Basler Verkehrsbetriebe

08. Januar 2020 11:06; Akt: 08.01.2020 14:22 Print

Drei ehemalige Chefs müssen vor den Richter

Gegen drei ehemalige Führungskräfte der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) wird Anklage erhoben. Die Deliktsumme beträgt 300'000 Franken.

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Gegen drei ehemalige Mitglieder des Verwaltungsrates beziehungsweise der Geschäftsleitung der BVB hat die Basler Staatsanwaltschaft beim Strafgericht wegen Verdachts der mehrfachen ungetreuen
Geschäftsbesorgung Anklage erhoben. Das teilte die Behörde am Mittwochvormittag mit. Die mutmassliche Deliktsumme beläuft sich auf rund 300'000 Franken.

2013 enthüllte ein Bericht der Finanzkontrolle des Kantons reihenweise Verfehlungen der Unternehmensspitze. Die wohl gravierendste Feststellung der Finanzkontrolle war die Tatsache, dass die BVB unter der Hand Aufträge in Millionenhöhe vergeben hatten. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.

Dienstwagen und Dienstwohnung?

Die Finanzkontrolle beanstandete auch die Anspruchnahme eines Dienstwagens und einer Dienstwohnung durch den damaligen BVB-Direktor Jürg Baumgartner. Dafür gab es keine rechtliche Grundlage. Als Dienstwagen nutzte Baumgartner einen VW Passat im Wert von 67'000 Franken.

Gegen welche drei Personen konkret Anzeige erhoben wurde, will die Staatsanwaltschaft auf Anfrage nicht bekanntgeben. Dass der damalige Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath und Jürg Baumgartner Teil der Ermittlungen waren, war bekannt.

Entlassung nach Belästigungs-SMS

Gudenrath trat, nachdem dies bekannt geworden war, zurück, Direktor Baumgartner kündigte kurze Zeit später seinen Rücktritt an. Er wurde dann aber entlassen, nachdem bekannt geworden war, dass er Mitarbeiterinnen mit SMS belästigt haben soll. Auch der Vizedirektor musste kurze Zeit später gehen.

Insgesamt wurden gegen acht beschuldigte Mitglieder des Verwaltungsrates beziehungsweise der Geschäftsleitung Verfahren geführt. Die Ermittlungen gestalteten sich aufwändig, insbesondere bedurften die im Bericht der Finanzkontrolle aufgeführten Sachverhalte detailliertere Abklärungen, schreibt die Staatsanwaltschaft am Montag. Die Verfahren in Bezug auf fünf Beschuldigte wurden mangels Beweisen eingestellt.

(jd/sda)