Kaiseraugst AG

04. Februar 2019 18:02; Akt: 04.02.2019 18:02 Print

Büsi Muraya lag blutend mitten auf der Fahrbahn

In Kaiseraugst wurde am Samstag eine Katze angefahren und liegen gelassen. Dank sieben Frauen mit einem Herz für Tiere kam es für Büsi Muraya aber dennoch zu einem Happy End.

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Am Samstagabend wurde Katze Muraya in Kaiseraugst angefahren. Der verantwortliche Lenker liess sie schwer verletzt auf der Hauptstrasse zurück.

Eine Gruppe von Freundinnen sah das braun-schwarze Tigerchen kurz darauf und hielt sofort an. «Wir waren mit dem Auto auf dem Weg zum Essen, als wir die Katze sahen», erzählt Jennifer Hardy, eine der Finderinnen, gegenüber 20 Minuten. Das leidende Tier lag mitten auf der Fahrbahn bei einem Kreisverkehr nahe der Roche.

«Die Katze war unter Schock und hat sich nicht bewegt, sie hat aus dem Mund geblutet und auch ein Auge war blutunterlaufen», erzählt sie weiter. Die Frauen hätten zunächst vergeblich versucht, einen Tierarzt zu erreichen. «Dann hat eine Frau angehalten und es stellte sich heraus, dass sie eine Tierärztin ist. Sie war unser Engel», so Hardy. Die Ärztin untersuchte Muraya kurz und verwies die Freundinnen schliesslich an die Tierklinik in Münchenstein.

Vom verletzten Büsi posteten sie ein Bild auf Facebook in der Gruppe «Kaiseraugst lebt», das sich in Windeseile verbreitete. Das Schicksal von Muraya bewegt: rund 2000 Mal wurde der Post geteilt.

Muraya ist wohl über dem Berg

Sofort machten sich die Finderinnen auf den Weg nach Münchenstein, um Büsi Muraya in professionelle Hände zu übergeben. «Wir wurden dort sehr hilfsbereit empfangen», erinnert sich Hardy. Noch am selben Abend konnte über den Chip des Büsis dessen Besitzer ausfindig gemacht werden.

«Wir wurden um neun Uhr abends informiert», erzählt die Halterfamilie Obrist gegenüber 20 Minuten. Mittlerweile sei Murayas Kreislauf stabil: «Wir müssen jetzt abwarten wie es mit ihr weitergeht. Sie hat ein Schädel-Hirn-Trauma und ist momentan in der Sauerstoffbox, da sie noch Unterstützung beim Atmen braucht.»

Ihr bester Freund ist ein Hund

Einen Lichtblick gibt es aber schon jetzt, denn Muraya habe ihre Katzenmama trotz ihres schwachen Zustands gleich wiedererkannt: «Sie hat auf mich reagiert, das hat mich gefreut», so Obrist. Und auch ihr bester Freund, Hund Pacha, durfte mit auf Visite. Noch diese Woche kann das junge Büsi voraussichtlich die Klinik verlassen und heimkehren.

Auf Facebook ist die Anteilnahme gross, Dutzende leiden mit Muraya mit. «Schön, dass die Besitzer gefunden wurden und es ihr besser geht. Ich hatte mir wirklich mega grosse Sorgen gemacht», kommentierte eine Userin den Post in der Gruppe «Kaiseraugst lebt». Auch die Retterinnen werden dort mit Lob überhäuft. «Es gibt noch Menschen mit Herz», freut sich eine.

«Autofahrer haben nur abgebremst und gegafft»

Wer die Katze angefahren hat, weiss Hardy nicht. Doch was sie besonders schockierte, war die Herzlosigkeit der Autofahrer, die vorbeigefahren sind: «Ausser der Tierärztin und einem Mann hat uns niemand geholfen. Ungefähr fünf Leute sind direkt vorbeigefahren, einige andere bremsten auf Schritttempo ab und gafften nur», erinnert sich Hardy.

Auch die Facebook-Gemeinde ist entsetzt über den Vorfall. «Die Person, die die Katze angefahren hat, sollte verzeigt werden», findet eine Userin. Ein anderer fordert härtere Konsequenzen für den Flüchtigen: «Am besten gleich ins Gefängnis für ein paar Wochen.»

(mis)