Basel

20. April 2019 11:36; Akt: 20.04.2019 11:36 Print

Warum hat diese Strasse nur gerade Hausnummern?

Warum gibt es Strassen mit nur geraden Hausnummern, und was hat die Schifflände mit der Nummerierung in Basel zu tun? Das Tiefbauamt hilft.

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Wer die fast zwei Kilometer lange Birsstrasse in Basel entlang schlendert, wird bei genauerem Hinsehen eine Entdeckung machen: Die Strasse in der Breite ist ausschliesslich mit geraden Nummern besetzt. Zum Vergleich: «An Plätzen werden die Häuser rundherum abwechselnd gerade und ungerade nummeriert. Hausnummern an gewöhnlichen Strassen finden ihr Gegenstück auf der anderen Strassenseite», weiss André Frauchiger vom Tiefbauaumt Basel.

Warum hat die Strasse nur gerade Nummern?

«Die einseitige Nummerierung setzt dann ein, wenn eine Strasse an ein Flussufer oder an einen Park grenzt», erklärt Frauchiger und erzählt, dass es in Basel neben der Birsstrasse fünf solcher Fälle gibt. Die prominenteste unter ihnen dürfte der Obere Rheinweg sein. Aber auch die Birsfelderstrasse, die Hans Huber-Strasse, die Predigerhofstrasse und der Schaffhauserrheinweg seien ausschliesslich einseitig nummeriert.

Seit wann haben alle Häuser in Basel Hausnummern?

Für diese Frage lohnt sich, so Frauchiger, ein Blick in die Geschichte. Dann würde klar: «Allzu lange ist es nicht her, dass die Häuser in Basel zum Teil noch ohne Hausnummer waren.»
Erst Ende des 18. Jahrhundert hatte man in Basel begonnen, alle Häuser zu nummerieren – Napoleon sei Dank. «Seine Soldaten mussten eine Unterkunft haben, während sie auf ihrer Durchreise in der Stadt residierten – und sie mussten diese auch finden», erzählt Frauchinger. Daraufhin habe man begonnen, die Strassen, wie in Frankreich, durchlaufend zu nummerieren.

Was hat das St.-Johanns-Tor damit zu tun?

«Das St.-Johanns-Tor war mit seiner Nähe zur Französischen Festung mit der Nummer eins versehen, das Haus daneben mit der Nummer zwei. Das setzte sich auch bei Beginn einer neuen Strasse so fort», sagt er. Laut Frauchinger sind die Nummern aus dem Ende des 18. Jahrhunderts seit der Einführung des Grundbuchs ersetzt worden. «Teilweise», so der Experte, «sind sie jedoch bis heute an den Fassaden der alten Häuser sichtbar.»

Wie funktioniert das mit den Hausnummern heute?

Heute sei die Nähe der Strasse zur Schifflände und zum Rhein ausschlaggebend, so Frauchinger. «Je näher das Haus beim Brückenkopf der Mittleren Rheinbrücke ist, desto kleiner ist die Hausnummer. Die von der Brücke aus gesehen linke Strassenseite bekommt ungerade, und die rechte Seite gerade Nummern.»

(jes)