Basel

01. April 2019 05:01; Akt: 01.04.2019 05:01 Print

«Drogendealer liefern sich hier einen Revierkampf»

In der Buddha-Bar in Basel ist es in den frühen Morgenstunden zu einer Massenschlägerei gekommen. Mehrere Personen wurden verletzt. Laut einem Augenzeugen eskaliert die Lage zusehends.

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Eine Massenschlägerei löste am Sonntag, 31. März gegen 5 Uhr morgens einen grossen Polizeieinsatz aus. Die Auseinandersetzung ereignete sich im Bereich der Buddha-Bar am Birsig-Parkplatz in Basel. «Das passiert dort leider jedes Wochenende. Aber so schlimm wie heute war es noch nie», sagt ein Augenzeuge zu 20 Minuten.

Er berichtet, dass Kampfsportler beteiligt waren und Messer gezückt wurden. Die Basler Staatsanwaltschaft bestätigt einen Polizeieinsatz und «geringfügige» Verletzungen bei Beteiligten. Es seien mehrere Patrouillen ausgerückt, wie bei gemeldeten Schlägereien üblich. Waffen seien bei den kontrollierten Personen hingegen keine gefunden worden, Festnahmen gab es nicht.

Waren Drogen im Spiel?

Der Zeuge geht davon aus, dass der Schlägerei ein Konflikt im Drogenmilieu vorausging. Die Staatsanwaltschaft konnte sich zum Motiv noch nicht äussern. Ob Betäubungsmittel im Spiel waren, ist bisher offen.

Der Mann ist sich aber sicher: «Das hat mit Rivalität und Drogen zu tun», sagt er. Ihm zufolge liefern sich mehrere Drogenbanden einen Kampf um die Vorherrschaft in den Basler Nachtlokalen. Regelmässig würden etwa Türken und Kurden aneinander geraten. Dabei gehe es dann «nicht nur um ein paar hundert Franken».

Wieder Gewalt im Ausgang

Immer wieder gelangen Videos an die Öffentlichkeit, die die dunkle Seite des Basler Nachtlebens zeigen:


Am 24. Februar kam es vor dem Balz-Club gleich zu zwei Schlägereien gleichzeitig. Die Security musste die Streithähne voneinander trennen. (Video: Leser-Reporter).


Am 17. März flogen vor dem Vice-Club die Fäuste. (Video: Leser-Reporter)

Basel weist seit Jahren unter allen Schweizer Städten die meisten Gewaltdelikte pro Kopf auf. 2018 waren es 12,6 pro 1000 Einwohner, wie aus den Zahlen des Bundesamts für Statistik hervorgeht.

Der Ort ist ein Gewalt-Hotspot

Hans Ammann, Chef der Basler Kriminalpolizei, identifizierte bereits am 26. März im Interview mit 20 Minuten die Steinentorstrasse als Hotspot der Gewalt im Nachtleben. Sie verläuft parallel zum wegen Gebäuden schwer einsehbaren Birsig-Parkplatz.

Versuche, den baulich isolierten Hinterhof der Innenstadt zu öffnen und zu beleben verliefen bisher harzig. SP-Grossrat Sebastian Kölliker will nun per Vorstoss im Parlament etwas Licht in eine der dunkelsten Ecken Basels bringen. Sein Anzug verlangt «so rasch wie möglich» die Öffnung der Meile zwischen Heuwaage und Barfüsserplatz für kulturelle und gastronomische Zwischennutzungen.

(las)