Basel

01. Februar 2011 22:53; Akt: 01.02.2011 22:17 Print

Anklage: Sieben gebrochene Rippen

von Anna Luethi - Vier junge Deutsche stehen seit gestern vor Gericht: Sie sollen im September einen Mann vor dem Klingeli ohne besonderen Grund übel verprügelt haben.

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Tatort Restaurant Klingental. (lua)

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Gerade knapp zwölf Stunden dauerte die Freiheit des Angeklagten Sergej K.*. Am 14. September 2010 wurde der heute 22-jährige Lörracher um 11 Uhr aus der Untersuchungshaft in Basel entlassen, wo er unter anderem wegen Diebstahls gesessen hatte. Um 22.40 Uhr wurden Sergej und zwei seiner Kollegen festgenommen, später noch ein dritter: Ihnen wird schwere Körperverletzung und Angriff vorgeworfen. Sie sollen einen 55-Jährigen vor dem Restaurant Klingental massiv zusammengeschlagen und mit «kickboxartigen» Tritten traktiert haben. Das Opfer erlitt sieben Rippenbrüche, Lungen­gewebe wurde gequetscht, Luft und Wasser sammelten sich in der Brusthöhle – ohne ­Operation wäre der Mann gestorben.

«Sie gingen wie die Wilden auf ihn los, es war wie in einem schlechten Film», so ein Zeuge, der mit dem Opfer unterwegs war. Warum es vor dem Restaurant zum Eklat kam, ist unklar. Keiner der ­Angeklagten erinnert sich an den Abend, drei von ihnen hatten anlässlich Sergejs «Entlassungsfeier» massiv Alkohol getrunken und 1,3 bis 2,7 Promille intus. «Wir tranken am Nachmittag drei Kasten Bier und eine Flasche Wodka, danach wollten wir Sergej eine Frau spendieren», so einer der Angeklagten. Nun sitzen alle in Untersuchungshaft in der Schweiz, weil Fluchtgefahr ­besteht. Das Urteil wird morgen erwartet.