Millionär Peter Buser

05. Dezember 2019 22:03; Akt: 05.12.2019 22:54 Print

Frau als Spielzeug – Mäzen provoziert Shitstorm

Der umtriebige Millionär Peter Buser veranstaltet in Basel ein Podium, an dem das Frauenbild des Philosophen Friedrich Nietzsche diskutiert wird. Jetzt tobt eine Kontroverse.

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Peter Buser will am Samstag in Basel ein Symposium mit dem Namen «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» abhalten. Das stösst auf Kritik, wohl auch wegen Busers Auftreten. Denn Buser (82) umgibt sich nach eigenen Angaben gerne mit jungen Frauen. SP-Frauen und Juso werfen ihm Sexismus vor. «Wenn ein solcher Eindruck entstanden ist, so kann dies daran liegen, dass mich zum Ärger vieler Bürger oft junge Frauen begleiten, die mein ödes 82 Jahre altes Junggesellenleben etwas auffrischen», erklärt Peter Buser in einem offenen Brief an Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann. Buser selber dementiert die Sexismusvorwürfe. Schliesslich habe er auch Feministinnen zum Podium über Nietzsches Ansichten zu Geschlechterfragen geladen. Auch Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) ist von der Veranstaltung nicht angetan. Ihr drohte Buser mit einer Klage wegen Rufschädigung. Er hat die Magistratin aber auch eingeladen am Podium mitzudiskutieren. Das Podium soll zeitgleich mit einer Ausstellung des Historischen Museums Basel zu Friedrich Nietzsche stattfinden. Diese hat Buser mit 400'000 Franken mitfinanziert. Die Ausstellung über den radikalen und streitbaren Philosophen findet seit dem 16. Oktober bis 22. März statt. Das Podium soll am Samstag im Naturhistorischen Museum Basel stattfinden. Laut dem «Regiojournal» des SRF besteht eine Verbindung zwischen der Zahlung an die Ausstellung und der Veranstaltung. Buser und das Museum dementieren dies. Nietzsche lebte in jüngeren Jahren in Basel, wo er im Alter von 24 Jahren eine Professur für klassische Philologie bekleidete. Nietzsches Ansichten waren radikal und streitbar. Er kritisierte die herrschende Moral und Religion scharf und stellte auch die Wahrheits selbst infrage. Er wurde damit zum Wegbereiter postmderner philosophischer Konzepte.

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Der exzentrische Millionär und Mäzen Peter Buser (82) veranstaltet am Samstag in Basel ein philosophisches Symposium zu Friedrich Nietzsche unter dem Titel «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne».

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Über die Veranstaltung, die im Naturhistorischen Museum stattfinden wird, ist in der Stadt eine Kontroverse ausgebrochen. SP-Frauen und Juso gehen auf die Barrikaden und werfen Buser ein «sexistisches und diskriminierendes Weltbild vor. Sie fordern eine Absage. Sogar Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann (Grüne) qualifizierte das Podium als «nicht zeitgemäss».

Sprachwissenschaftler Buser, der ein Faible für pompöse Aufritte hat, will aber nicht klein beigeben und versandte am Donnerstag einen offenen Brief an Ackermann. Darin betont er, dass es sich in «keiner Weise um eine antifeministische Veranstaltung» handle. So habe er nebst «bestbekannten Professoren» auch Feministinnen zur Gesprächsrunde geladen. Auch Ackermann selbst sei herzlich eingeladen am Podium mitzudiskutieren. Allerdings drohte er Ackermann und einer Journalistin der «bz» erst am Mittwoch mit «Strafklage» wegen Rufschädigung.

Wer steht hier eigentlich am Pranger?

Dass die Frau dem Mann ein Spielzeug zu sein habe, sei keine Aussage von Buser, sondern ein Zitat aus Friedrich Nietzsches «Also sprach Zarathustra». In Anlehnung an die Ansichten des Philosophen sollten an dem Abend der «Gehorsam der Frau gegenüber dem Mann» diskutiert werden.

Doch Buser giesst derweil kräftig Öl ins Feuer: Er umgebe sich oft mit jungen Frauen, schreibt er, die sein «ödes 82 Jahre altes Junggesellenleben auffrischen» würden. Er wurde zu seinem Missfallen deshalb auch schon als «Playboy» betitelt. Zudem spricht er sich gegen «aggressive Auswüchse des Feminismus» aus. So brauche es das Verkehrsfrauchen auf der Ampel nicht. Auch schreibt er, dass Frauen den «Gehorsam zu ihrer eigenen Zufriedenheit leben» könnten.

Verhalten des Museums «nicht akzeptabel»

Damit bietet er Angriffsfläche für Kritik. Die Juso und die SP-Frauen verweisen in einer Medienmitteilung auf das Kulturleitbild des Kantons, der für das Museum verantwortlich ist, in dessen Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfinden soll.

Das Verhalten des Museums sei «nicht akzeptabel» und entspreche nicht «zeitgemässen Wertvorstellungen». Buser dürfe keine Plattform gegeben werden, um sein «rückwärtsgewandtes Weltbild der Öffentlichkeit zu präsentieren». SP-Grossrätin Michela Seggiani sagt: «Der Name der Veranstaltung ist bewusst gewählt, um zeigen, dass er machen kann, was er will, weil er Geld hat.»

Der Kanton wiederum verweist auf die Museumsdirektion. Die Museen seien bezüglich Inhalt und Finanzierung gemäss Museumsgesetz selbstständig, wie bei Telebasel zu lesen ist.

Buser unterstützte Ausstellung mit 400'000 Franken

Laut dem «Regionaljournal» von SRF erkaufte sich Buser die Veranstaltung, indem er der akutelle Nietzsche-Ausstellung «Übermensch» des Historischen Museums eine Finanzspritze von 400'000 Franken gab. Die Ausstellung findet anlässlich Nietzsches 175. Geburtstag statt. Der einflussreiche und streitbare Philosoph lebte und lehrte jahrelang in Basel.

Buser dementiert diese Anschuldigung auf Facebook: «Es gibt den erwähnten Deal gar nicht», schreibt er. Das Geld habe er zwar gezahlt, eine Gegenleistung gebe es aber nicht. Was genau im Vertrag zwischen dem Museum und Buser steht, ist indes unbekannt. Das Museum legte den Inhalt des Vertrags nicht offen.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der sagt wie's ist am 06.12.2019 01:39 Report Diesen Beitrag melden

    Stalinismus ist keine Meinung.

    "Buser dürfe keine Plattform gegeben werden, um sein «rückwärtsgewandtes Weltbild der Öffentlichkeit zu präsentieren»" Einmal mehr fordern Feministen ein Verbot der Redefreiheit. Argument: die Zeit. In Wirklichkeit ist es nicht der Zeitgeist, sondern der linke Ungeist. Geht überhaupt nicht an, solche Maulkorbforderungen. Ob ein Weltbild 'rückwärtsgewandt' ist, wie behauptet, ist kein Grund, es zu verbieten. Solche stalinistischen Methoden gehören hingegen verboten.

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  • Falbala am 05.12.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Weltbild

    Anscheinend verstehen Feministen nicht was Reiz bedeutet, wie Feromonen funktionieren und was weiblich ist. Sie vermischen Emanzipation mit Spontaneität. Sie wollen am liebsten mit Bart und männlichen Geschlechtsorganen auf die Welt kommen und jegliches Romantizismus töten. Ich wünsche euch viel Freude am Leben.

  • zimmtstern am 06.12.2019 03:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Also sorry, kann man nicht mal mehr darüber Disskutieren was ein Schriftsteller damals sagte? Echt jetzt? Warum muss man immer alles schon im Vorfeld zerreissen? Alles und jedes hat dich zwei Seiten. Es gibt weitaus schlimmeres auf der Welt als einen Abend über eine Aussage von Nitsche zu Disskutieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • peter buser am 06.12.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin Peter Buser

    Leute! Leute! Lest doch bitte auf meiner Website (Google "website peter buser") mal nach, wer ich bin und lasst Euch nicht auf aus Unwissen und Neid geborene Vorurteile ein. Kommt bitte nicht alle an das Symposium, sonst muss die Polizei noch alte Stadtmazern wieder hochziehen. Das ausführliche Video des Symposium wird bald im Internet zu sehen sein. Dann lehnt Euch zurück und bildet Euch ein Urteil.

  • Ohschreck am 06.12.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Alles so furchtbar

    Die armen Frauen auf dem Foto. Wurden sicher gezwungen oder waren nicht imstande, einen anderen Job zu finden und müssen jetzt gequält diese Dinge tun, um zu überleben. Oder brutale Hirnwäsche hat sie zu willigen Gespielinnen gemacht, die darin ihre Erfüllung sehen. Ach, wie traurig das alles ist.

  • Splotz am 06.12.2019 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Immer gleich in die Luft

    Hihi ... wieder einmal beschäftigen sich die Femextremisten nicht mit der Materie, sondern flippen sofort wegen einem Wort aus und fordern irgendwas. Das zeigt nur eines: Diese Menschen gehen unkontrolliert in die Luft und haben unverarbeiteten Wutstau im innern.

  • Jasmin am 06.12.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sugar Daddy

    Ich liebe meinen Sugar Daddy.Bezahlt gut und GV ist auch nicht schlecht.Verhüten brauche ich nicht,Daddy ist unterbunden.

  • Major Tom am 06.12.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie, Meinungsfreiheit

    Das sind Fremdwörter für diese Linksextremisten. Frau muss diesen "Playboy" ja nicht mögen, aber frau muss akzeptieren, dass er seine Meinung äussert.