Toby Segar

22. August 2019 19:06; Akt: 22.08.2019 19:06 Print

«Man lernt, die Angst als Werkzeug zu benutzen»

Das Video seines waghalsigen Sprungs in den Rhein in Basel machte Toby Segar über Nacht in der Schweiz zum Star. Jetzt spricht der britische Extrem-Sportler über seinen Stunt.

Der Wahnsinns-Sprung wurde von mehreren Kameras mitgeschnitten. (Video: Storror)
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Mittlerweile dürften Millionen Toby Segars Wahnsinns-Sprung in den Rhein gesehen haben. Der Stunt des britischen Parkour-Profis in Basel ging diese Woche viral und brachte dem 30-Jährigen den Übernamen Rocket Man ein. Nun hat sich der Ninja-Warrior-Finalist den Fragen von 20 Minuten gestellt.

War dieser aufsehenderregende Sprung eine spontane Idee oder haben ihn du und dein Team Storror bereits im voraus geplant?
Wir waren auf der Suche nach einem anderen Sprung nahe der Brücke. Schliesslich landeten wird an diesem Spot und verbrachten den ganzen Tag dort. Der Rest meines Teams hat dort auch sehr schöne Moves ausgeführt. Natürlich wurde aber jedes einzelne Element geplant und geschaut, dass es so sicher wie möglich ist. Ich weiss, das ist schwer zu glauben, das solch ein Sprung überhaupt sicher sein kann.

Welche Vorkehrungen habt ihr getroffen, dass der Sprung sicher ist?
An diesem Spot haben wir zuerst ein paar Stunden herumgespielt. Dann habe ich diese Challenge entdeckt und mit dem Prozess der Vorbereitung angefangen. Ziemlich oft kommt es vor, dass wir mit diesem Prozess starten und den Sprung selber dann doch nicht ausführen. Denn damit ein Stunt gelingt, müssen viele verschiedene Elemente perfekt ablaufen. Alles muss stimmen. Wir haben auch den Fahrplan des Schiffs studiert und die Wassertiefe gemessen.

Warst du dir sicher, dass der Sprung gelingt oder hattest du auch Angst?
Jahrelange Parkour-Erfahrung hilft einem, solche Challenges logisch herunter zu brechen. Mit der Zeit lernt man zudem, die Angst als Werkzeug zu benutzen. Sie hilft dir abzuchecken, dass alles so sicher wie möglich ist. Wenn ich Zweifel gehabt hätte, dass das jahrelange Training oder meine Erfahrung nicht gereicht hätten, dann hätte ich diese Challenge bleiben lassen und eine neue gesucht, die meinen Fähigkeiten entsprochen hätte.

Auf Instagram kommentierte eine besorgte Mutter deinen Sprung kritisch und fragt sich, ob solche Videos nicht auch Unerfahrene dazu animieren, solche Stunts zu wagen. Was entgegnest du?
Die potentielle Gefahr für Nicht-Parkour-Sportler wäre riesig bei so einem Sprung. Hätte es ein Amateur versucht, hätte es wahrscheinlich unglücklich geendet. Für Profis ist die Chance auf solch ein Ende natürlich extrem gering. Und ich habe grösste Zweifel, dass jemand ohne die Erfahrung, wie wir sie haben, überhaupt daran denken würde, so einen Sprung auszuprobieren. Aber natürlich wollen wir auch Kids für diesen Sport begeistern, der uns so viel gegeben hat.


Das Parkour-Team Storror filmte seine Stunts in Basel: Drew Taylor sprang noch indirekt ins Wasser, Toby Segar wählte den direkten Weg. Segar bewies seine Schnelligkeit und Sprungkraft dann auch noch auf dem Theaterplatz (Video: Storrors)

(mhu)