Auf Instagram geteilt

27. April 2019 09:41; Akt: 27.04.2019 09:41 Print

19-Jähriger wegen Porno-Video fast ausgeschafft

Ein Bosnier (19) teilte ein ekliges Pornovideo mit Kollegen und riskierte damit seine Ausschaffung. Der Fall sei exemplarisch, sagen Experten.

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Der junge Montage-Elektriker aus Pratteln hatte sich nichts dabei gedacht, als er im Oktober 2017 das geschmacklose Filmchen über Instagram an seine Kollegen schickte. Darauf zu sehen war ein Junge, der über einen älteren Mann ejakuliert und danach lachend davonrennt.

Dass es sich dabei um illegales pornografisches Material und verbotene Pädophilie handelte, war dem damals 19-Jährigen nicht bewusst. Ebenso wenig, dass er damit einen Landesverweis riskierte, Denn der junge Mann ist Bosnier. Diese Woche musste er sich vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Der Elektriker flog auf, weil das «National Center for Missing and Exploited Children» aus den USA den Behörden in der Schweiz wegen des Filmchens Meldung erstattete. Der junge Mann fiel aus allen Wolken.

«Ich sah es nicht als Kinderpornografie, es war kein Thema im Freundeskreis.»

Der Fall ist exemplarisch. Im Februar erhielt ein junger Mann in Zürich Besuch von der Polizei, nachdem das FBI ihn bei der Schweizer Justiz gemeldet hatte. Er leitete ein Filmchen, dass jemanden beim Sex mit einem Esel zeigt, seinen Cousins weiter. Auch ihm sei jegliches Unrechtbewusstsein abgegangen. Verurteilungen von Minderjährigen und jungen Erwachsenen wegen Pornografie steigen seit Jahren.

«Wenn Jugendliche etwas Auffälliges sehen, dann teilen sie es gern.»

Auch die Jugend- und Präventionspolizei Basel-Stadt ist regelmässig mit solchen Fällen konfrontiert. Ihre Leiterin Katja Arnold besucht oft Schulklassen, wo sie das Thema anspricht. «Jugendliche wissen schon, dass sie solches Material nicht teilen dürfen, aber im entscheidenden Moment ist es ihnen selten bewusst», erklärt sie in der «Basler Zeitung».

«Als 19-Jähriger in der Schweiz kann man nicht behaupten, dass man nicht gewusst habe, dass so etwas verboten ist.»

Der junge Bosnier kam vor dem Baselbieter Strafgericht mit einem teuren Denkzettel davon. Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt und hat Verfahrenskosten in der Höhe von mehreren tausend Franken zu tragen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, einen Landesverweis zu beantragen, weil sie einen Härtefall voraussetzte.

(lha)