Lärm- und Müllbelästigung

23. Juli 2019 08:31; Akt: 23.07.2019 08:31 Print

«Verhalten vieler Partygänger ist unhaltbar»

Nach einem warmen Sommerabend sieht die Basler Münsterpfalz aus wie ein Schlachtfeld. Anwohner sind entsetzt. Ein Grossrat fordert nun Rayonverbote für die Litterer.

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Die Basler Münsterpfalz präsentierte sich unlängst nach einer sommerlichen Partynacht wie ein Schlachtfeld. Besonders schlimm sei es am Wochenende, berichten schockierte Anwohner. Die Auswüchse der Partygesellschaft unmittelbar neben Basels nobelster Wohngegend hat nun auch die Politik auf den Plan gerufen.

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Soll die Polizei laute «Partygänger» wegweisen dürfen?

«Die Folgen des respektlosen und unbotmässigen Verhaltens vieler solcher Partygänger sind oft unhaltbar geworden», schreibt Grossrat David Wüest-Rudin (GLP), in einer Interpellation an die Regierung, mit der er sich dem Anliegen der Bewohner rund um die Pfalz angenommen hat.

Undercover-Polizei und Rayon-Verbot

«Ich habe nichts gegen eine belebte Stadt – im Gegenteil», erklärt der GLP-Grossrat auf Anfrage. Nur leider käme es immer wieder vor, dass Personen gewisse Grenzen der Toleranz überschreiten, und sich daneben benehmen würden. «Da besteht Handlungsbedarf», so Wüest-Rudin.

In seinem Vorstoss bietet Wüest-Rudin bereits eine Reihe Vorschläge an, um dem Lärm- und Littering-Problem den Garaus zu machen. Neben Polizisten in Zivil, die den Platz spät nachts aufsuchen sollen, fordert der GLP-Grossrat ein temporäres Aufenthaltsverbot auf der Pfalz und auf dem Münsterplatz für diejenigen, die sich wiederholt daneben benehmen.

Ein Rayonverbot hätte eine symbolische Wirkung und zeige, dass Exzesse nicht geduldet würden. Wüest-Rudin betont dabei aber: «Meine Frage nach der Option Rayonverbot bezieht sich nur auf extreme Einzelfälle.»

«Es gibt keine einfache Lösung»

Ein Rayonverbot kann allerdings nur verfügt werden, wenn von der Person eine unmittelbare Gefährdung für Dritte ausgeht, das ist im kantonalen Polizeigesetz so geregelt. «Mir ist bewusst, dass es keine einfache Lösung gibt», räumt Wüest-Rudin ein.

Das Justiz- und Sicherheitsdepartement äussert sich zu seiner Interpellation nur allgemein, um der Regierungsantwort nicht vorzugreifen. «Grundsätzlich akzentuiert sich die Problematik der Lärmklagen naturgemäss in den warmen Monaten: Mehr Menschen halten sich – auch zu Abend- und Nachtstunden – draussen auf, während andere bei geöffneten oder aufgeklappten Fenstern den Schlaf suchen», lässt sich Sprecher Toprak Yerguz bei Prime News zitieren.

(jes)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman M. am 23.07.2019 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bussen massiv rauf

    Macht es wie in Singapur. CHF 1000. Busse für Littering.

    einklappen einklappen
  • Reto am 23.07.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Litterung-Bussen wie in den USA. Problem gelöst, Staatkasse gefüllt (Steuerzahler entlastet). Natur dankt.

  • Zgraggen René am 23.07.2019 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Littering

    Wann werden endlich Bussen in der Schweiz für Littering erhoben???? Beispiel Singapur!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario Simon am 23.07.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Spass muss sein

    Jö, man muss dich nach der freitags Demo für das Klima ein wenig Spass haben. Man kann dich nicht nur arbeiten.

  • Susi am 23.07.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Liegenlassen

    mal für eine Woche nicht wegräumen....... wie zu Hause, wenn Mama für 1,2 Wochen die Wäsche nicht macht...:)

  • Seb Reb am 23.07.2019 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten

    Wie wäre es mal hierfür mehr Polizei abzustellen , um zu kontrollieren und konsequent zu büßen?! Aber nein, dass passiert hier in der Schweiz ausschließlich auf den Straßen und richtet sich gegen Automobilisten. Sauerei im wahrsten Sinne... Traurig!!

  • Karl Besserwisser am 23.07.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Tiefer ansetzen

    Man muss hier tiefer ansetzen. Die Unsitte hat leider stark mit kulturellen Backgrounds und diesbezüglich mangelnder Erziehung zu tun. Es sind vorwiegend Teenies aus unteren sozialen Schichten, die mit dem Liegenlassen des Mülls ein Statement gegen den Staat und im Zeichen ihrer eigenen Frustration abgegen. Habe das in Basel jahrzehntelang beobachten können und auch selbst in der Schule erlebt. Sie zeigen keinen Respekt, weil sie sich nicht respektiert fühlen, ein Teufelskreis. Hier hilft kurzfristig leider wirklich nur hartes Durchgreifen. Langfristig braucht's erzieherische Masterpläne.

  • Dridrop am 23.07.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Da braucht es einfach die Kameras die die Stadt überwachen. All solche Sachen können vermieden werden wenn man das Gefühl hat bewacht zu werden. Ich glaube jeder hätte Angst bestraft zu werden und würde seinen Müll mitnehmen. Wenn der Mensch einfach so unfähig ist sich an Regeln zu halten muss er einfach kontrolliert werden. Fertig!