Euro-Airport

13. April 2019 18:29; Akt: 14.04.2019 09:08 Print

Bussard Chinook jagt die Tauben von der Piste

Eine Falknerin und ihr Wüstenbussard räumen am Basler Euro-Airport mit den Tauben auf. Dafür begeben sich die beiden zweimal die Woche auf Streife.

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Catherine Daucourt (50) und ihr Bussard Chinook (5) sorgen am Euro-Airport für Ordnung, denn wenn das Zweierteam am Flughafen beim Hangar aufgeboten wird, haben die lästigen Tauben nichts mehr zu lachen.

Wie die bz Basel berichtete, sorgen diese mit ihren Kot für Rost auf den Schneeräumungsfahrzeugen, die mit ihren Preisen schwer ins Gewicht fallen. Und genau dort kommen die Falknerin und ihr Bussard zum Einsatz: «Diese Methode bewirkt, dass die Hangars auf eine natürliche Art und Weise von Tauben freigehalten werden», erklärt Vivienne Gaskell vom Euro-Airport. Das sorge obendrein noch für eine bessere Hygiene.

Chinook ist ein Weibchen, ihrem Namen hat sie einer französischen Comicfigur zu verdanken. Um einen Bussard dieser Art in Frankreich zu halten, wo Catherine mit ihrem Mann lebt, braucht es einen Jagdschein und jede Menge Bewilligungen. Ausserdem verlangt die «Ausbildung» zur Falknerin viel Übung. Zwei bis fünf Jahre dauert es, bis man diese Tätigkeit professionalisiert hat. «Es gibt keine wirkliche Schule für angehende Falkner, darum sagen wir auch, dass es eine Kunst ist», fügt Catherine an.

Allein seine Präsenz vertreibt Tauben

Ihre Leidenschaft für Greifvögel teilt die 50-Jährige dabei mit ihrem Mann Jean-David, mit dem sie neben ihren insgesamt fünf Bussarden auch noch einen Falken und einen Uhu besitzt. Die Bussarde sind dabei dank ihrer natürlichen Eigenschaften für diesen Job wie geschaffen: «Allein die Präsenz von Chinook vertreibt die Tauben, sie bekommen es instinktiv mit der Angst zu tun, wenn sie sie sehen», führt Catherine aus. Zweimal die Woche komme sie mit dem Bussard zum Euro-Airport.

Ein Bussard sorgt am Euro-Airport für Ordnung

Getötet würden die Tauben beim Einsatz jedoch nicht, erklärt sie weiter. Das hänge mit dem Gewicht des Bussards zusammen. Um die Falknerei zu betreiben, sei es essenziell, sich damit im Detail auszukennen: «Ist der Bussard sehr leicht, sprechen wir von einem Jagdgewicht. Dann ist er auf der Suche nach Beute. Ist er hingegen zu schwer, kommt der Bussard nicht mehr zu mir zurück, da er sich für das Futter, das ich ihm gebe, nicht mehr interessiert. Darum ist es von grosser Bedeutung, dass das Gewicht des Bussards irgendwo dazwischenliegt», so Catherine. «Poids de Vol» nennt sie es, zu Deutsch: Fluggewicht. Dieses liege bei Chinook bei rund 950 Gramm.

Trotz ihrer Anstellung beim Euro-Airport ist und bleibt Chinook ein wildes Tier. Zwar werde es abgerichtet, jedoch bedeute das nicht, dass das Tier dressiert sei. Darum dauere es auch manchmal einen Moment, bis sie den Rufen der Falknerin Folge leiste. «Sie hat eben Charakter», weiss die Falknerin.

Border Collie am Pistenrand

Tierische Mitarbeiter gibt es auch auf anderen Flughäfen. Piper, ein Border Collie, hielt jahrelang Vögel von der Piste fern am Flughafen von Traverse City in Michigan, USA. Sein Job machte ihn weltweit bekannt. Er starb 2018.

(jes)