Insektensterben

30. Januar 2020 11:29; Akt: 30.01.2020 11:29 Print

90 Prozent einer wichtigen Käferart sind weg

Der Erdbockkäfer ist selten und geschützt. Dennoch gilt er als wichtiger Indikator für Insektenbestände. Nun haben Forscher einen dramatischen Rückgang der Art festgestellt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In den letzten 20 Jahren sind 90 Prozent der seltenen und geschützten Erdbockkäfer rund um Basel verschwunden. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie der Universität Basel, die 13 Standorte im Dreiland untersucht hat. Das ist gravierend, weil von vom Erdbockkäfer auch auf die Bestände anderer Arten rückgeschlossen werden kann, so die Forscher. Sie befürchten, dass dies mit einer «dramatischen Abnahme» der Artenvielfalt einhergehe, wie Studienleiter Dirk Baur gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von SRF sagt.

Umfrage
Was halten Sie von den Ergebnissen der Studie?

Insekten wie der Erdbockkäfer würden wichtige Leistungen für das Ökosystem erbringen, so Baur weiter. Dazu gehörten die Bestäubung von Obst und Gemüse, die Auflockerung des Bodens sowie die Reduktion von Schädlingspopulationen. Mit dem Rückgang der Artenvielfalt würden diese Leistungen «schleichend abgebaut», warnt er.

Schuld ist der Mensch

«Es ist immer der Mensch, der den Käfer vertreibt», mahnt Baur im «Regionaljournal». Als hauptverantwortlich für das Verschwinden der Art sieht er die intensive Landwirtschaft. So würden intensive Düngung und der Einsatz von Herbiziden den Tieren zusetzten. Am Rheinbord werde der Käfer durch die intensive Freizeitnutzung vertrieben. In Allschwil BL sei er durch eine Überbauung bedroht.

Gemäss Informationen der Stadtgärtnerei Basel-Stadt wurde der Bestand der Art am Rheinbord der Stadt im Jahr 1988 auf knapp tausend Exemplare geschätzt. Im Jahr 2004 seien erstmals keine der Tiere mehr gefunden worden. Ein Aussterben sei zu befürchten. Zudem müsse man davon ausgehen, dass die flugunfähige Art ihr altes Territorium nicht von anderen Gebieten aus wiederbesiedeln kann.

(las)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter am 30.01.2020 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    mehr unordnung kostet nichts

    es braucht wieder mehr unordnung. im garten, an feldrändern usw. die ganze schweiz sieht fast aus wie ein park. kein bisschen altgras was den winter über stehen bleibt, kein totholz was irgendwo verrottet, kein laubhaufen der liegen bleibt usw. es bräuchte so wenig um viel zu bewegen. aber wir sind pingel und bünzlis geworden die mit totgespritzen schottergärten und rasenmährobotern zeigen müssen wer wir sind

    einklappen einklappen
  • Siebenschläfer am 30.01.2020 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Guuutteen Moorggen Schhwweeeiiiz

    Die Insektenwelt in der Schweiz ist fast ausgerottet, aber es fällt der Schweiz erst jetzt auf! Soviel zum modernen Land! Aaauuufffwwwaaaccchhheeeen

    einklappen einklappen
  • sam am 30.01.2020 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logische Folge

    Das habe ich doch gestern auch schon geschrieben, die Menge macht das Gift. (Mensch)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pius am 31.01.2020 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Forscher

    Leider gibt es aber zuviele Forscher bei uns. Was die immer alles erforschen. Da sollte mal ein Rückgang feststellt werden.

  • Tom am 31.01.2020 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe denn zusammenhang

    Wenn man teilweise die Kommentare liest, fragt man sich wo die Allgemeinbildung geblieben ist.

  • Agillo am 30.01.2020 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Got it!!

    Ich habe heute in Allschwil neben dem Briefkasten einen gesehen!!

    • T. Rottel am 30.01.2020 20:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Agillo

      Ich gratuliere Ihnen sehr herzlichst, dafür bekommen Sie sicher ein Guetzli oder es Nüssli für diese Bahnbrechende Beobachtung.

    • Maracucho am 31.01.2020 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Agillo

      Und ich mehrere beim Bussen verteilen.

    einklappen einklappen
  • Konrad Heule am 30.01.2020 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ohne Käfer

    Wenn ich da so an diese Zeckenkäfer denke, nicht schlimm. Käfer sind nur lästig.

    • quali am 30.01.2020 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Konrad Heule

      Käfer sind ein Teil des Ganzen. Sowie auch Sie. Und es braucht alle Teile.

    einklappen einklappen
  • didi191 am 30.01.2020 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der Preis zu hoch?

    Man müsste sich fragen, ob uns die ewige Begründung der Förderung des Wohlstands für negative Eingriffe in der Natur und im Leben der Menschen, nicht zu teuer kommt