Strafgericht BL

16. Juni 2019 18:20; Akt: 16.06.2019 18:20 Print

Vergewaltigte Mann 15-Jährige auf Spielplatz?

Am Montag beginnt vor dem Baselbieter Strafgericht ein Prozess gegen einen Mann, der zwei Mädchen missbraucht haben soll.

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Im Sommer 2004 lernten sich ein 24-Jähriger und eine 15-Jährige in einer Disco in Richterswil ZH kennen. Am nächsten Morgen trafen sich die beiden in Pfäffikon ZH und tauschten Zungenküsse aus, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift.

Danach habe der 24-Jährige das Mädchen zum Spielplatz gelotst. Dort soll er sie missbraucht und vergewaltigt haben. Dabei benutzte er kein Kondom. Er sagte ihr, dass ihr niemand glauben werde, wenn sie ihn anzeige und dass er ihrer Freundin etwas antun würde, wenn sie zur Polizei gehe, so die Staatsanwaltschaft.

Es gibt noch ein zweites Opfer des heute 39-Jährigen. Der damals 14-Jährigen gegenüber gab er sich, vier Jahre nach der mutmasslichen Vergewaltigung auf dem Spielplatz, als 19-Jähriger aus, obwohl er schon 29 war. Gemäss dem Gesetz sind grundsätzlich alle sexuellen Handlungen mit unter 16-Jährigen sexueller Missbrauch.

Der Beschuldigte verabredete sich mit der 14-Jährigen auf dem Spielplatz in Rothenfluh BL. Dort berührte er sie an den Brüsten und zwischen den Beinen, später kam es bei ihrer Mutter daheim zu einvernehmlichem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Aus Angst, schwanger zu werden, nahm die 14-Jährige am nächsten Tag eine Pille zur Notfallverhütung.

Mädchen in Notlage gebracht und dann ausgenutzt?

Die beiden blieben in Kontakt, bis er sie etwa einen Monat später nach einer Party auf seinem Töff zu sich nach Hause fuhr. Dieses befand sich in Bürgelen UR, etwa 130 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt. Wegen der Distanz und weil sie kein Geld für ein Billet hatte, musste sie bei ihm übernachten.

Es kam wiederum zum Geschlechtsverkehr. Am nächsten Tag lieh sie sich Geld von ihm und fuhr nach Hause. Danach brach sie den Kontakt zu ihm ab und traf ihn nur noch einmal, um ihm das Geld zurückzugeben.

Dem heute 39-Jährigen werden mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache sexuelle Nötigung und mehrfache Vergewaltigung vorgeworfen. Das Urteil wird am Dienstag, 18. Juni erwartet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(kom)