Forschung im Rhein

01. Juli 2014 06:31; Akt: 01.07.2014 06:31 Print

1000 Kilometer Reise für einige Gramm Plastik

von Samuel Hufschmid - Ein Basler Student macht sich entlang des Rheins auf die Suche nach kleinsten Plastikteilen im Wasser. Nach der Reise nach Rotterdam kommen Monate im Labor auf ihn zu.

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«Es gibt Hochrechnungen, laut denen täglich mehr als vier Tonnen kleinste Plastikteile via Donau ins Schwarze Meer gelangen», erzählt Thomas Mani, der an der Uni Basel Nachhaltige Entwicklung studiert. «Mit meiner Masterarbeit will ich prüfen, ob es dieses Problem auch im Rhein gibt.» Dafür scheut der 27-Jährige keinen Aufwand: In einer 15-tägigen, von einer Stiftung finanzierten Reise mit einem Kleinbus wird er an zehn Stellen zwischen Basel und Rotterdam rund 4,5 Millionen Liter Rheinwasser filtern und die darin enthaltenen Schwebestoffe zurück ins Labor bringen. Dort werden die winzigen Plastikteile Stück für Stück unter dem Binokular untersucht, fotografiert und gewogen. Danach wird ein externes Forschungsinstitut mittels Infrarot-Spektroskopie ermitteln, von welchen Produkten der Mikroplastik möglicherweise stammt.

«Es ist eine aufwändige Arbeit, aber sie ist wichtig, denn gerade die kleinsten Plastikteilchen sind extrem schädlich, da sie von Kleinstlebewesen gefressen werden und so in die Nahrungskette gelangen», begründet der Student sein Interesse. «Ich bin der Meinung, dass bei vielen Plastik-Produkten die Leistung, die sie erbringen, nicht im Verhältnis zum Schaden stehen, den sie verursachen.» Das beste Beispiel seien Plastiktüten von Grossverteilern, die fünf Minuten lang gebraucht werden und danach 20 Jahre lang die Umwelt verschmutzen.

Schon kleinste Mengen ein Problem

Wie viel Plastik er während seinen 30 jeweils eine Viertelstunde dauernden Messungen finden wird, kann Mani nicht abschätzen. Aber weil er mit seinem Messgerät nur einen kleinen Bruchteil des Rheinwassers erfasst, würden selbst kleinste Mengen aufzeigen, dass auch der Rhein ein Mikroplastik-Problem hat. «Mein Wunsch wäre, dass meine Forschungsergebnisse dazu führen, dass die Plastik-Kontamination der Gewässer durch striktere Umweltmassnahmen möglichst verhindert wird. Möglich wäre auch eine staatliche Überwachung der Kontamination, wie sie heute für Schwebestoffe und Chemikalien bereits stattfindet.»

Für seine Forschungsreise, die am 7. Juli beginnt, ist Mani noch auf der Suche nach einem Assistenten. Weitere Informationen dazu unter assets.oceancare.org.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franz am 01.07.2014 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviele

    Menschen auf kleinstem Raum, zuviele Wegwerfartikel werden produziert, der Rhein ist mit Platikteilchen verseucht, wie auch die anderen Gewässer, Wasser ist das kostbarste Gut und der Mensch ist so doof, dieses zu verseuchen, wie den ganzen Planeten.

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  • A.s am 01.07.2014 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal was Gutes

    Gute Sache!!

  • Andy am 03.07.2014 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke für diese wertvolle Arbeit, Thomas!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andy am 03.07.2014 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke für diese wertvolle Arbeit, Thomas!

  • Franzi am 01.07.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Müll sammel wäre sinnvoller

    Basel -Rotterdam mit dem Kleinbuss. Was für eine unnötige Fahrt welche auch die Luft verpestet. Solch unnötige, doofen Aktionen. Welche Altergruppe ist den für den vielen Müll welcher überall weggeworfen wird verantwortlich. Sicher nicht die pensionierten!

  • Peti am 01.07.2014 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Seiten

    Ich finde gut was er macht... aber wenn er mit 27 noch immer Student ist, finde ich das ganze dennoch merkwürdig. Nicht, dass man in diesem Alter nicht mehr studieren sollte, wann aber beginnt der Herr, wirklich etwas für die Umwelt zu tun?

    • Ijelli am 31.07.2014 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      Jawoll

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  • Angelika Duff am 01.07.2014 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    App erkennt Mikroplastik in Kosmetik

    Kennt ihr die App "Beat the Microbead"? Gibts neu auch in der Schweiz - für mikroplastikfreies Einkaufen von Kosmetikprodukten. Wir alle können durch unser Konsumverhalten etwas dazu beitragen, dass Mikroplastik gar nicht erst ins Abwasser und dadurch in die Flüsse, Seen und ins Meer gelangt.

  • Lenny am 01.07.2014 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Langweilig und zuviel Zeit!

    Hat der nichts anderes zu tun? Dann soll er sich doch zum Aufräumen melden anstatt den Teilchen hinterherzureisen ist ja auch nicht gerade öko