Eklat an SP-Wahlparty

21. Oktober 2019 18:08; Akt: 22.10.2019 08:31 Print

«So direkte Homophobie habe ich noch nie erlebt»

Für SP-Politiker Tobias Schaub endete die Wahlparty seiner Partei mit einem Eklat und einem bitteren Nachgeschmack.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

An der Wahlparty der Baselbieter SP kam es am Sonntagabend zum Eklat. Tobias Schaub von der gastgebenden Partei unterhielt sich mit Esther Meisinger von der BDP. Als sie zum Thema Homosexualität kamen, sei es Schaub eiskalt den Rücken heruntergelaufen.

Denn Meisinger vertritt eine konservative Meinung zu dem Thema und gab diese auch offen kund. Was sie offenbar nicht wusste, war, dass ihr Gesprächspartner homosexuell ist.

«Ich war schockiert»

«Wir kamen auf Konversionstherapien zu sprechen. Dann hat sie gesagt, Sexualität könne man ändern und die Liebe zwischen zwei Männern sei unnatürlich», sagt Schaub zu 20 Minuten. Er sei sehr schockiert gewesen. «So direkte Homophobie habe ich noch nie erlebt», erinnert er sich.

«Ich sagte ihr, dass ich seit zwei Jahren mit einem Mann zusammen bin», so Schaub weiter. Er habe es gewissermassen ins Gesicht geworfen bekommen, dass seine Liebe «etwas Unnatürliches» sei.

Konfrontation auf Twitter

In den sozialen Medien verschaffte Schaub seinem Ärger über die Situation Luft und tweetete: «An der heutigen SP-Wahlparty hat die BDP Nationalratskandidatin Esther Meisinger meine Sexualität (homosexuell) als ‹unnatürlich› bezeichnet. Toleriert ihr wirklich Homophobie in euren Reihen?»

Meisinger reagierte auf Twitter nicht auf die Vorwürfe, dafür meldete sich ihre Partei, die Baselbieter BDP:

Meisinger relativiert

«Zunächst möchte ich eines klarstellen: Ich bin nicht homophob. Ich respektiere sowohl Tobias Schaub wie auch seinen Partner und hätte gerne das persönliche Gespräch mit den beiden gesucht», sagt sie der «Basler Zeitung». In der Diskussion um Konversionstherapien habe sie lediglich Elisabeth Augstburger in Schutz nehmen wollen. Diese hatte mit ihren Aussagen zum Thema einen Shitstorm ausgelöst.

Aufgrund ihres christlichen Hintergrunds seien sexuelle Praktiken zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau für sie tatsächlich etwas Unnatürliches. «Das ist einfach meine persönliche Ansicht. Ich unterstütze diese Lebensformen nicht, respektiere sie aber», sagt Meisinger der BaZ.

(las)