Rheinpegel

27. Juli 2014 16:05; Akt: 27.07.2014 17:45 Print

Auf dem Floss herrscht das Prinzip Hoffnung

von Valeria Happel - Der Hochwasserpegel sinkt und der Optimismus steigt. Am Dienstag soll das Kulturfloss endlich ankern können. Ein Worst-Case-Szenario gibt es laut Floss-Kapitän Krattiger nicht.

Bildstrecke im Grossformat »
China: Die Schweizer Hardrocker feierten Ende der 80er und zu Beginn der 90er-Jahre internationale Erfolge. Nach der vorläufigen Trennung sind sie seit 2007 wieder vereint auf den Bühnen dieser Welt. Am 14. August bringen sie das Floss zum Beben, anstelle von Stiller Has, die wegen Krankheit absagen mussten. Vom 29. Juli bis 16. August ankert das Kulturfloss wieder vor dem Kleinbasler Rheinufer. Das Programm zum Durchklicken. Moop Mama: Urban Brass aus München. Die zehnköpfige Band eröffnet am 29. Juli mit fetten Bläsersätzen das Festival auf dem Fluss. Pippo Pollina: Der Wahlschweizer sizilianischer Herkunft ist als Liedermacher mittlerweile in ganz Europa bekannt. Mit seiner kraftvollen Stimme gastiert am 30. Juli auf dem Floss. Ritschi: Mit Plüsch fand er den Weg zu den Ohren einer Generation Schweizer Teenager(mädchen). Als Solokünstler ist er gereift und präsentiert sein zweites Werk «Öpfelboum u Palme» am 31. Juli auf dem Floss. Karamelo Santo: Diese Truppe braucht man in Basel nicht mehr vorzustellen. Zum zweiten Mal bringen die Flusspiraten mit einer explosiven Mischung aus Latin, Ska, Salsa, Reggae und Punk das Rheinufer am 1. August zum kochen. Wallis Bird: Die Entdeckung aus Irland. Die Sängerin vermischt Folk, elektronische Musik und Rock gekonnt. Am 2. August auf dem Floss. Sheila She Loves You: Diese junge Truppe aus Basel hat letztes Jahr den Basler Pop-Preis erhalten. Ein Versprechen für die Zukunft. Zu hören am 4. August. Pink Pedrazzi: Ein alter Hase im Geschäft, der letztes Jahr mit seinem ersten Soloalbum «A Calico Collection» die Herzen der Kritiker eroberte und jene des Publikums am 5. August erobern wird. Ira May: Das Baselbieter Soulwunder hat dieses Jahr aus dem Nichts die Schweizer Charts getoppt. Warum zeigt sie am 6. August. Boy & Bear: Indie-Folk-Rock aus Australien. Down Under zählen sie schon zu den Grössten. Hierzulande noch ein Geheimtipp. Am 7. August im Fluss. Chica Torpedo: Treibender Latin Rock n' Roll made in Switzerland, mal auf Berndeutsch und dann wieder auf Spanisch. Aber immer mit mächtig Dampf, Groove und Witz. Der Torpedo sprengt das Floss am 8. August. Kalles Kaviar: Die Basler Ska-Bastion. Seit 20 Jahren auf den Bühnen der Stadt und Europas. Am 11. August auf dem Wasser. Six60: Ein Quintett aus Dunedin, Neuseeland. Dort Superstars. Hier noch günstig genug zu haben, damit sie das Kulturfloss am 12. August präsentieren kann. Dan Croll: Der britische Singer-Songwriter durfte von Sir Paul McCartney persönlich lernen. Er bringt seine Mischung aus Folk mit elektronische Klängen am 13. August auf den Rhein. Stiller Has: Die raubeinige Schweizer Legende erzählt das volle Leben mit seinen Höhen und vielen Tiefen mit viel Poesie. Ein erfahrener Floss-Pirat. Am 14. August zu Gast. Baschi: Der Baselbieter Hitfabrikant beschliesst die Floss-Konzerte am 16. August. «Chum bring en hei.»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am vergangenen Freitag hätte das Kulturfloss bereits direkt neben der Mittleren Brücke positioniert sein sollen – das Hochwasser liess dies jedoch nicht zu. Noch immer ist keine schwimmende Konzertbühne zu sehen. Am Montag, nur einen Tag vor dem Auftaktkonzert der deutschen Kapelle Moop Mama, soll das Floss nun doch noch an den Veranstaltungsort gebracht und verankert werden.

Noch nie ist der Auftakt der Veranstaltung bisher ins Wasser gefallen – seit 15 Jahren steht das Floss nun schon alljährlich bereit. Vereinzelt mussten allerdings in der Vergangenheit Konzerte wegen Hochwasser abgesagt werden. Ein Worst-Case-Szenario gibt es jedoch nicht. Der Chef und Initiant der schwimmenden Konzertreihe Tino Krattiger geht nur vom Besten aus und hofft auf einen reibungslosen Start: «Beten und aufessen.» Mit der Band hat man sich allerdings schon geeinigt, sollte ihr Konzert wider Erwarten nicht stattfinden können.

Es bleibt nicht trocken

Ein Plan B in Form einer Indoor-Location kam für die Veranstalter nicht in Frage, ebensowenig wie die Verschiebung des Eröffnungskonzertes. Die Beteiligten haben vollste Zuversicht, was ihre Konzertplanung anbelangt. Der Countdown auf der Website der Floss-Veranstaltung läuft und zeigt sekundengenau die verbleibende Zeit bis zum Eventstart an. Nach dem Motto: Komme, was wolle.

Doch es bahnt sich wirklich etwas an. Der Wetterdienst MeteoNews prognostiziert für die nächsten Tage hohe Niederschlagsmengen in Teilen der Schweiz. Das wird möglicherweise auch den Rheinpegel erneut anschwellen lassen.

Zahlreiche Gefahren für das Floss

Nicht nur der hohe Rheinpegel, der vergangene Woche noch den gesamten Schiffsverkehr lahm gelegt hatte, droht den Floss-Auftakt buchstäblich ins Wasser fallen zu lassen. Gefährlich ist auch die reissende Strömung, die das Floss erheblich zum Wackeln bringen könnte.

Unter diesen Umständen könnten allerdings aber auch die Bands nicht zum Floss gebracht werden. Auch Treibgut wie Baumstücke könnten den Antriebsmotor des Schleppers blockieren und den Transport der schwimmenden Tribüne in Gefahr bringen.