen und Steinen bewerfen und auch auf gleiche Weise Polizisten verletzen», heisst es. In der Anklage ist auch die Rede von einer «äusserst aggressiven Menge».

Die Polizei versuchte den Saubannerzug, der sich um 22 Uhr in Bewegung setzte, nahe des Spalentors stoppen. Als das erste Polizeifahrzeug die Meute kreuzte, wurden Steine und Flaschen geworfen. An insgesamt vier Polizeiautos entstand schliesslich ein Sachschaden von über 22'000 Franken. Zwei Polizisten wurden durch Wurfgeschosse verletzt.

Schweizweit vernetzt und vorbestraft

Wer im einzelnen welche Taten begangen hat, ist nicht klar. Alle 18 Beschuldigten werden jeweils für alle begangenen Taten kollektiv verantwortlich gemacht. Die jungen Krawallmacher, die zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 29 Jahre alt waren, kamen für die Schlacht aus der halbe Schweiz angereist. Mehrere Linksautonome stammen aus den Kantonen Luzern, Bern und Zürich. Das zeigt auch, dass die Szene in der Schweiz vernetzt agiert.

Sechs der Beschuldigten kassierten auch schon bedingte Vorstrafen für einschlägige Delikte, deren Bewährungszeit noch nicht abgelaufen ist. Einer war an den Ausschreitungen einer Reclaim-the Streets-Demo in Zürich im Jahr 2014 beteiligt, ein Luzerner hatte im Juli 2016 versucht, einen Gefangenen zu befreien, der ausgeschafft wurde.

(lha)