Schweizer Nasa-Forscher

12. August 2019 04:46; Akt: 12.08.2019 07:40 Print

«Ich suche nach Spuren von Leben im All»

Der ehemalige Nanostudent Florian Kehl (35) sucht am Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Kalifornien nach ausserirdischem Leben und berät Hollywood.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sind wir allein? Die Suche nach ausserirdischem Leben ist nicht nur ein Fachgebiet für UFO-Jäger und Anhänger kruder Verschwörungstheorien, sondern auch ein seriöser Wissenschaftszweig. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena (USA) hat sich unter anderem der Frage verschrieben, ob es ausserhalb der Erde Leben gibt. Es ist die führende Weltraum-Forschungs-Einrichtung der Welt schlechthin.

Umfrage
Glauben Sie an Ausserirdische?

Dort mittendrin ist der Schweizer Florian Kehl. Der 35-jährige, der in Basel den Master in Nanophysik gemacht hat, sucht als Teil des «Chemical Analysis and Life Detection»-Teams nach Leben im All. Diese Abteilung entwickelt dafür Methoden und Instrumente, die eines Tages nach molekularen Bausteinen des Lebens suchen sollen: Auf dem Mars, aber auch auf einigen Monden des Jupiters und des Saturns.

«Wir erwarten keine Grünen Männchen»

Vielmehr halte das Team nach spezifischen Biomolekülen Ausschau, wie Kehl erklärt: «Das sind organische Verbindungen, die mit Leben in Verbindung gebracht werden.» Dabei gehe es den Forschern auch darum, den Ursprung des Lebens auf der Erde besser zu verstehen. «Wir suchen nach Spuren von Leben auf anderen Himmelskörpern im All.»

Schon als Kind von der Nasa fasziniert

«Ich habe immer mehr oder weniger zielgerichtet darauf hingearbeitet», erzählt Kehl, der nach dem Abschluss seines Masters ein Auslandssemester an der Univerity of California in Berkeley (USA), und daran anschliessend ein Doktorat an der ETH absolviert hat. Das Interesse für die Nasa entwickelte der 35-Jährige jedoch schon als junger Sprössling: «Ich hielt bereits in der Primarschule Vorträge über Marsrover oder bastelte Raketen mit dem Nasa und sogar dem JPL-Logo drauf.» Jetzt ist Kehl selbst ein Teil dieser Missionen geworden.

«Ich bin unglaublich dankbar, dass dieser lebenslange Traum in Erfüllung ging.»

Heute hält der Technologist aus Buchs SG Vorträge für Menschen aller Altersgruppen: «Ich versuche diese Begeisterung an die nächste Generation weiterzugeben.»

Neben der Nasa ist Kehl auch noch für eine andere bekannte Institution tätig, wie er erzählt: «Das JPL befindet sich gleich neben Hollywood. Daher kommt es ab und zu vor, dass Leute von der Nasa für Filme oder Serien als Experten angefragt werden». So auch der Schweizer, der für die Serie «Strange Angel» als «Aeronautics and Rocketry»-Berater fungiert. Die von CBS produzierte Fernsehserie beschreibt das bizarre Leben von Jack Parsons, einem der Gründer des Jet Propulsion Laboratory's, an dem Kehl jetzt tätig ist.

Feldstudien in der Atacamawüste und der Arktis

«Die Zusammenarbeit mit extrem talentierten und motivierten Leuten aus der ganzen Welt, die gemeinsam einen Traum verfolgen» – das, so Kehl, sei das Beste an seinem Job. Und dass kein Tag dem anderen gleiche.

Extrem spannend seien die Feldversuche, bei denen die Prototypen der Instrumente unter missionsrelevanten Bedingungen getestet werden: «Ich dufte bereits mehrmals an einer simulierten Marsrover-Mission in der Atacamawueste in Chile teilnehmen. Unsere Unterwasser-Roboter haben wir in der Arktis getestet.» Bei dieser Gelegenheit sei das Team jeden Morgen mit Schneemobilen aufs offene Meereis gefahren.

«Bewaffente Inuit mussten uns vor den Eisbären schützen.»

Mit seiner Arbeit erhofft sich Kehl schlussendlich, einen sinnvollen Beitrag für die Menscheit zu leisten.

(jes)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarah Müller am 12.08.2019 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Traumjob

    Sehr schön :-) ich freue mich einfach für ihn, dass er seinen Traum verwirklichen konnte und lasse das hier mal so stehen. Einen schönen Tag an den, der das liest.

    einklappen einklappen
  • Stromboli am 12.08.2019 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So wäre es am Schönsten

    Der schönste Job ist der, den man als Hobby sieht.

  • EMMM am 12.08.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Ich frage mich, ob es so hoch entwickelte Lebensformen gibt, dass sie Praktisch Digitalisiert sind, und im grunde genommen keine feste Körper brauchen. Eine art Schwarmintellingenz? Wer weiss

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 14.08.2019 02:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissen bedeutet Macht

    Die Regierung sowie die Präsidenten von den verschiedenen Länder wissen mehr als ein normaler Bürger ..Jedoch wird vieles der Menschheit verschwiegen. Denn was der Mensch nicht weiss macht ihn nicht heiss.. schon mal darüber nachgedacht warum Google gewisse Suchbegriffe einschränkt ? Man möchte den Menschen nicht Zuviel Informationen geben , da sonst die Menschheit anfangen würde alles zu hinterfragen... doch meiner Meinung nach soll auch dass der Mensch tun und nicht Google oder andere Anbieter für sich denken lassen ..

  • Rebell am 13.08.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hier mal suchen

    Warum im All danach suchen? Haben auf unserem Planeten genug außerirdisch anmutende Personen, die wie Aliens aussehen oder denken.

  • m,s, am 12.08.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine

    Bis jetzt ist mir noch kein Ausserirdischer begegnet, auch kein Geist ob heilig oder nicht und auch kein Gott oder Jesus. Kann aber daran liegen, dass ich nicht daran glaube.

  • Alien am 12.08.2019 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde flüchten

    Wenn es wirklich inteligente Wesen im All giebt, sind die sicher intelligent genug, einen grossen bogen um die Menschheit zu machen.

  • Spock am 12.08.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U.S.S

    Ein Sporenantrieb wäre nützlich für solche Entdeckungsreisen xD