Trotz Bekämpfung

07. Februar 2019 12:14; Akt: 07.02.2019 16:37 Print

Tigermücke wird im Basler Grenzgebiet zur Plage

Seit 2015 wird die Verbreitung der Tigermücke, einer Überträgerin von Tropenkrankheiten, in der Region überwacht und bekämpft. Trotzdem ist die Zahl der Insekten gestiegen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Asiatische Tigermücke ist im Raum Basel auf dem Vormarsch. Vom 2015 erstmals im Stadtkanton nachgewiesenen Blutsauger sind beim Monitoring 2018 in Basel-Stadt 21 Tiere und 423 Eier gefunden worden. An den Hotspots wird ihre Bekämpfung 2019 fortgesetzt.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann gefährliche Tropenkrankheiten übertragen, darunter Denguefieber oder Zika. In der Schweiz ist bis heute jedoch noch keine Krankheitsübertragung durch die Tiere dokumentiert, wie das baselstädtische Kantonslabor in einer Mitteilung vom Donnerstag festhält.

Internationaler Einsatz wegen Gefährdungspotenzial

Wegen seines Gefährdungspotenzials wird das Insekt über die Landesgrenzen koordiniert beobachtet. In Basel-Stadt waren 2018 dazu insgesamt 91 Fallen in 12 Gebieten platziert worden. In 16 dieser Fallen wurden Tigermücken oder deren Eier nachgewiesen, dies erstmals Mitte Juni.

Erwachsene Tigermücken gingen nur in einem Gebiet in die Falle, und zwar beim Zoll zur französischen Grenze. Da das Gebiet schon als Hotspot im Visier war, kamen dort auch Eiablagefallen zum Einsatz, in denen man 340 Eier fand. In zwei weiteren Gebieten wurden weniger Eier gefunden: auf dem ehemaligen Rangierbahnhof der Deutschen Bahn 20 und bei der Busstation SBB Gundeldingen 72.

Mehr Fundorte und spürbare Belästigung

Gemäss Kantonslabor nimmt die Anzahl der Fundorte zu. Teilweise breiteten sich die Tigermücken dort auch aus. Zudem habe die Populationsdichte zugenommen. Im Gebiet an der französischen Grenze werde die Asiatische Tigermücke inzwischen von Anwohnern als «spürbare Belästigung» wahrgenommen und erstmals auch als solche gemeldet.

«Die Tigermücke wird als besonders lästig empfunden, weil sie tagaktiv ist. Zudem kann das gleiche Insekt, im Gegensatz zu anderen Stechmücken, gleich mehrfach und an verschiedenen Stellen zustechen», erklärt Pie Müller vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut. Vor allem wer sich die Stiche nicht gewöhnt sei, könne besonders unter ihnen leiden. Einige Menschen könnten gar heftig reagieren.

Entsprechend wird das Insekt auch bekämpft. Dabei sei 2018 erstmals ein biologisches Insektizid (Vectobac G) an Privathaushalte und Firmen abgegeben worden, das sonst nur für Profis zugelassen ist. Der Bund habe wegen der Dringlichkeit der Lage eine Sondergenehmigung erteilt. Behandelt wurden damit schwer zugängliche stehende Wasser wie etwa Dolen oder Regenrinnen, die Tigermücken zur Eiablage nutzen könnten.

An der Grenze fest etabliert

Man müsse nun feststellen, dass die Tigermücke immer wieder eingeschleppt werde und «die Mückendichte in den betroffenen Gebieten auf tiefem Niveau steigt», bilanziert das Basler Kantonslabor. «Fest etabliert» habe sie sich beim Zoll an der französischen Grenze.

Deshalb werde im angelaufenen Jahr nicht nur die Überwachung fortgesetzt, sondern in jenem Grenzgebiet auch die Bekämpfung gleich zu Saisonbeginn aufgenommen. Intensiviert werde auch der trinationale Informationsaustausch.

Mücken sind aggressiv

In der Schweiz war die Asiatische Tigermücke 2003 im Tessin zum ersten Mal entdeckt worden. Sie gelangt zum Beispiel mit exotischen Pflanzen, im Passagierraum von Autos oder durch den Handel mit gebrauchten Autoreifen ins Land. Dass man sie entlang wichtiger Verkehrswege findet, ist kein Zufall.

Die Mücken, die am Tag stechen, gelten als sehr aggressiv. Ihr Stich kann – auch ohne Krankheitsübertragung – starke Reaktionen verursachen.

(las/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zoologe am 07.02.2019 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ansichtssache

    Mir machen diese kleinen Biester mehr Angst als der Wolf, Bär, Luchs.

  • Herbert89 am 07.02.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anfang

    Das ist erst der Anfang. Die Globalisierung hat halt nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile.

    einklappen einklappen
  • RF am 07.02.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt bekämpfen

    Die Tigermücke habe ich in Indien kennen gelernt. Bevor ich etwas von ihr wusste, ist sie mir aufgefallen, weil sie durch die Kleider gestochen hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sämi am 07.02.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wohl in der ganzen CH

    Im Bremgartenwald bei Bern habe ich diese Mücke vor zwei Jahren auch zum ersten Mal gesehen. Wie oben beschrieben sticht sie sogar durch Kleider und ist sehr auffällig.

  • Bauer am 07.02.2019 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bichelsee

    es hat sehr sehr viele und ausschliesslich nur Tigermücken im Sommer in meiner Gegend, es ist eine richtige Plage und Katastrophe! Sie sind sehr gross und sehr aggresiv!

  • mary rose am 07.02.2019 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zecken

    was ist mit Zecken, die sind viel schlimmer, wurden aber nicht eingeschleppt.

  • Joe CE am 07.02.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslungsgefahr

    Nicht zu verwechseln mit der asiatischen Buschmücke, welche ähnlich aussieht und tiefen Temperaturen gewohnt ist

  • Th. M. Rothenbühler am 07.02.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, ist per se nichts neues,

    denn wir hatten in der Schweiz die durch Stechmücken übertragene Malaria, und zwar in ausgedehnten Sumpfgebieten, z.B. zwischen Glarner Unterland, Walen- und Zürichsee oder die versumpften Gebiete zwischen Neuenburger-, Murten- und Bielersee. Mit den Gewässerkorrektionen und den Trockenlegungen der Sümpfe verschwand sie.