Biberratte im Ausgang

12. Dezember 2018 17:56; Akt: 12.12.2018 17:56 Print

«Unglaublich wie lieb das fressende Wildtier war»

Eine Leser-Reporterin begegnete auf einem Spaziergang einem Nagetier. Sie konnte es kaum glauben, dass sich dieses durch ihre Anwesenheit nicht beim Zvieri stören liess.

Das zutrauliche Tier wurde in der Nähe der Zürcherstrasse aufgenommen. (Video: Leser-Reporter)
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Mitten in der Stadt einer Biberratte zu begegnen – damit hatte die Leser-Reporterin nicht gerechnet. «Ich war mit meiner Tochter und Enkelkindern am Nachmittag in der Nähe der Zürcherstrasse unterwegs, als wir an dem Tier vorbeispazierten», erzählt sie. Dass der Nager völlig frei in der Nähe des Bethesda Spitals am Grasen war und keinerlei Anstalten machte, sich von seinem Plätzli fortzubewegen, überraschte sie.

«Das Tier war überhaupt nicht scheu und hat einfach lieb weitergefressen», schildert sie die Situation. Dass Biberratten, auch Nutria genannt, in freier Wildbahn in Basel leben, habe sie nicht gewusst. Tatsächlich tauchen die Tiere immer mal wieder in der Nähe von Rhein oder Birs auf und erfreuen Passanten mit ihrem niedlichen Aussehen.

Biberratte oder Biber oder Nutria?

Die Biberratten wurden in Europa zur Pelzgewinnung gezüchtet. Frei lebende Tiere entflohen aus der Gefangenschaft oder wurden freigelassen, als das Pelzgeschäft nicht mehr rentierte. Aber Achtung: Bei den Biberratten handelt es sich nicht um Biber. Biber haben einen viel breiteren Schwanz als Biberratten.

Anouk Taucher von Stadtwildtiere geht davon aus, dass es sich bei dem gefilmten Tier um ein Nutria handelt. Es sei jedoch nicht zu 100 Prozent klar – es könne auch eine Bisamratte sein. «Da wir von beiden Arten nur Einzelbeobachtungen aus Basel haben, kann ich nicht sagen, welche Art seltener ist», so Taucher.
Beide Arten seien standortfremd. «Dadurch könnten sie eine Gefahr für die einheimische Biodiversität bedeuten», schliesst Taucher.

(jd)