Basel

12. Dezember 2019 07:11; Akt: 12.12.2019 07:11 Print

Aquädukte behindern Bau von Parkhaus

Der Bau des Kunstmuseum-Parkings in Basel ist wegen archäologischer Funde ins Stocken geraten. Bei den Grabungen kamen unter anderem Aquäduktbrücken zum Vorschein.

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«Aus verschiedenen Gründen» kommt es beim Bau des Parking Kunstmuseum in Basel zu Verzögerungen. Das gaben die Projektverantwortlichen am Mittwoch bekannt. Für jetzt geplante Gleis- und Strassenbauarbeiten müssten deshalb auf kommenden Frühling verschoben werden. Das Parking soll bis Ende 2021 fertig werden und 350 Abstellplätze in unmittelbarer Nähe zum Museum und der Basler Einkaufsmeile Freie Strasse bieten.

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Als Gründe werden vorgängig nicht bekannte, stillgelegte Werkleitungen und Baukörper im Untergrund des St. Alban-Grabens angeführt. Aber auch archäologische Funde im Bereich des Kunstmuseums. Die Archäologische Bodenforschung begleitet die Arbeiten und ist seit Oktober 2018 etappenweise immer wieder vor Ort.

Neben römischen Siedlungsresten, kamen bisher mehrere jüdische Grabsteine, der mittelalterliche Stadtgraben sowie zwei kleine Aquäduktbrücken zum Vorschein. Die beiden Brücken, die im 13. Jahrhundert errichtet wurden, überquerten den Stadtgraben, der zur Inneren Stadtmauer gehörte. Sie waren für die städtische Wasserversorgung des Spätmittelalters verantwortlich und führten das Brauchwasser hinauf zu den Brunnen auf dem Münsterhügel.

Die Funde wurden in 3D für die Nachwelt festgehalten

Martina Vogel, die Kommunikationsverantwortliche des Bauprojekts, sagte auf Anfrage, die beiden Brücken seien bereits in einer massstabgetreuen Dokumentation und in 3D für die Nachwelt festgehalten worden. «Funde dieser Art müssen aber nach der Dokumentation zerstört werden, damit der Bau weitergehen kann», führt sie weiter aus.

Der Autoverkehr in Fahrrichtung Wettsteinbrücke bleibt wegen der Verzögerungen bis voraussichtlich Ende April 2020 gesperrt, ebenso die Velospur. In Fahrtrichtung Bahnhof SBB verläuft der Autoverkehr ungestört.

(mhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny C. am 12.12.2019 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ingenieurskunst ist keine Kunst ?

    Zerstören ? Grabt das Ding aus und stellt es ins Museum. Dieser Bogen ist mehr Kunst als all der andere Nonsense, der dort ausgestellt werden wird. Das ist Planungs- und Ingenieurskunst aus dem 13. Jahrhundert. Von dem Plunder, der im Kunstmuseum ausgestellt wird, wird in 30 Jahren niemand mehr sprechen und der Nutzwert tendiert sowieso gegen Null.

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  • Graupe am 12.12.2019 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statt Bananen an die Wand zu hängen

    Solche Details sollten erhalten bleiben. Schon wegen der Machart. Mit den neuesten Bautechniken bringen Sie es nicht fertig das die Bauwerke 100erte von Jahren halten. Das wäre noch Qualität und vor allem ohne Chemie.

  • Bud S. am 12.12.2019 08:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es ist sowas von selten dämlich

    Was zerstören damit der Bau weiter gehen kann? ist Geschichte und Ingenieurskunst vergangener Tage weniger wert als der Plunder der Neuzeit? vor allen was dort ausgestellt wird, ist nonsens. da würde ich lieber einen Glaskasten drum herum bauen anstatt ein weiteres Parkhaus. unverständlich diese Bauwut. alles wird zerstört nur damit man den kapitalistischen Zwängen Einhalt gebietet. sinnlos. hoffentlich zerfällt das Parkhaus bald wieder.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 13.12.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Immer alles ausgraben & behalten?

    Ist ja schön und recht, wenn man Funde ausgräbt und restauriert, aber muss es wirklich jedes Mal sein? In dieser Stadt kann man wohl keinen Stein umdrehen, ohne dass nicht irgend etwas "antikes" ausgegraben wird.

  • Eleonore am 12.12.2019 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    "Die beiden Brücken seien in 3D und als Modell gesichert und können nun zerstört werden...." Also werden die antiken Artefakte zerschlagen, gesichert sind sie nicht. Ob der zuständige Mensch auch einverstanden wäre sich zerstören zu lassen nachdem er als Modell und in 3D gesichert wurde? Und sowas schimpft sich Museum.

  • alfmir am 12.12.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    ..und das für lausige 230 Parkplätze..

    Basel und Berlin... Sie Städte ähneln sich nicht nur wegen den Anfangsbuchstaben..Unglaublich der Aufwand, der für ein paar Parkplätze getrieben wird, statt diese anderswo zu erhalten..!

  • Sunflower am 12.12.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ist einfacher

    Die heutigen Bauwerke sind eh alles schrott. Aber Betonwürfel sind ja so modern. Einen Dom wie in Florenz können wir auch mit unserer tollsten Technik nicht nachbauen. Das Notre Dame wird für irgendwelche Künstler ausgeschrieben, die schon von Glas- und Pool-Decken träumen... Aber hauptsache ein altes Stück Baugeschichte wird für einen dummen Parkplatz (was für eine bauliche Meisterleistung!!) platt gemacht.

    • Julia am 12.12.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Sunflower

      Ohne den Parkplatzbau wäre die Viaduktbrücke nie zum Vorschein gekommen! Man kann nicht immer alles aufbewahren! Wen Sie sich für die Römer interessieren gehen Sie doch nach Augusta Raurica, nicht weit von Basel, auch dort sehen Sie Viadukte! Die Stadt muss sich weiterentwickeln, niemand will in einem Museum leben!

    • meierisli am 12.12.2019 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      diversifikation

      liebe julia, altes und neues können doch sehr gut nebeneinander stehen? es würde auch das leben interessanter machen. gehen sie mal nach zug in die wohnhaussiedlungen und atmen sie dort den einheitsbrei mal ein..

    • Baudelaire am 12.12.2019 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Julia

      ...Niemand? Woher erlauben Sie sich Ihre Meinung als allgemeinantwort für jeden Menschen zu nehmen? Also ich würde sehr gerne in einem Museum leben. Um einiges lieber als von Glashäuser, Betonklotzen und anderem scheinbar modernen und doch "totem" umgeben zu sein. Geschichte lebt.

    • Sunflower am 12.12.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Julia

      Wir können uns sehr wohl weiterentwickeln, ohne unsere Vergangenheit zu verleugnen oder zu zerstören. Und: Wieso kann man die Viadukte nicht einfach in den Bau einbeziehen? Cool inszenieren? HEY! Du gehst ins Kunstmuseum und schon im Parkhaus kriegst du was zu sehen? Wie krass ist das denn?! Das wäre auch mal ein USP für dein Museum. Aber das kostet halt extra Zeit/Geld für Umplanung etc. Möglichkeiten gäbe es genug. Aber Zerstörung ist einfacher.

    • Sunflower am 12.12.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Baudelaire

      Oh hell yes! Sag Bescheid, wenn du ein Zimmer zu vermieten hast; würde auch gern in einem wohnen. :^)

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  • ne am 12.12.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    parkhaus

    die,die das planen interesiert das gar nicht, wichtig ist, dass die finanziel auf ihre kosten kommen ob da jetzt noch historische sachen gefunden werden oder nicht.und wenn man sich vorher einwenig für den ort wo gebaut wird interessiert kan man annehmen dass man auf solche funde stossen könnte