Catch a Car Basel

15. März 2019 08:17; Akt: 15.03.2019 10:19 Print

Carsharing-Anbieter baut E-Auto-Flotte ab

Das Carsharing-Unternehmen Catch a Car reduziert die Flotte ihrer Elektroautos nach nur vier Monaten Testphase. Unterhalt und Beschaffung seien zu teuer.

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Nach nur vier Monaten haben die rund 30 neuen Elektrofahrzeuge der Carsharing-Firma Catch a Car schon ausgedient. Diese Woche teilte das Unternehmen, das die Vermietung von Autos per App anbietet, seinen Kunden mit, zwei drittel der E-Golfs wieder aus dem Verkehr zu ziehen.

Künftig fahren nur noch zehn von 30 der umweltfreundlicheren Autos durch Basel. Die Gesamtflotte von Catch a Car wird dadurch von 150 auf 130 Fahrzeuge verkleinert. Grund dafür seien die zu hohen Kosten, wie die «bz Basel» am Freitag mitteilte. Durch die im vergangenen November verkündete Vision des Unternehmens einer «sauberen Stadt ohne Abgase und Lärm», nahm Basel in Sachen nachhaltiger Mobilität einst eine Vorreiterrolle ein.

Treibstoff-Autos billiger

Ende Januar hat die Genossenschaft Mobility-Carsharing bekanntgegeben, die Firma Catch a Car zu übernehmen. Massnahmen der Übernahme zeigen sich schon jetzt: «Erstes Ziel ist es, Catch a Car rentabel zu machen», sagt Mobility-Sprecher Patrick Eigenmann gegenüber der «bz Basel». Aktuell seien die Kosten sowohl in der Beschaffung wie auch im Unterhalt aber deutlich höher als bei treibstoffbetriebenen Fahrzeugen.

Dazu komme das Zeitproblem. Die E-Fahrzeuge brauchen rund eine Stunde, bis sie vollständig geladen sind. Mitarbeiter der Firma müssen die Golfs zudem jedesmal zu den Schnell-Ladestationen fahren und anschliessend wieder in der Stadt verteilen. «Währenddessen stehen die Autos nicht für Fahrten zur Verfügung. Diese Zeit möchten wir vermehrt wieder in die Betreuung und Pflege der Gesamtflotte investieren», so Eigenmann weiter.

Traum von E-Mobilität noch nicht ganz vom Tisch

Trotz der aktuellen Anpassungen schliesst Eigenmann eine künftige Aufstockung der Elektromobilität in der Firma aber nicht aus. Damit das Mobilitätsmodell aber rentabel sei, braucht es Veränderung: «Es braucht parallel dazu weiterhin Weiterentwicklungen im E-Bereich.»

Vor allem die Ladedauer und die Reichweite müsse verbessert und das Ladenetz ausgebaut werden. «Nur so kann es für uns als Anbieter attraktiv sein, E-Mobilität breiter anzubieten.»

Im April des vergangenen Jahres machte die Reichweite der E-Golfs von 160 Kilometer dem damaligen CEO von Catch a Car, René Maeder, noch keine Sorgen: «Unsere Benutzer fahren typischerweise kurze Strecken und nur einen Weg. Diese Reichweite reicht dann für bis zu zehn Fahrten», verkündete er gegenüber 20 Minuten.

Kritik gegen den Rückzug

Der jetzige Entscheid des Carsharing-Unternehmens sorgt aber für Kritik auf politischer Ebene: «Ich bin enttäuscht, dass Catch a Car nicht mehr Durchhaltewillen hat», so SP-Grossrat Thomas Gander zur «bz Basel». Die Massnahme sei für ihn ein ausschlaggebender Grund, Catch a Car in Zukunft nicht mehr zu nutzen. «Die Verbindung von Carsharing und Elektrifizierung ist das, was ich unter innovativer Mobilität verstehe.»

(mis)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Perdra am 15.03.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Carsharing ist zu teuer

    Das ist das Problem an der Geschichte. Guckt euch mal die Preise an.

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  • Elektronik Ing. am 15.03.2019 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist,

    dass E-Autos weder Umweltfreundlich - im gegensatz zu dem was euch vorgegaukelt wird, ein wenig Physik 101 würde halt helfen.... - noch wirtschaftlich sind! Und da heut zu Tage leider nicht Verstand und Kompetenz siegen, wird das "liebe" Geld das Problem schlussendlich halt doch noch lösen...

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  • Mr. Spock am 15.03.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollten sich mal all jene

    zu Gemüte führen die immer behapten E-Autos seien im Unterhalt günstiger

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 22.03.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin gegen E-Karren...

    Das beweist ein Mal die Tatsache, dass Treibstoff in jeder Hinsicht, billiger, sauber und immer vorhanden ist. Diese Elektromania ist ein Blödsinn par excellence!

  • Simon am 19.03.2019 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teuer, ob E oder nicht.

    Selbst für mich als Wenigfahrer ist es unter dem Strich günstiger, ein eigenes Auto zu unterhalten.

  • Dennis am 19.03.2019 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Carsharing auf Zeit

    Autos auf Zeit zu vermieten finde ich höchst bedenklich und sollte nicht erlaubt sein. Im Übrigen hat es doch - vor allem in der Stadt- für den Mieter nur Nachteile: für 10min im Stau stehen bezahlt man genau gleich viel wie 10min Vollgas auf der Autobahn. Dazu kommt noch der Stress, ja schnell anzukommen damit der Zähler endlich aufhört. Dabei überfährt man eher rote Ampeln, hält nicht für Fussgänger, drückt den Stempel runter (mehr Verschleiss) usw.

  • Gero F am 17.03.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zeichen der Forderungen

    Komische Stadt als erste den Klima Notstand ausgerufen und nun das Ende der Catch a Car. Oder erhalten jetzt alle Basler ein E- Fahrzeug geschenkt? Catch Car könnte doch von den Studis im Frondienst als echtes Zeichen derer Forderungen weiterbetrieben werden oder wäre dies zuviel Arbeit?

  • Te Rasse am 17.03.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt muss nur noch

    Die Basler Polizei zur selben Erkenntnis gelangen