Basler Gesundheits-Fusion

29. Juni 2015 17:28; Akt: 29.06.2015 17:28 Print

«Wir erwarten eine Kostensenkung»

Zahlt sich die Zusammenlegung der Spitäler beider Basel für den Bürger aus? Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) nimmt im Interview Stellung.

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Herr Engelberger, die Kantonsspitäler beider Basel sollen zu einer Spitalgruppe zusammengefasst werden. Welche Folgen hat das für die Behandlungsqualität und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beider Kantone?
Engelberger: Wir erwarten, dass wir die Behandlungsqualität verbessern können. Es werden Schwerpunkte gebildet, so dass die Spitäler sich mehr spezialisieren. Trotzdem werden wir weiterhin eine wohnortsnahe Versorgung gewährleisten. Wir erwarten damit verbunden auch eine Kostensenkung. Gerade weil vermehrt auf den ambulanten Bereich gesetzt wird und wir auf dem Bruderholz das stationäre Angebot abbauen, dort dafür aber eine Tagesklinik für operative Eingriffe gründen. Das ist auch patientenfreundlicher, weil der Aufenthalt kürzer wird.

Die öffentliche Hand erhofft sich von diesem Schritt Kostenersparnisse. Inwiefern wird der Beitragszahler von der Zusammenlegung profitieren?
Wenn die Gesamtkosten im System weniger stark anwachsen oder sich stabilisieren, geschieht dies auch mit den Krankenkassenprämien. Gerade im ambulanten Bereich ist noch viel Potential vorhanden. Wir werden uns auch auf Bundesebene in die Diskussion einbringen, damit ambulante Behandlungen gleich wie stationäre vergütet werden. Das hätte dann einen direkten Effekt auf die Prämien.

Was bedeutet die gemeinsame Spitalplanung für die Spitzenmedizin in der Region Basel?
Das ist ein weiterer Vorteil. Wir können uns in der Hochschul- und Spitzenmedizin stärker positionieren, wenn wir Schwerpunkte bilden und Fallzahlen zusammennehmen können. Es ist durchaus möglich, dass es eine Schwerpunkteaufteilung geben wird. Da sind wir aber noch ganz am Anfang. Das Projekt hat noch eine fünfjährige Umsetzungsphase vor sich. Man kann davon ausgehen, dass es ein stationäres Grundangebot in Basel und Liestal geben wird und die weiteren Spezialisierungen sich dann verteilen werden. Die bestehenden Stärken bilden dazu den Ausgangspunkt.

Wird man auch in Zukunft die freie Wahl des Behandlungsorts haben?
Ja. Das ist auch die Vorgabe des Bundeskrankenversicherungsgesetzes.

Werden die Massnahmen auch mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einhergehen?
Davon gehen wir nicht aus. Langfristig wird der Personalbedarf weniger stark wachsen. Das Spitalwesen ist aber generell ein Wachstumsbereich. Wer im Spital arbeitet, wird auch im neuen System eine Rolle haben. Wir gehen also nicht von Entlassungen aus.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jelena am 29.06.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lass mich gerne belehren

    ich erwarte gar nichts - ganz sicher keine kostensenkung im gesundheitswesen. keine anhaltende senkung.

  • Michael Hunziker am 29.06.2015 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Versuch

    Engelberger hat recht, aber er wird nicht Recht bekommen Meine Generation wird es nicht erleben, dass das Rechtsbürgertum und das Baselbieter"volch" zur Besinnung kommen

  • Erode Terribile am 30.06.2015 02:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieviele male

    wurde versucht die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen? Ein weiterer netter Versuch. Wer es glaubt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wasja am 30.06.2015 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Patienten

    Dann gebt auch Kostensenkungen an die Patienten weiter! Sonst wird es nur eine Gierübung.

  • Sydeboelleli am 30.06.2015 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kostensparend?

    Frühentlassungen, kostensparend pro Fall. DRG!/Abrechnung pro Hospitalisation/Diagnose! Wieviele Patienten jedoch gleich wieder hospitalisiert werden müssen aufgrund der zu schnellen Entlassung, sei dahingestellt. Auf jeden Fall rechnet das Spital pro Fall/Hospitalisation ab = mehr Ausgaben/Kosten. Wohnortsnahe Versorgung? Ambulante Versorgung? Man kann nicht alle Krankheiten ambulant behandeln=längerer Weg für die Patienten. Kostensparend? Man soll nicht alles glauben, was gesagt/versprochen wird?

  • Erode Terribile am 30.06.2015 02:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieviele male

    wurde versucht die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen? Ein weiterer netter Versuch. Wer es glaubt.

  • jelena am 29.06.2015 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lass mich gerne belehren

    ich erwarte gar nichts - ganz sicher keine kostensenkung im gesundheitswesen. keine anhaltende senkung.

  • Michael Hunziker am 29.06.2015 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Versuch

    Engelberger hat recht, aber er wird nicht Recht bekommen Meine Generation wird es nicht erleben, dass das Rechtsbürgertum und das Baselbieter"volch" zur Besinnung kommen