Nicht geschützt

29. April 2019 11:49; Akt: 29.04.2019 11:49 Print

Abrissbirne macht dieses 130-jährige Haus platt

In Basel sorgt der Abbruch eines Jugendstilhauses im Trendquartier Gundeli für Diskussionen. Doch so schön das Haus aussieht: Denkmalgeschützt ist es nicht.

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Es verschwindet beinahe zwischen den Häusern, die es umgeben. Trotzdem ist das Jugendstilhaus an der Dornacherstrasse 83 in Basel vielen ein Begriff. Es hat den Bauboom früherer Jahrzehnte überlebt – 130 Jahre lang. Doch bald fahren die Bagger auf. Das verkündet ein Schild, das an der Liegenschaft angebracht ist. Das Haus soll komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

In den sozialen Medien wird der Abriss kontrovers diskutiert: «Im Quartier wurde schon zu viel Schönes abgerissen. Erneuerung mag gut sein, aber ein solch buntes, historisches und lebendiges Quartier muss mit den älteren Bauten erhalten bleiben!», meint eine Userin auf Facebook. «Wo bleibt der Denkmalschutz?», fragen andere.

Der Denkmalschutz hätte bei diesem Gebäude nicht viel zu melden, sagt Christof Wamister, Präsident des Vereins Heimatschutz Basel gegenüber 20 Minuten. Weder das Gebäude selbst, noch Elemente davon stünden unter Schutz, obwohl es durchaus Denkmalwert für das Quartier habe: «Bei der Liegenschaft handelt es sich um einen markanten Bau im Quartier, es wäre schade, wenn er verschwindet», meint er.

Der Neubau ist günstiger als eine Sanierung

Dessen ist sich auch der Besitzer der Liegenschaft, Max Gächter, bewusst: «Wir haben uns lange Zeit genommen, zu überlegen, was mit dem Gebäude passieren soll. Sowohl zur Sanierung, als auch zum Neubau haben wir Offerten eingeholt.» Schlussendlich habe man sich für das Neubauprojekt entschieden.

Knapp dreieinhalb Millionen Franken kostet das Vorhaben, auch weil im Gebäude Asbest gefunden wurde. «Die Sanierung wäre deutlich teurer geworden, da das Haus viele gesetzliche Vorlagen der heutigen Zeit nicht mehr erfüllt. Durch den Neubau entstehen ausserdem drei Wohnungen mehr.», so Gächter.

Tatsächlich: Laut den Bauplänen wird der verfügbare Wohnraum verdoppelt. Dies auch, weil das neue Haus zwei Stockwerke höher sein wird, als das alte. Im obersten Stockwerk soll eine 111 Quadratmeter grosse Zweizimmer-Attikawohnung entstehen. Gächter beteuert gegenüber 20 Minuten dass die Wohnungen in unmittelbarer Bahnhofsnähe «Zum quartierüblichen Preis von Neubauten» vermietet werden sollen, nähere Details zu den Mieten möchte er nicht nennen.

Im Falle der Attikawohnung wäre laut Mietpreisraster des Statistischen Amts Basel-Stadt ein Preis von über 2700 Franken quartierüblich.

(kom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimmy am 29.04.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalschutz

    Ich kann euch dafür potthässliche Gebäude zeigen, die zudem nicht besonders alt sind aber dafür schon unter Denkmalschutz stehen.. Soll mal einer verstehen.

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  • Peter Pan am 29.04.2019 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Die Häuser entlang der Messe Basel wurden für Neubauten ( unter anderem für Hotels) auch abgerissen - gehörten der Stadt - ein privater hätte die Abrissgenehmigung nie erhalten. Rot/Grün und die Kohle kommt doch an Erster Stelle...

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  • Kässeli am 29.04.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld, Geld, Geld

    Überrascht? Nein es geht wieder einmal ums Geld und nicht Kultur zu erhalten, habe nichts anderes erwartet,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Iron Man am 30.04.2019 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaltsanierumg

    Und dann kommt bestimmt ein 4-eckiger Klotz hin

  • werner am 30.04.2019 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    ...gleiche Suppe

    ...weil der Denkmalschutz unter der gleichen Decke steckt!!

  • T.P. am 30.04.2019 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprachlos

    Schade das so vieles von Basel immer mehr Abgerissen wird ,schade das so viel Geschichte von Basel verloren geht wegen Neu bauten Miete werden höher ,was soll unsere Generation noch lernen ? Einfach Traurig, alte Gebäude gehören zu Basel es hat Charme es hat etwas was man nicht in Worte fassen kann,nur Traurig wegen Geld muss es weichen einfach weg? Es wird soviel Gebaut und wir zahlen auch Steuern wo nicht genug Geld damit es sich lohnt zu Renovieren?es gibt genug anderes wo es nicht braucht,lasst das Haus stehen,es gehört zu Basel und es gibt viele die gerne in so alte Häuser Wohnen.

  • Mr. Bull am 30.04.2019 02:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Es ist einfach nur ein haus. Absolut nicht zeitgemäs. Weder technisch, noch sicherheit. Dazu asbestverseucht. Und von nahem siehts auch nicht wirklich toll aus. Ausserdem geht es nur den besitzer was an.

  • Fantasy am 30.04.2019 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apotheke

    Und was geschieht mit der Apotheke?

    • Hugop am 30.04.2019 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fantasy

      Da gibt es sicher noch ein Dutzend mehr im Gundeli. Allein an der Güterstrasse gibt es gefühlt alle 150m eine.

    • Päuli am 30.04.2019 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fantasy

      Die darf danach zurück in den Neubau. So hiess es in den Lokalnachrichten.

    • H.Spörri am 30.04.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      Apothekerpreise

      Dem Apotheker gehört doch das Haus. Asbest bestimmt damals beim Umbau verwendet. Es gäbe noch 3 weitere Apotheken im umkreis von 300m. Da wird nun Geld gemacht mit Wohnungen, die Apotheke bringt wohl zu wenig ein.

    • Fantasy am 30.04.2019 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @H.Spörri

      Ok. Interessant. Ja dass es viele Apotheken im Quartier gibt, ist mir bewusst. Ist erst gerade eine zu gegangen. Aber dass es dem Apotheker gehört, wusste ich nicht.

    • Fantasy am 30.04.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hugop

      Weiß ich. :-) arbeite auch in einer

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