Basel

04. Dezember 2019 11:14; Akt: 04.12.2019 17:03 Print

FCB-Ultras nach Schlacht mit Polizei angeklagt

Bei Fan-Ausschreitungen im April 2016 wurden mehrere Polizisten verletzt. Ein Unbeteiligter verlor ein Auge. Nun wird den Randalierern der Prozess gemacht.

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Nach dem Fussballklassiker FCB gegen FCZ am 10. April 2016 kam es auf der Eventplattform hinter der Muttenzerkurve beim St.-Jakob-Park urplötzlich zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des FCB und der Polizei.

Mindestens acht Polizisten wurden verletzt. Es entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Ein Unbeteiligter verlor wegen Gummischrot ein Auge, ein Kleinkind wurde verletzt. Ein Polizist wurde abseits des Geschehens von mehreren Personen spitalreif geschlagen. Polizeifahrzeuge wurden demoliert.

16 Personen angeklagt

Wie die «bz» berichtet, liegt nun die Anklage gegen insgesamt 16 Personen vor. Geklagt wird unter anderem wegen Sachbeschädigung, Land- und Hausfriedensbruchs, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Die Männer im Alter zwischen 23 und 37 Jahren wurden teils per Fahndung im Internet ausfindig gemacht. Der Prozess gegen sie findet voraussichtlich im Frühling statt.

Im Zuge von Hausdurchsuchungen seien szenetypische Gegenstände wie Schlagringe und Pyros aufgetaucht. Einige Beschuldigte stünden der Ultragruppierung 187 nahe, die rechtsextremes Gedankengut offenbare. Mehrere Beschuldigte seien einschlägig vorbestraft.

Eigenes Territorium?

Laut Anklageschrift hat die Polizei damals befürchtet, dass Basler Ultras den Bahndamm zum Extrazug der FCZ-Fans hochklettern wollten. Das wollten die Sicherheitskräfte verhindern. Der heranrückenden Verstärkung der Polizei sollen sich auf der Eventplattform rund 150 gewaltbereite FCB-Fans entgegengestellt haben. Diese hätten die Plattform hinter der Muttenzerkurve als ihr «eigenes Territorium» verstanden – eine «absolut irrige Vorstellung», wie es in der Anklage heisst.

Auf Bildern ist in der Folge ein Stellungskampf mit fliegenden Gegenständen und Gummischrot in Kombination mit gezielten Attacken zu sehen. Umstehende sollen sich mit den Schlägern solidarisiert haben. Gruppen splitterten sich wiederum ab, um andernorts weiterzurandalieren. Der Prozess ist auf Anfang des nächsten Jahres terminiert.

(obr)