Eltern sind dafür

11. Dezember 2008 15:08; Akt: 11.12.2008 15:16 Print

Auch künftig Deutsch und Dialekt im Kindergarten

In Basler Kindergärten wird künftig in Standarddeutsch und Dialekt unterrichtet. Auf die ursprünglich geplante Einführung von Hochdeutsch als Alleinsprache soll im Stadtkanton verzichtet werden - ein Erfolg für die IG Dialekt.

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Nach Meinung des Erziehungsdepartements soll es in Basel-Stadt im Gegensatz zu vielen andern Kantonen keine Hauptsprache mit Fenstern für die andere Sprache geben. Vielmehr werden bestimmte Zeitanteile für beide Sprachen eingeführt, wie es am Donnerstag an einer Medienkonferenz hiess.

Zudem soll es eine flexibel gestaltbare Zeiteinheit geben. In dieser kann die Lehrperson je nach Situation und Standort des Kindergartens selbst entscheiden, welche Sprache gesprochen wird.

Bekenntnis zum Dialekt

Die Basler Schulen würden sich zum Dialekt als lebendige Umgangssprache und als wichtigen Identifikationsfaktor bekennen, sagte Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Die Schule sei aber verpflichtet, allen - auch den fremdsprachigen - Kindern die gleiche Bildungschance zu bieten.

Deshalb soll laut Eymann Hochdeutsch schon im Kindergarten gesprochen werden. Mit dem Gebrauch von Hochdeutsch und Dialekt komme das Erziehungsdepartement der IG Dialekt entgegen, die mit einer Initiative die Förderung des Basler Dialekts in den Schulen verlangen will. Die IG wehrt sich damit gegen die ursprünglich geplante Einführung von Hochdeutsch als Alleinsprache.

In 31 Basler Kindergarten-Klassen ist seit 2006 die Akzeptanz von Standarddeutsch erprobt worden. Eine externe Evaluation ergab, dass Lehrpersonen und Eltern von Kindergartenkindern mit Standarddeutsch diese Neuerung grundsätzlich positiv bewerten.

Patt bei Lehrpersonen

Kritik kommt vor allem von Lehrpersonen, die nicht am Projekt teilnahmen und skeptisch blieben. Die Evaluation ergab bei den Lehrpersonen eine Pattsituation. Deswegen müsse eine positive Einstellung gegenüber Hochdeutsch aufgebaut und die Kompetenz optimiert werden, sagte die Rektorin der Kindergärten.

85 Prozent der Eltern von Kindergartenkindern, die am Projekt teilnahmen, beantworteten die Befragung. Sie beurteilten mehrheitlich die Einführung von Hochdeutsch als positiv.

Der Erziehungsrat soll im 1. Quartal 2009 die Regelung für den Gebrauch von Standarddeutsch und Dialekt im Kindergarten verabschieden. Die Einführung beginnt im nächsten Schuljahr. Die Umsetzungsphase soll zwei Jahre dauern. In den Basler Primarschulen wird seit 2006 generell Schweizer Hochdeutsch gesprochen.

(sda)