Wohltätige Weihnachtsessen

23. Dezember 2016 05:47; Akt: 23.12.2016 05:47 Print

«Zweite Familie ist das Zauberwort»

Damit niemand Weihnachten alleine feiern muss, werden in der Region Basel verschiedene wohltätige Feste veranstaltet. Die positiven Rückmeldungen treiben die Veranstalter an.

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Am Donnerstag ging es um 18 Uhr im Treffpunkt Glaibasel in der Feldbergstrasse los. Rund 40 Menschen nahmen am traditionellen Weihnachtsessen in der seit 1976 bestehenden Anlaufstelle teil. «Es kommen jeweils allerlei Menschen, ob Obdachlose oder AHV-Rentner, ob alleinerziehende Mütter oder junge Menschen – alle sind willkommen», erklärt Stellenleiter Hüseyn Haskaya.

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Niemand solle sich zu Weihnachten alleingelassen fühlen. Darum organisiert der Treffpunkt das alljährliche Fest, bei dem alle ohne Einschränkungen zusammen sein können. Gekocht wurde vor Ort. Alle Gäste bekamen je eine Tüte voll mit Früchten und Weihnachtsfressalien mit auf den Heimweg.«Für mich ist es immer etwas Besonderes, die strahlenden Gesichter unserer Gäste zu sehen. Das Zauberwort, das oft fällt, ist ‹zweite Familie›», so Haskaya.

Bis zu 250 Gäste in der Gassenküche

Die Gassenküche Basel bietet Armutsbetroffenen seit 27 Jahren tagtäglich gesunde Mahlzeiten. An Heiligabend veranstaltet sie ein traditionelles Weihnachtsessen im Kultur- und Begegnungszentrum Union, ebenfalls um 18 Uhr. Laut Leiterin Brigitte Tschäppeler werden an die 250 Gäste erwartet. «Natürlich kommen viele unserer Klienten, aber auch Menschen, die sonst allein wären», sagt sie. Am Ende würden sich alle freuen, dass sie gekommen sind, denn es sei jedes Jahr «ein Highlight».

So wolle das Team, das die Veranstaltung organisiert, sich diese trotz Heiligabend nicht entgehen lassen. Das Personal kocht unter der Leitung eines Küchenchefs ein Mahl aus frischen Zutaten. Was dieses ist, bleibt aber bis zum Auftischen ein Geheimnis. Das Gleiche gilt für die Musiker, die jedes Jahr für Stimmung sorgen. «In den letzten Jahren sind viele Muslime zu uns gekommen. Ich finde es toll, dass sie mit uns Weihnachten feiern», so Tschäppeler. Darum sei das Fest auch religiös neutral gestaltet; im Vordergrund stehe das Zusammensein.

Essen und Carfahrt

Bei der 29. Weihnachtsfeier des Vereins Zum Schwanen im Kultur- und Sportzentrum Münchenstein an Heiligabend gibts gleich ein Sechs-Gang-Menü. Es wird von zwei Köchen zubereitet, die Teil eines 37-köpfigen Teams sind. Der Verein setzt sich seit 1988 für «Allein- und Daheimgebliebene» ein, wie Präsident Freddy Baumann sagt. Er rechnet mit rund 150 Personen, die dieses Jahr an der Veranstaltung teilnehmen.

«Es ist ein grosser Aufwand», sagt Baumann. Aber auch ihm geben die positiven Rückmeldungen Kraft, ihn weiter zu betreiben. So bietet der Verein den Gästen der Weihnachtsfeier auch einen Bon für eine Carfahrt mit Essen im Frühling. «Wo es hingeht, bleibt aber noch ein Geheimnis», so Baumann.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kira am 23.12.2016 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    An alle Helfer die sich bereit erklärt haben andern ein schönes Weihnachtsfest zu gestalten ein herzliches DANKESCHÖN

    einklappen einklappen
  • Heidi&Peter am 23.12.2016 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

    Ein sehr ehrenwertes Projekt, Respekt! Teilhabe zu ermöglichen ist wichtig. Weihnachtsfeiern 'religiös neutral' zu gestalten verstehe ich allerdings nicht (und dies nur, weil auch einige Muslime kommen?!) denn wer an Weihnachten alleine ist und dies als besonders schmerzlich empfindet, kommt doch v.a. aus dem christlichen Kulturkreis, sonst ist es doch ohnehin imgrunde bedeutungslos und daher auch banal/egal, allein zu sein? Aber gerade der Kern von Weihnachten, dass ein Licht in unser Dunkel kommt, ist doch die gute Nachricht bzw. Hoffnungsbotschaft. Warum dies den Besuchern vorenthalten?

  • Matthias Müller am 23.12.2016 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und auch die "Kundi"

    Nicht zu vergessen die Kundenweihnacht des CVJM welche seit 1895 (!) stattfindet. Organisiert vom CVJM Kleinbasel gehört die Weihnachtsgeschichte und Weihnachtslieder selbstverständlich dazu. Sympathisch und von ehrenamtlichen Helfern organisiert. Matthias Müller

Die neusten Leser-Kommentare

  • No comment am 24.12.2016 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    In der Umfrage fehlt die Antwort: darf/ muss arbeiten! Schöne Feiertage euch allen!

  • Floflorian am 23.12.2016 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weihnachten religionsneutral???

    sorry, eeehhmmm, wie kann weihnachten religionsneutral gefeiert werden? etwas christlicheres gibt es ja garnicht. ausserdem, muss das denn sein? darf man jetzt nicht mal mehr an weihnachten christ sein???

  • B-Mobil am 23.12.2016 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Weihnachtsessen

    Was habt ihr denn für ein Rezept für Menschen die an den Weihnachtstagen arbeiten müssen (auch Abends) und danach frei haben, und genauso alleine sind? Alle anderen haben ja bereits gefeiert....die kommen nicht mehr. Saudofe Situation.

  • Matthias Müller am 23.12.2016 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und auch die "Kundi"

    Nicht zu vergessen die Kundenweihnacht des CVJM welche seit 1895 (!) stattfindet. Organisiert vom CVJM Kleinbasel gehört die Weihnachtsgeschichte und Weihnachtslieder selbstverständlich dazu. Sympathisch und von ehrenamtlichen Helfern organisiert. Matthias Müller

  • Heidi&Peter am 23.12.2016 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

    Ein sehr ehrenwertes Projekt, Respekt! Teilhabe zu ermöglichen ist wichtig. Weihnachtsfeiern 'religiös neutral' zu gestalten verstehe ich allerdings nicht (und dies nur, weil auch einige Muslime kommen?!) denn wer an Weihnachten alleine ist und dies als besonders schmerzlich empfindet, kommt doch v.a. aus dem christlichen Kulturkreis, sonst ist es doch ohnehin imgrunde bedeutungslos und daher auch banal/egal, allein zu sein? Aber gerade der Kern von Weihnachten, dass ein Licht in unser Dunkel kommt, ist doch die gute Nachricht bzw. Hoffnungsbotschaft. Warum dies den Besuchern vorenthalten?